Kostenlose Wettprognosen: vier Wege zur Vorhersage und was sie kosten

Updated Oktober 2026
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Kostenlose Wettprognosen sind im Netz reichlich vorhanden, die Wette darauf ist in der Schweiz dagegen ein enges Feld: Seit der Neuordnung des Geldspielmarkts dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalter anbieten — Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles, was Vorhersagen liefert, ist frei zugänglich; alles, was eine Wette darauf annimmt, ist bewilligungspflichtig. Zwischen diesen beiden Sätzen liegt der ganze Stoff dieser Seite.

Ein Fussballplatz im Morgennebel, im Mittelkreis liegt ein einzelner Ball und der Rasen glänzt vom Tau.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Stand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu den Bewilligungen wurden gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa und die Veranstalterangaben von Swisslos und Loterie Romande geprüft.

Was eine Prognose statistisch leistet

Eine Prognose ist ein Urteil über Wahrscheinlichkeiten, kein Blick in die Zukunft. Wer ein Spiel vorhersagt, schätzt ab, wie oft ein Ausgang unter vergleichbaren Bedingungen eintritt — nicht, was am Samstagabend passiert. Der Unterschied klingt nach Wortklauberei, ist aber der ganze Beruf: Eine Einschätzung, die in 55 von 100 ähnlichen Fällen richtig liegt, ist eine gute Einschätzung. Sie liegt in 45 Fällen falsch.

Genau hier trennt sich der Nutzen vom Nutzenversprechen. Eine einzelne Prognose lässt sich nachträglich nicht widerlegen; erst über viele Spiele wird sichtbar, ob jemand wirklich trifft oder nur laut genug geraten hat. Wer eine Quote von 3.00 mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 % verbindet, hat einen Erwartungswert von 1,20 pro eingesetztem Franken — rechnerisch. Ob dieser Wert eintritt, entscheidet sich über hunderte Wetten, nicht über eine.

Was sich daraus für den Alltag ableiten lässt: Eine Prognose, die nur das Ergebnis nennt, ist dem Leser keine Hilfe. Hilfreich ist eine Prognose, die ihre Schätzung offenlegt und sie an der Quote spiegelt. «Bayern gewinnt» ist keine Prognose, sondern eine Vermutung mit Fussballbezug. «Bayern gewinnt in etwa sechs von zehn solchen Spielen» ist eine Aussage, an der sich prüfen lässt, ob der Preis stimmt.

Welche Daten tatsächlich in eine Prognose fliessen

Vier Datenquellen tragen die meisten Fussballprognosen: Form, Heimvorteil, Statistik und Quote. Die Form beschreibt den kurzfristigen Zustand einer Mannschaft über die letzten Spiele — Tore, Gegentore, Chancenverhältnis. Der Heimvorteil ist der zweitälteste Faktor im Geschäft und bis heute einer der stabilsten, weil er sich über Jahrzehnte reproduziert. Die Statistik liefert Vergleichswerte über die Saison und über mehrere Saisons: Ballbesitz, Abschlüsse, Chancenqualität, Standardsituationen. Die Quote schliesslich ist kein Rohmaterial, sondern der Markt, gegen den die eigene Schätzung antritt.

Der Aufbau ist damit kein Geheimrezept, sondern eine Reihenfolge. Zuerst die Schätzung aus Form und Statistik, dann die Frage, ob der Heimvorteil in der eigenen Zahl schon enthalten ist, und zuletzt der Vergleich mit dem Preis. Wer diese Reihenfolge umdreht und von der Quote aus rückwärts rechnet, betet den Markt nach.

Was in solchen Aufstellungen regelmässig fehlt, ist die Aufstellungsfrage. Verletzte, Sperren, Rotation vor einem Europapokalspiel — das sind die Faktoren, die eine statistisch saubere Schätzung am stärksten verschieben und am schlechtesten dokumentiert sind. Prognosen, die diesen Punkt offen benennen, sind ehrlicher als solche, die ihn mit einer Prozentzahl zudecken. Und wer sich auf eine Prognose stützt, sollte wissen, dass die statistische Sicherheit bei Turnieren mit vielen Beteiligten niedriger ist als in einer Liga mit 34 Spieltagen, da die Vergleichsgrundlage fehlt.

Prognose für heute, für die Liga, für das Turnier

Die Nachfrage richtet sich nach Zeitpunkt und Anlass, und sie unterscheidet sich stärker, als es die Oberfläche der Seiten vermuten lässt. Prognosen für heute sind die kürzeste Gattung: wenig Vorlauf, hohe Abhängigkeit von kurzfristigen Nachrichten, oft am Wendepunkt zwischen Fakten und Spekulation.

Ligaprognosen haben den Vorteil der Wiederholung. In einer Bundesliga-Saison stehen sich dieselben Mannschaften zweimal gegenüber, die Vergleichsgrundlage ist breit, und die Formkurve lässt sich über Wochen lesen. Turnierprognosen haben den umgekehrten Charakter: Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 wurde vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 bereits gespielt, die Gruppenzusammensetzung und der Spielplan sind Einmaligkeiten, und der nächste grosse europäische Vergleich liegt mit der Europameisterschaft 2028 noch in weiter Ferne. Wer heute Turnierprognosen sucht, findet Material zu abgeschlossenen Wettbewerben oder Vorausschauen auf kommende — beides trägt weniger Vergleichsmasse als eine Ligarunde.

Für den einzelnen Nutzen heisst das: Je kürzer der Vorlauf und je geringer die Wiederholung, desto mehr hängt eine Prognose an Einschätzungen, die sich nicht nachprüfen lassen. Das ist kein Grund, sie nicht zu lesen. Es ist ein Grund, ihre Reichweite kleiner zu halten als die einer Ligaprognose.

Quotenschlüssel und Auszahlungsquote: Das Gedränge im Feld

Beim Anbieter kommt eine Grösse ins Spiel, die der Prognose nichts anhaben kann, den Ertrag aber sehr wohl: der Quotenschlüssel. Er sagt, wie viel von allen Einsätzen eines Marktes zurückfliesst. Bei einem Markt mit drei Ausgängen zeigt die Abweichung der Auszahlungsquote von 100 % den Teil, weil das Buch Geld einzieht — und das ist keine Gebühr, die irgendwo ausgewiesen wird, sondern Unsichtbares, das seinen Weg in die Zahlen eines jeden Marktes nimmt.

Sichtbar wird sie in der Rechnung. Rechnet man die Auszahlungsquote für einen Markt mit drei gleich wahrscheinlichen Ausgängen bei Quoten von 1.90, 1.90 und 1.90 über die Summe der Kehrwerte, so zeigt sich der Einbehalt in einer Grössenordnung, die einen Cent-Betrag schnell relativiert. Die Angabe von Swisslos und Loterie Romande zur Auszahlungsquote der Sportwetten liegt im Bereich von rund 90 % bis 95 %, je nach Markt und Sportart — ein Einbehalt von 5 % bis 10 %. Der Wert schwankt bewusst, denn ein Anbieter kann ihn pro Markt unterschiedlich setzen.

Was das für eine Prognose bedeutet: Eine Prognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten, eine Quote beschreibt einen Preis, und die Marge sorgt dafür, dass der durchschnittliche Einsatz nicht eins zu eins zurückkommt. Wer eine Prognose nutzt, sollte deshalb nicht nur fragen, ob sie richtig ist, sondern wie oft sie richtig sein muss. Ein Prognose, die in 60 % der Fälle trifft, trägt bei einer Auszahlungsquote von 95 % noch kein Plus. Ein Prognose, die in 60 % der Fälle trifft, trägt bei einem Auszahlungsschlüssel von 90 % erst recht keines.

Wie ein Werturteil entsteht: Abstand zwischen Schätzung und Preis

Ein Werturteil braucht zwei Zahlen: die eigene Schätzung und die angebotene Quote. Aus der Quote lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit des Marktes rückwärts lesen — sie ist der Kehrwert der Quote, bereinigt um die Marge. Liegt die eigene Schätzung über dieser impliziten Zahl, nennt man das Wert; liegt sie darunter, ist der Preis zu niedrig.

Was dieser Vergleich nicht leistet, ist ein Beweis. Die eigene Schätzung kann falsch sein, und zwar in derselben Grössenordnung, in der sie dem Markt voraus sein will. Profis sprechen von einem Rand von wenigen Prozentpunkten, nicht von Treffern auf Verdacht. Wer dagegen jede Quote unter 2.00 für ein Schnäppchen hält und jede über 3.00 für ein Risiko, ordnet Preise nach Gefühl und nicht nach Wahrscheinlichkeit.

Ehrlicher ist die Umkehrung: Zuerst überlegen, wie oft ein Ausgang eintritt, dann die Quote ansehen. Kommt dabei eine Diskrepanz heraus, ist die eigene Zahl wahrscheinlicher falsch als der Markt — und das ist keine Bescheidenheit, sondern eine Marktbeobachtung. An einem liquiden Markt stehen viele Bewertungen gegen die eigene.

Warum Gratisprognosen kostenlos sind

Die Frage, die niemand auf der Startseite stellt: Womit verdient eine Seite, die nichts verlangt? Drei Antworten sind üblich, und alle drei verändern das Produkt.

Die erste ist die bezahlte Version. Die kostenlose Prognose dient als Schaufenster, die brauchbare Auswahl liegt hinter der Anmeldung. Das ist kein Betrug, aber es erklärt, warum die frei zugänglichen Tipps eines Anbieters selten seine besten sind.

Die zweite ist die Empfehlung von Wettanbietern. Wird eine Prognose mit einem Buchmacher verknüpft, fliesst Geld über die Vermittlung, und die Prognose wird zum Anhängsel einer Absicht. Das ist nichts Illegales, in der Schweiz allerdings an Grenzen gebunden: Werbung für ein nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten, und die Aufsicht kann ausländische Domains auf die Sperrliste setzen und über die Telekom-Anbieter per Sperrung blockieren.

Die dritte ist der Datenverkauf oder die schlichte Reichweite. Auch hier gilt: Das Produkt wird nicht schlechter, weil die Seite Geld verdient — aber es wird anders. Wer eine Prognose liest, sollte immer mitlesen, wer davon profitiert.

Wo eine kostenlose Prognose an ihre Grenze kommt

Die Grenze liegt nicht im Preis, sondern in der Prüfbarkeit. Eine kostenlose Prognose, die ihre Bilanz über zwei Jahre offenlegt, ist wertvoller als eine bezahlte, die nur ihre letzten drei Treffer zeigt. Zwei Dinge lassen sich von aussen prüfen, ohne dass man die Rechenwege kennt: ob eine Seite Verluste genauso dokumentiert wie Gewinne, und ob sie eine feste Einschätzung abgibt oder nach dem Spiel nachjustiert.

Der zweite Faktor ist der Turnierfall. Bei einem Turnier gibt es weniger Vergleichsspiele, die Mannschaften treffen seltener aufeinander, und die Datenbasis ist schmaler als in einer Liga. Eine Prognose für ein Turnierspiel ist deshalb unsicherer als eine Prognose für ein Ligaspiel — nicht wegen der Prognose, sondern wegen der Sache.

Und der dritte Faktor ist der, den keine Prognose behebt: Der Ausgang bleibt offen. Wer eine Prognose als Absicherung liest, liest sie falsch. Sie verringert das Risiko nicht, sie ordnet es höchstens ein.

Wo Wettprognosen in der Schweiz überhaupt entstehen

Eine Prognose kann heute jeder erstellen, der Zahlen lesen kann. Eine Wette darauf annehmen darf fast niemand. Seit dem 1. Januar 2019 regelt das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) den Markt, und die interkantonale Vereinbarung setzt die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei fest.

Der erste ist Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip führt. Ihre Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Ihren Sitz hat die Genossenschaft in Basel, ihr Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der zweite ist die Loterie Romande, die ihr Sportwettenangebot als Jouez Sport führt. Sie ist für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zuständig und nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. In der Westschweiz betreibt sie 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende.

Damit ist die Liste der Veranstalter auch schon zu Ende. Der Schweizer Markt kennt keine dritte Bewilligung für Sportwetten, und die Aufsicht führt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Das ist der Kern der hiesigen Rechtslage: nicht ein Markt mit vielen Anbietern und strengen Regeln, sondern ein Markt mit zwei Anbietern und einem klaren Gebiet.

Die zwei Veranstalter und ihre Gebiete

Aus der Zweizahl folgt eine Besonderheit, die in kaum einem anderen Markt existiert: Die Zulassung hängt am Wohnort. Die Swisslos-Teilnahme ist Personen vorbehalten, deren Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet liegt. Wer in Genf wohnt, kommt online nicht an Sporttip; wer in Zürich wohnt, nicht an Jouez Sport. Das gilt für das Online-Konto — nicht für jede Form der Teilnahme —, und es bedeutet, dass ein Wechsel zwischen den beiden Anbietern für einen einzelnen Spieler oft gar nicht möglich ist.

Die Zweiteilung hat Konsequenzen für den Vergleich. Ein Rat, der bei einem der beiden gut funktioniert, lässt sich nicht auf den anderen übertragen. Wer die Schweiz als einen Markt behandelt, übersieht die Grenze, die mitten durch das Land läuft.

Zwischen Veranstalter, Markt und Prognose

Was ein bewilligter Veranstalter anbieten darf, steht nicht in seinem Ermessen. Das BGS regelt, was überhaupt wettbar ist: Sportwetten sind das, was der Gesetzgeber unter das Grossspiel fasst, und die Aufsicht führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Diese Liste ist eng: Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, Trainingsläufe gar nicht. Eck- oder Kartenmärkte stehen nicht darauf, E-Sport ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Für den Prognosemarkt heisst das: Ein Teil dessen, was im Ausland beworben wird, ist hier gar nicht spielbar. Wer eine Wettart im Kopf hat, die in einem ausländischen Programm selbstverständlich wirkt, sollte prüfen, ob sie im bewilligten Angebot auftaucht, bevor er sie zur Grundlage einer Rechnung macht.

Zwei Wege, ein Vergleich

Die folgende Gegenüberstellung ordnet die erreichbaren Wege nach ihrer Zulassung in der Schweiz. Sie zeigt, was jeder Weg an Schutz und Zugang mitbringt — und wo er endet.

Anbieter Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
HornetBet Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
myBet Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
Betovo Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
BassBet Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
GG.BET Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
FortuneJack Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
BetLabel Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz
Jackbit Keine Schweizer Bewilligung Keine in der Schweiz geltende Lizenz

Die Spalte der Bewilligung ist bewusst die erste, denn sie entscheidet alles andere. Eine Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung, unabhängig davon, wie lange sie besteht und wer sie ausgestellt hat. Die acht ausländischen Plattformen sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spieler ihnen begegnen — nicht, weil sie in der Schweiz etwas dürften.

Und eine Zahl zum Schluss dieses Vergleichs: Die Aufsicht hat die erste Sperrliste ausländischer Domains am 3. September 2019 veröffentlicht und am Ende des Jahres 2025 insgesamt 671 Domains darauf geführt. Eine Sperrung ist keine Endgültigkeit; blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer eine Empfehlung für eine Plattform liest, sollte wissen, dass dieselbe Plattform morgen eine andere Adresse haben kann.

Statistiken richtig lesen

Statistiken sind für eine Prognose das, was ein Vokabular für einen Text ist: Voraussetzung, aber keine Aussage. Die entscheidenden Kennzahlen liegen nicht auf dem Niveau von Toren und Gegentoren — dort ist die Stichprobe zu klein und der Zufall zu gross —, sondern eine Ebene tiefer. Abschlüsse und Abschlussqualität, Chancenverhältnis, Standardsituationen, Ballbesitz gegen den Ballbesitz des Gegners: Diese Grössen schwanken weniger von Woche zu Woche und sagen mehr über die Spielanlage als über das Resultat.

Der zweite Teil ist die Umrechnung. Aus einer Stichprobe von Abschlüssen lässt sich keine Tormenge ableiten, ohne die Liga, den Gegner und die Spielweise einzubeziehen. Wer in einer Prognose eine Zahl liest, sollte fragen, aus wie vielen Spielen sie stammt. Zwanzig Spiele sind eine Tendenz, fünf Spiele sind eine Episode.

Der dritte Teil ist die Streuung. Eine Kennzahl ohne Angabe ihrer Schwankungsbreite lässt sich nicht bewerten. «Eine Mannschaft erzielt 1.8 Tore im Schnitt» ist keine Information, wenn die Bandbreite von 0 bis 5 Toren reicht. Die Zahl, die eine Prognose belastbar macht, ist nicht der Mittelwert, sondern der Bereich, in dem er plausibel liegt.

Form, Heimvorteil, Tabelle und ihre Belastbarkeit

Form und Heimvorteil sind ungleich robust. Der Heimvorteil gehört zu den ältesten Beobachtungen im Mannschaftssport und reproduziert sich auch über Saisonwechsel hinweg, weil er aus Anreise, Umgebung und Zuschauerverhalten entsteht. Die Form dagegen ist die schwächste Grösse im Bündel. Drei Siege in Folge sagen weniger über die Mannschaft aus als über die drei Gegner — ausgerechnet die Variable, die in der öffentlichen Wahrnehmung am schwersten wiegt.

Die Tabelle ist eine Zusammenfassung der Form, nicht ihr Ersatz. Eine Mannschaft auf Platz vier nach zwölf Spielen kann im Kennzahlenbild deutlich besser oder schlechter stehen als eine auf Platz achtzehn; die Punkte bilden nur den Ertrag aus den Spielen, die sichtbarsten, aber nicht die einzigen.

Für die tägliche Arbeit bleibt ein Grundsatz: Wer eine Prognose baut, sollte zuerst wissen, welche Spielart in ihr Material steckt. Eine Prognose auf ein ausgeglichenes Spiel mit wenigen Toren hat eine andere Fehlertoleranz als eine Prognose auf ein Spiel, in dem der Favorit deutlich überlegen ist.

Wo die Statistik endet und die Einschätzung beginnt

Zahlen hören auf, Zahlen zu sein, sobald sie bewertet werden. Die Entscheidung, welches Gewicht der Heimvorteil bekommt und welches die Aufstellung, ist keine Rechnung, sondern ein Urteil. Zwei ernsthafte Prognosen über dasselbe Spiel können deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, ohne dass eine von beiden handwerklich falsch ist.

Der einzige Ort, an dem diese Urteile wieder zusammenlaufen, ist der Marktpreis. Er ist der einzige öffentliche Mittelwert aus sehr vielen solchen Urteilen. Wer die eigene Einschätzung dagegen hält, sollte wissen, wen er da vor sich hat.

Grundlagen: Wo die Einsätze tatsächlich hingehen

Wer sich Vorhersagen ansieht, stösst an einem Punkt auf eine Marge, die sich vor den Vorhersagen wie vor einem Fenster aufbaut: Umsatz schlägt Ergebnis. Was in der Einschätzung wie eine Quote wirkt, ist der Rest nach dem Einbehalt des Veranstalter. Swisslos und Loterie Romande nennen für ihre Sportwetten eine Auszahlungsquote im Bereich von rund 90 % bis 95 % — je nach Markt und Sportart unterschiedlich hoch.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einer Brille, hinter dem Fenster laufen Regentropfen über das Glas.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus beträgt 5 % bei vier und 20 % bei sieben.

Der Rest kommt nicht wieder. Bei einer Auszahlungsquote von 95 % verbleiben 5 % von allem, was auf den Markt fliesst, beim Anbieter; bei 90 % sind es 10 %. Wer über ein Jahr zehn Vorhersagen in Wetten umsetzt und in jeder einen durchschnittlich fairen Vorteil hätte, gibt diesen Vorteil mit jedem Einsatz zur Hälfte wieder her, wenn der Einbehalt bei 5 % liegt. Und das ist die freundliche Rechnung: Nach den Abgaben mindert die Unsicherheit das Ergebnis ohnehin.

Das erklärt eine Regel, die in der Praxis oft umgekehrt gehandhabt wird: Die Auszahlungsquote hoch zu halten, ist die Gegenmassnahme zum Einbehalt. Deshalb ist eine Prognose ohne Blick auf die Konkurrenz unvollständig — aber eine Prognose ohne Blick auf die Quote an sich ist es noch mehr.

Was eine Wette kostet, bevor sie überhaupt läuft

Das wetterne Eintrittsgeld ist nicht der Einsatz, sondern der Abstand. Ein Einsatz von CHF 50 mit einer Quote von 1.90 bringt bei einem Treffer CHF 95 zurück, also CHF 45 netto. Die Rechnung lässt sich über jeden Markt wiederholen, und die Quoten von 1.90, die in der Schweizer Praxis für einen Zweiwegemarkt üblich sind, sind kein Zufall, sondern ein Kompromiss: Sie sind attraktiv genug zum Mitschreiben und konservativ genug, um den Einbehalt zu decken.

Wie gross dieser Einbehalt ist, lässt sich aus jedem Markt zurückrechnen. Ein Zweiwegemarkt mit 1.90 auf beiden Seiten hat nach der Standardrechnung einen Quotenschlüssel in der Gegend von 95 %, sodass der Anbieter rund 5 % pro Markt einbehält. Multipliziert man diesen Einbehalt über ein Jahrzehnt von Sportwetten, wird der Betrag, der eingesetzt wird, irrelevant — was zählt, ist die Abweichung vom Markt, die man erreicht. Und die ist bei privaten Wettern klein.

Woher der Sporttip-Kombiboost seine Grösse bekommt

Der Anbieter kennt die Marge und experimentiert mit der Zusatzprämie. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und der Boost gilt für Prematch-, Live- und Systemwetten im Online-Kanal.

Die Progressionsstufen lesen sich grosszügig — 100 % klingt nach Verdopplung. Nur wächst mit der Zahl der Voraussagen auch die Zahl der Bedingungen, die alle gleichzeitig erfüllt sein müssen. Wer fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 findet, hat eine lange Kette gebaut, und jeder einzelne Eintrag ist ein neues Risiko. Der beworbene Prozentwert wächst schneller als die Zahl der Spiele, die ihn erreichen. Was auf den ersten Blick wie ein Bonus aussieht, ist eine Aufforderung zu einer Kombination, die man ohne den Anlass nicht bauen würde.

Die zweite Kunstgriffe in diesem Markt ist die Quotengestaltung: Der Kombiboost verlangt Mindestquoten von 1.50 pro Vorhersage. Wer ohnehin zu Kombinationen neigt, wird damit nicht zu einer anderen Wette gedrängt — wer normalerweise Einzelwetten spielt, schon.

Wie der Anbieter die Auszahlung glättet

Der Nettogewinn ist das, was bei einer Wette tatsächlich übrig bleibt, und bei ihm wird gerundet. Der Gewinn­betrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung selbst ist peanuts; wichtig ist, dass die Grundlage der Nettogewinn ist und nicht der Einsatz. Wer den Booster nutzt, um einen Verlust zu verringern, hat den Mechanismus nicht verstanden. Der Booster erhöht den Gewinn, wenn gewonnen wird.

Dasselbe gilt für Quoten- und Profitboosts bei Sporttip: Sie gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer eine Live-Wette nutzt, um eine Quote zu verbessern, findet dort nichts.

Die zwei Schweizer Veranstalter und ihr Zuschnitt

Bei zwei Anbietern mit getrennten Gebieten ist die Vergleichsarbeit kleiner als in einem offenen Markt und erstaunlich konkret. Beide müssen dieselbe Bewilligungsstruktur erfüllen: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel nach dem BGS. Beide stehen unter der Aufsicht der Gespa, nicht der Eidgenössischen Spielbankenkommission, die nur die Casinos beaufsichtigt.

Unterschiede gibt es dennoch. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der wichtigste Satz dieses Abschnitts ist der kleinste: Steuern sind nur ein Thema für Menschen, die sehr viel gewinnen. Winnings aus Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Betrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Bei ausländischen Anbietern gibt es keine Verrechnungssteuer, dafür kann die kantonale Praxis — in Thurgau etwa — Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe voll besteuern. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.

Rechtslage: Prognosen sind frei, die Wette ist es nicht

Zwischen der frei zugänglichen Vorhersage und der erlaubten Wette liegt eine Bewilligung. Suchen, lesen, vergleichen, weiterleiten: alles uneingeschränkt. Annehmen: nur Swisslos und die Loterie Romande, und nur in ihren Gebieten.

Ein Wanderweg führt über eine Alpwiese zu einem Holzchalet, dahinter ragen verschneite Gipfel in den Himmel.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Der Mechanismus ist unspektakulär. Das BGS definiert die Sportwette als Grossspiel und verlangt für deren Veranstaltung eine Bewilligung des Interkantonalen Geldspielkonkordats. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz — eine ausländische Konzession entfaltet hierzulande keine Wirkung. Innerhalb der Schweiz wiederum ist sie an das Gebiet gebunden: ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und faktisch im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Wer in Genf wohnt, hat keinen Zugang zu Sporttip; wer in der Deutschschweiz wohnt, keinen zu Jouez Sport.

Eine Feinheit, die in Diskussionen regelmässig untergeht: Die Bewilligungspflicht trifft den Anbieter, nicht den Spieler. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spieler wird nach der Rechtslage nicht bestraft. Das heisst nicht, dass er geschützt wäre: In Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Schiedsinstanz und keinen Anschluss an das Sperrregister.

Die Aufsicht reagiert auf die ausländischen Angebote mit Zugangssperren. Sie veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die die schweizerischen Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die Liste wächst: Sie wurde am 3. September 2019 erstmals veröffentlicht und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Wirklich wirksam ist sie nicht. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt — ein Verfahren, das als Domain-Hopping bekannt ist.

Die Bewilligung und was sie nicht ist

Eine Schweizer Bewilligung ist kein Gütesiegel für Sportwetten-Prognosen. Sie bescheinigt, dass ein Veranstalter die Anforderungen der Aufsicht erfüllt, und regelt insbesondere, was gespielt werden darf. Sie sagt nichts über die Treffsicherheit von Vorhersagen, und sie schützt nicht vor einem Verlust. Was sie garantiert, ist ein Rahmen: ein geregeltes Verfahren, geprüfte Teilnahmebedingungen, wenn es schiefgeht, eine zuständige Aufsicht.

Der Ort, an dem sich dieser Rahmen praktisch zeigt, ist der Wettschein. Der französische Anbieter mit Wohnsitz in der Westschweiz und der schweizerische mit Sitz in Basel treten beide unter ihrem eigenen Recht auf. Wer auf einer ausländischen Plattform setzt, setzt dagegen auf deren Regeln — und die sind nicht mit Schweizer Aufsicht oder Schweizer Spielerschutz verbunden. Kein Schweizer Spielerschutzregister, keine Schweizer Beschwerdestelle, kein Schweizer Einbehalt.

Die Frage, die daraus folgt, ist unbequem für beide Seiten: Weder das eine noch das andere Angebot ist von vornherein die sichere Wahl.

Wo die Schweiz enger ist als viele erwarten

Die Bewilligung schützt nicht nur, sie begrenzt. Die Aufsicht führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, und diese Liste ist geschlossen. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe erscheinen nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder den Podestplatz entscheidet; auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Eckball- und Kartenmärkte sind nicht auf der Liste, E-Sport ebenfalls nicht.

Damit sind Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen ausgeschlossen — die Sportwette ist keine Wette auf Ereignisse, sondern auf Sportereignisse. Livewetten sind erlaubt und unterliegen keiner gesetzlichen Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte; sie dürfen gespielt werden, wenn eine Entscheidung der Aufsicht sie freigibt.

In der Praxis heisst das: Ein erheblicher Teil des internationalen Wettprogramms existiert in der Schweiz gar nicht. Wer aus dem Ausland ein Programm kennt, in dem jede Ecke, jede Karte und jeder Vorbereitungskick eine Quote hat, findet diese Vielfalt hier nicht.

Der faire Vergleich zwischen bewilligt und unbewilligt

Wer das Angebot aus dem Ausland kennt, hält das Schweizer Programm oft für eng — zu Recht. Es hat mehr Farben, mehr Märkte, mehr Kombinationen, und es wirbt mit Bonusbeträgen, die sich in der Schweiz nicht finden. Diese Attraktivität ist kein Argument für oder gegen eine Plattform. Sie ist eine Feststellung darüber, welche Angebote auf einen Vergleich miteinander überhaupt passen.

Innerhalb der Schweiz sind Prognosen nicht Teil des bewilligten Angebots, sondern Rohstoff. Sie sind frei, und niemand haftet für sie. Die Wette auf eine Prognose ist an eine Plattform gebunden, und die Plattform wiederum an ein Gebiet. Diese drei Ebenen — Prognose, Wette, Bewilligung — gehören getrennt betrachtet, auch wenn sie auf einer Seite wie ein Block wirken.

Verantwortung: Was eine Prognose nicht leistet

Eine Vorhersage kann das Risiko nicht tragen. Das ist die schlichte Aussage, die sich hinter dem ganzen Markt nicht ändern lässt: Wer eine Prognose liest und den Preis darin für gerecht hält, hat immer noch eine Wette abgeschlossen, die verloren werden kann. Der Glücksspielmarkt in der Schweiz kennt deshalb Instrumente, die nicht vom Anbieter gesteuert werden, sondern von den Teilnehmenden.

Das erste ist die Verlustlimite. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Absenkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Wirkung liegt in der Asymmetrie: Wer seine Grenze nach unten zieht, muss nicht auf sich selbst warten.

Das zweite ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Bei der Loterie Romande ist die Spielsperre ebenfalls möglich, und die Aufhebung ist an eine Frist gebunden. Wer sich sperrt, sollte wissen, dass sie nicht rückgängig gemacht werden kann, nur weil ein Spiel verlockend aussieht.

Was die Schweiz vorgibt und was nicht

Das BGS verlangt vom Veranstalter ein Instrument zur Begrenzung, nicht einen festen Betrag: Die Spielenden setzen die Limiten selbst. Einen staatlich vorgeschriebenen Einzahlungsdeckel gibt es nicht. Die Grenze beträgt nach dem Gesetz nach oben nichts — sie wird durch das vom Spielenden gewählte Maximum definiert.

Was es ausserdem gibt: ein Mindestalter von 18 Jahren, ein Konto pro Person mit verifizierter Identität, und die Regel, dass Einzahlungen und die Rücksicht auf das verifizierte Konto beschränkt sind. Die Aufsicht testet die Einhaltung an den Verkaufsstellen. Wer in der Schweiz spielt, merkt davon wenig davon, weil die Prüfung bei der Kontoeröffnung und nicht am Schalter erfolgt.

Die Spielsperre ist der zweite Mechanismus, und sie geht über den einzelnen Anbieter hinaus: Eine Spielsperre wird in einem gesamtschweizerischen Register geführt und wirkt für alle bewilligten Anbieter, einschliesslich der Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausgeschlossen ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Das Sperrregister und sein Doppelcharakter

Ein Register, das Namen führt, hat zwei Seiten. Es schützt, und es stigmatisiert. In der Schweiz ist es als Instrument der Aufsicht ausgestaltet: Es erfasst überschuldete und spielsuchtgefährdete Personen ebenso wie Personen, die sich selbst haben sperren lassen. Eine freiwillige Selbstsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt.

Die zweite Seite betrifft die ausländischen Plattformen. Wer dort spielt, ist nicht im Register eingetragen und wird auch nicht geprüft. Das ist in vielen Fällen bequem und bedeutet schlicht, dass der Mechanismus, der in der Schweiz existiert, dort nicht greift. Kein Anbieter ausserhalb der Schweiz führt einen Eintrag im Schweizer Register nach.

Wenn Sportwetten zur Last werden

Sportwetten sind kein Einkommensmodell. Wer die Auszahlungsquote kennt, weiss, warum: Ein Markt zahlt nicht mehr aus, als in ihn hineingeflossen ist, und über längere Zeiträume verschiebt sich der Verlust nicht symmetrisch. Eine Prognose ändert daran nichts. Sie ist ein Werkzeug, um Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen, und sie wird erst dann schädlich, wenn aus dem Werkzeug ein Einkommensversprechen wird.

Ein festes Budget, vor dem Spiel festgelegt, ist das wirksamste Gegenmittel — wirksamer als jede Vorhersage. Eine Verlustlimite nach dem BGS ist ein Instrument mit denselben Eigenschaften, nur mit dem Unterschied, dass sie auf einem Konto hinterlegt ist und nicht nur gut gemeint. Und wer merkt, dass er die Grenze nicht mehr hält, hat die Möglichkeit, sich sperren zu lassen; in der Schweiz ist das kostenlos.

Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, kann sich an die Fachstellen wenden — an die kantonale Suchtberatung oder an die Aufsichtsstellen, die Informationen bereitstellen. Es geht dabei nicht um Kontrolle von aussen. Es geht um die einzige Variable, die wirklich beinflussbar ist: wie viel man überhaupt einsetzt.

Wie ein Fussballplatz im Morgennebel: das statistische Umfeld

Eine Prognose lebt von der Statistik und stirbt an ihr, sobald sie als Sicherheit verkauft wird. Das ist die zentrale Spannung des Geschäfts, und sie lässt sich am Beispiel der Standardabweichung zeigen: Eine Mannschaft, die im Schnitt 1.6 Tore erzielt, kann in einem Spiel mit 0, 1, 2 oder 4 Toren auftreten. Der Erwartungswert ist eine Aussage über die Verteilung, nicht über das nächste Spiel. Wer aus einer Prognose ein Ergebnis ableitet, verwechselt beides.

Der zweite Teil der Frage betrifft die Stichprobengrösse. Über eine Saison hinweg sind 34 Spiele eine brauchbare Grundlage; bei einem Turnier sind es sechs oder sieben. Die Varianz wächst, die Trefferquote sinkt, und eine Prognose, die in einer Liga funktioniert, ist in einem Turnier eine andere Gattung. Das ist keine Einschränkung der Prognose, sondern eine Eigenschaft der Sache.

Der dritte Teil ist der Umgang mit der Auszahlungsquote. Sie gehört zu den wenigen Grössen, die sich auf jedem Wettschein nachrechnen lassen. Ein Markt mit 1.90 und 1.90 in einem Zweiwegespiel zahlt rund 95 % aus; ein Markt mit 1.80 und 1.80 zahlt weniger aus, ein Markt mit 2.00 und 2.00 mehr. Wer die Quoten liest, liest also nicht nur den Preis, sondern die Kosten des Marktes. Eine Prognose, die diesen Kosten nichts entgegensetzt, verliert auf lange Sicht nur langsamer oder schneller.

Was dran ist an Kombinationen

Kombinationen versprechen grössere Gewinne und liefern dafür eine kleinere Wahrscheinlichkeit. Das ist keine Marketingentscheidung, sondern eine Multiplikation. Bei zwei Spielen mit je 60 % Trefferwahrscheinlichkeit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass beide eintreten, bei 36 %; die Quote multipliziert sich, die Wahrscheinlichkeit fällt schneller. Bei vier Spielen bleibt ein Sechstel. Der Booster, der eine Kombination begleitet, verschiebt diese Rechnung ein Stück, aber er ersetzt sie nicht.

Der zweite Punkt betrifft das Gleichgewicht. Bei einer einfachen Vorhersage ist die Quote das Ergebnis einer öffentlichen Einschätzung. Bei einer Kombination aus vier Vorhersagen ist die Gesamtquote das Produkt solcher Einschätzungen — das Ergebnis von vier Unsicherheiten, von denen jede einzeln Fehler enthalten kann, addiert. Die Standardfehler der einzelnen Quoten multiplizieren sich mit.

Für sehr grosse Kombinationen (ab sieben oder zehn Vorhersagen) gilt das umso mehr. Der Kombiboost bei Sporttip verlangt mindestens vier Voraussagen mit mindestens 1.50; der Bonus steigt bei sieben, zehn und fünfzehn solcher Voraussagen auf 20 %, 40 % und 100 %. Schon bei vier Voraussagen liegt die Chance, dass alle vier eintreten, bei etwa 20 %, wenn jede Vorhersage mit 70 % Wahrscheinlichkeit zutrifft. Mit dem Bonus auf den Nettogewinn ist die Chance auf einen Gewinn nicht gestiegen, nur die Höhe des Gewinns, falls die Kette hält. Der Zusatz fängt das Risiko nicht auf, er schmückt es.

Live- und Turnierprognosen ausserhalb der Liga

Livewetten sind in der Schweiz erlaubt, und sie verändern die Prognosearbeit: Während eines Spiels aktualisieren sich die Quoten fortlaufend, und eine Einschätzung muss sich in Minuten bewähren. Die Regeln dazu stehen im Wettschein. Bei Sporttip-Livewetten zählt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 bewerten.

Wer live setzt, sollte diesen Satz kennen. Er bedeutet, dass eine Wette im entscheidenden Moment nicht mehr die Wette ist, die man abgegeben hat. Bei einer Prognose, die auf wenige Sekunden gebaut ist, ist das eine relevante Einschränkung — und sie ist der Grund, warum Live-Prognosen anderer Art sind als Vorhersagen vor dem Anpfiff.

Dasselbe gilt für Kombinationswetten mit verschiedenen Märkten. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist keine Nebenbemerkung: Eine Kombination aus Torschütze und Ergebnis desselben Spiels ist nicht eine Wette mit zwei Chancen, sondern eine Aussage mit einem inneren Widerspruch.

Und die Grundlagen der Auswertung: Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball also 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für eine Prognose heisst das: Ein Spiel, das im Penaltyschiessen endet, ist in der Wette nicht dasselbe Ereignis, das im Wettprogramm stand.

Turnierprognosen und ihre Sonderstellung

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 ist gespielt — vom 11. Juni bis 19. Juli 2026. Für Prognosen zu diesem Turnier gibt es deshalb nur noch Rückblicke. Wer Turnierprognosen als wiederkehrendes Produkt sucht, findet aktuell Vorausschauen auf die Europameisterschaft 2028, die noch weit entfernt ist — und deren Vergleichsgrundlage dünner ist als die einer Ligasaison.

Was eine Prognose von einer Meisterschaft schwierig macht, sind drei Dinge. Erstens die Zusammensetzung der Gruppen: Sie erzeugt Begegnungen, die es in dieser Form nie zuvor gab. Zweitens die Vorbereitung: Die Mannschaften kommen mit unterschiedlichen Rhythmen ins Turnier, einige aus einer laufenden Liga, andere aus einer Pause. Drittens die Anpassung innerhalb des Turniers: Ein Team, das in der Gruppenphase überzeugt, kann im Achtelfinal eine andere Aufstellung bringen.

Für den Nutzer heisst das: Bei Turnieren sind Prognosen am wenigsten vergleichbar, weil die Vergleichsgrundlage selbst fehlt. Wer dort trotzdem eine Vorhersage nutzt, sollte den Preis besonders sorgfältig prüfen und sie nicht mit einer Ligaprogose gleichsetzen.

Die zehn Plattformen im Vergleich

Die folgenden Bewertungen behandeln zuerst die beiden bewilligten Schweizer Veranstalter und danach acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Beide Gruppen werden an denselben Kriterien gemessen: Zugang, Gebiet, Produkte und Spielerschutz. Die zweite Gruppe ist ausdrücklich zum Vergleich aufgeführt, nicht zur Nutzung; die Bewilligungslage ist bei ihnen ein Merkmal wie jedes andere, und sie fällt anders aus.

Swisslos Sporttip: der Platzhirsch mit dem engsten Marktkatalog

Sporttip ist die Sportwette der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, die Aufsicht führt die Gespa. Erreichbar ist das Angebot online über die Plattform des Veranstalters und die Sporttip App für iOS und Android; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen.

Das Produktprogramm ist breit, aber auf einer geschlossenen Liste aufgebaut: Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten sind bewilligt, Eckball- und Kartenmärkte ebenso wie E-Sport stehen nicht darauf. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Eine Wette über dieser Limite wird nicht angenommen, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.

Neben dem Grundprogramm stehen Instrumente, die den Nettogewinn erhöhen sollen: der Kombiboost für Online-Kombinationen mit mindestens vier Voraussagen ab je 1.50 Quote, Quotenboosts für Prematch-Einzelwetten und Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Alle sind pro Wettenden einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und alle verfallen bei einem Cash-Out. Die Kombination aus Mindestquoten, Online-Bindung und Einmaligkeit begrenzt den Nutzen stärker, als die Prozentzahlen vermuten lassen.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche, nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann jederzeit geändert werden.

Verluste und Limiten: Vor der ersten Teilnahme werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 und unter 21 Jahren bei CHF 1’000; Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, und eine unbefristete Spielsperre wirkt im schweizweiten Register.

Die Einsätze kommen über das Wallet: Spielguthaben kann online oder per Einzahlungsschein gekauft werden, mindestens CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und nur solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Zur Aufladung steht unter anderem PostFinance Pay zur Verfügung, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein eigenes Schweizer oder Liechtensteiner Konto möglich; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Bestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, darüber wird innert 3 Arbeitstagen auf das eigene Konto überwiesen.

Das ist das vollständigste Bild, das sich in der Schweiz von einem Anbieter gewinnen lässt, und es zeigt, worin die Stärke liegt: bei der Regelklarheit. Jeder Schritt — Limite, Auszahlung, Sperre, Auswertung — ist in Bedingungen gefasst, die der Spieler nachlesen kann. Dass die Regeln die Zulassung, die Verlustlimiten und die Bezahlwege so eng fassen, kann man ärgerlich nennen; es macht den Anbieter aber zum einzigen mit einem Schweizer Aufsichtsweg und einem Schweizer Sperrregister.

Loterie Romande Jouez Sport: der Westschweizer Zwilling mit höherem Gewinnmaximum

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Auch hier ist die Grundlage eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS unter der Aufsicht der Gespa.

Zuständig ist die Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Online-Konten gibt es in der Praxis für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet — dieselbe Logik wie bei Swisslos, nur mit anderer Landkarte. Wer zwischen den Gebieten wechselt, wechselt nicht den Anbieter, sondern die Zulassung.

Bei den Limiten fällt die Loterie Romande grosszügiger aus. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 ist niedrig — niedriger als bei vergleichbaren Anbietern —, und das ist der Punkt, an dem sich das Produkt unterscheidet: Kombinationen aus zwei sehr kleinen Quoten sind möglich, und ein Multiplikator entsteht nicht.

Das Spielerschutzgerüst folgt demselben Muster wie bei Swisslos: Limiten werden von den Spielenden selbst gesetzt, ein Konto pro Person mit verifizierter Identität, Mindestalter 18, und die Spielsperre als Instrument, das über den einzelnen Anbieter hinaus wirkt. Für die Bewohner der Westschweiz ist damit der Zugang zu einem bewilligten Angebot mit vollem Schweizer Rahmen gesichert — und das ist genau der Unterschied zu allem, was danach kommt.

Was hier am deutlichsten wird: Zwei Anbieter mit demselben gesetzlichen Rahmen können dennoch verschiedene Produkte anbieten. Die Obergrenze von CHF 300’000 pro Einzelwette und CHF 1’000’000 für ein Multiple ist kein Marketingversprechen, sondern eine Produkteigenschaft, die den Rahmen für sehr grosse Einsätze absteckt. Ob sie relevant ist, hängt vom eigenen Spiel ab; für die Mehrheit ist sie es nicht, und die Untergrenze von 1.10 wichtiger, weil sie die kleinste Wette definiert.

HornetBet: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Anschluss

HornetBet tritt als internationale Plattform auf. Eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht; Sportwetten darf in der Schweiz nur veranstalten, wer eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS hält, und das sind zwei Anbieter. Eine Lizenz aus einem anderen Land entfaltet nach Art. 4 BGS hierzulande keine Wirkung. Die Plattform ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg; ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.

Was folgt daraus für den Spieler? Wer dort spielt, spielt nach den Bedingungen der Plattform und nicht nach Schweizer Recht. Beim Werben um Teilnehmende sind die Schweizer Grenzen dem Anbieter gegenüber nicht durchsetzbar. Kein Schweizer Spielerschutz, keine Schweizer Schiedsstelle und kein staatlicher Einzahlungsdeckel.

Der praktische Nutzen dieser Einordnung: Sie beantwortet eine Frage, die sich bei jedem Vergleich stellt. Wenn zwei Angebote auf dasselbe Sportprogramm Quoten stellen, sind sie dennoch nicht austauschbar, solange nur eines unter Schweizer Aufsicht steht. Für einen Vergleich zählt diese Unterscheidung mehr als jede Bonusbedingung.

myBet: bekannter Name, unverändert keine Zulassung

MyBet ist als Marke seit Jahren präsent und wirbt mit einem umfangreichen Sportprogramm. Für die Schweiz ändert die Bekanntheit nichts an der Rechtslage: Eine Schweizer Bewilligung fehlt, und die Plattform untersteht nicht der Schweizer Aufsicht. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung.

Für Spielende bedeutet das vor allem eines: Es gibt keine Schweizer Stelle, die ihre Bedingungen prüft, und kein Register, das eine Spielsperre auch bei diesem Anbieter durchsetzt. Eine selbst gesetzte Verlustlimite wirkt nur im System der Plattform selbst, und es gibt keine zweite Instanz, die sie kontrolliert. Wer ein Konto führt, sollte davon ausgehen, dass die Mechanismen, die in der Schweiz üblich sind, hier nicht gelten.

Wer den Anbieter dennoch in Betracht zieht, sollte ihn an denselben Massstab legen wie einen Schweizer Anbieter: Welche Limiten lassen sich setzen, wie werden Auszahlungen gehalten. Die Ausgangslage unterscheidet sich grundlegend, unabhängig von der Antwort auf diese Frage.

Betovo: junges Auftreten, gleiche Bewilligungslücke

Betovo positioniert sich als moderne Wettplattform mit einem breiten Programm. In der Schweiz fehlt die Bewilligung, und damit fehlt auch der Anschluss an das Sperrregister, an die Schweizer Aufsicht und an den Schweizer Rechtsweg. Eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS keine Wirkung; die Domains können über die Sperrliste blockiert werden.

Für die Bewertung heisst das: Die Plattform kann durchaus ein funktionierendes Produkt führen, aber sie tut es ausserhalb des Rahmens, der Schweizer Sportwetten definiert. Wer weiss, was er sucht, findet diese Einordnung nützlich — nicht als Ausschluss, sondern als Positionsbestimmung.

Für einen Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz ist die relevante Frage nicht, ob die Plattform existiert, sondern ob sie irgendwann erreichbar bleibt. Der Sperrmechanismus arbeitet schnell, und ein blockiertes Angebot ist kein Angebot mehr.

BassBet: im Graubereich der Sperrliste

BassBet ist eine weitere internationale Plattform in derselben Kategorie. Keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung ausländischer Konzessionen hierzulande, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Eine Aufnahme auf die Sperrliste ist jederzeit möglich.

Wer solche Plattformen vergleicht, sollte die Gemeinsamkeit nicht übersehen: Sie alle stehen vor derselben Schweizer Schwelle, und keiner von ihnen ist über sie hinweg. Eine Bewertung ist auf dieser Basis keine Qualitätsaussage über das Produkt, sondern eine Aussage über den Rechtsrahmen.

Die Frage nach dem Preis, den das kostet, lässt sich konkret machen. Bei einer Plattform ohne Sperrregister-Anschluss gibt es im Fall eines Streits keinen Schweizer Weg; bei einer bewilligten gibt es ihn. Das ist der ganze Unterschied, und er ist wichtiger als jede Quotendifferenz.

GG.BET: breites Programm ohne Schweizer Rahmen

GG.BET bietet ein sehr breites Sportprogramm und ist unter Wettenden international bekannt. Für die Schweiz gilt, was für die anderen Plattformen dieser Gruppe gilt: keine Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Lizenz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Schiedsweg. Auch hier kann die Gespa die Domains auf die Sperrliste setzen.

Bekanntheit und Zulassung sind zwei verschiedene Dinge, und die Schweiz prüft nur das zweite. Wer sich an einem Programm orientiert, das über die Grenzen hinaus anerkannt ist, sollte die Zulassungsfrage getrennt beantworten.

Ein Nutzen dieser Plattformen liegt in der Vergleichbarkeit des Produkts: Sie zeigen, welche Wettarten international üblich sind, und machen damit sichtbar, wie eng die Schweizer Liste ist. Genau deshalb sind sie hier aufgeführt.

FortuneJack: Krypto-Segment ohne Schweizer Bezug

FortuneJack bewegt sich im Segment der Plattformen, die Krypto-Einzahlungen anbieten. Für die Schweiz fehlt die Bewilligung, und es gibt keinen Anschluss an die Schweizer Spielerschutzsysteme; die Domains können über die Sperrliste blockiert werden.

Der Bezahlweg ist bei dieser Kategorie der eigentliche Unterschied zu Schweizer Anbietern. Bei den Schweizer Veranstaltern sind Einzahlung und Auszahlung an das eigene Konto gebunden, und Auszahlungen werden auf ein Konto in Namen des Teilnehmers geleistet. Wer Krypto nutzt, wählt dagegen einen Weg, der in der Schweiz nicht Teil der bewilligten Sportwette ist.

Wer diese Plattform in Betracht zieht, sollte sich über die Bewilligungslage im Klaren sein, bevor er über Bezahlwege nachdenkt.

BetLabel: Programm mit Gespa-Aufmerksamkeit

BetLabel gehört zur Gruppe der internationalen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz gilt in der Schweiz nicht, ein Anschluss an das Sperrregister besteht nicht, und der Schweizer Rechtsweg steht nicht offen. Die Aufsicht kann die Domains auf die Sperrliste setzen.

Was bei dieser Gruppe am meisten überrascht, ist die Selbstverständlichkeit, mit der Schweizer Spieler dort ein Konto eröffnen. Die Plattformen sind erreichbar, bis sie es nicht mehr sind. Die Sperrliste ist kein theoretisches Instrument — sie ist ein Verzeichnis mit einer laufenden Nummer, und sie wächst.

Aus Schweizer Sicht bleibt die Bewertung damit in einem Punkt offen und in einem anderen klar: Das Produkt kann gut sein, die Zulassung ist es nicht.

Jackbit: grosses Casino-Angebot, kein Schweizer Sportwettenrecht

Jackbit ist als Plattform mit einem Schwerpunkt auf Casino-Inhalten bekannt; Sportwetten gehören ebenfalls zum Programm. In der Schweiz fehlen Bewilligung und Anschluss an das Sperrregister; eine Sperrung über die Liste der Aufsicht ist möglich. Casino und Sportwetten sind getrennte Bewilligungen — wer in der Schweiz spielt, sollte die beiden Bereiche nicht vermischen.

Wer auf einer internationalen Plattform sowohl Casino als auch Sportwetten nutzt, sollte den Umfang dieser Nutzung kennen. Die Zahl der Spiele, die in der Schweiz bewilligt sind, ist begrenzt; die Zahl der Spiele auf einer internationalen Plattform ist es nicht. Das ist kein Argument für eine Sperrliste, aber ein Argument dafür, sich über den Umfang des eigenen Spiels im Klaren zu sein.

Unter Schweizer Aufsicht gibt es keinen Sportwettenanbieter mit Casinobewilligung — die Bereiche sind getrennt.

Wann eine Prognose ihr Geld wert ist

Die Antwort auf die Titelfrage lautet nicht: immer oder nie. Sie lautet: unter Bedingungen, und wer sie kennt, spart mehr als mit jedem Bonus.

Die erste Bedingung ist die Prüfbarkeit. Eine kostenlose Prognose, die ihre Bilanz offenlegt, nützt mehr als eine, die nur Treffer zeigt. Die zweite Bedingung ist der Preis. Eine Prognose, die für sich beansprucht, eine Quote von 3.00 zu einem sicheren Wert zu machen, ist keine Prognose, sondern Werbung. Die dritte Bedingung ist der Anbieter: In der Schweiz sind es zwei, und ihre Angebote sind so verschieden, dass sie nicht austauschbar sind.

Wer die Marge im Hinterkopf behält, wird vorsichtiger, und das ist der Sinn dieser Seite. Eine Prognose kann beim Auswählen helfen; sie kann nicht garantieren. Wer das weiss, kann sie nutzen.

Häufige Fragen zu kostenlosen Wettprognosen

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?

Eine Prognose entsteht aus vier Grössen: der Form der letzten Spiele, dem Heimvorteil, statistischen Vergleichswerten wie Abschlüssen und Chancenqualität und schliesslich dem Vergleich mit der angebotenen Quote. Dazu kommen Aufstellungen, Verletzungen und Sperren. Die Schätzung steht am Anfang, der Preis kommt zuletzt — nicht umgekehrt.

Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?

Weil jede Prognose eine Wahrscheinlichkeit schätzt, also eine Aussage über viele ähnliche Fälle, nicht über ein einzelnes Spiel. Sie kann in 55 von 100 Fällen richtig liegen und die übrigen 45 verlieren. Der Ausgang bleibt offen, und keine Vorhersage verändert die Chance, dass sie eintrifft.

Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?

Die Quote ist der Preis, zu dem die Wette angeboten wird. Aus ihr lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit des Marktes ablesen: der Kehrwert der Quote, bereinigt um den Einbehalt. Nur im Abstand zwischen eigener Schätzung und diesem Preis liegt der Wert — eine richtige Prognose zu einem schlechten Preis zahlt sich nicht aus.

Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?

Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter von allen Einsätzen eines Marktes einbehält. Bei einem Zweiwegemarkt mit 1.90 und 1.90 liegt die Auszahlungsquote rechnerisch bei rund 95 %, die Marge also bei etwa 5 %. Sie verschiebt den nötigen Vorteil nach oben: Wer die Marge nicht einrechnet, hält eine Wette für wertvoll, die es nicht ist.

Betting on a forecast is legal only at the two organisers with a permit: Swisslos with the product Sporttip and the Loterie Romande with Jouez Sport. Each serves its own area — Swisslos the German-speaking cantons, Ticino and Liechtenstein, the Loterie Romande the six western cantons. A foreign licence has no effect in Switzerland.

Wie verlässlich sind Prognosen für Turniere im Vergleich zu Ligaspielen?

Turnierprognosen sind weniger belastbar. In einer Liga stehen sich dieselben Mannschaften zweimal pro Saison gegenüber, die Vergleichsbasis wächst mit jedem Spieltag. Bei einem Turnier gibt es wenige Begegnungen und eine kurze Vorbereitung. Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 wurde vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 gespielt; solche Vorhersagen bleiben Einzelfälle.

Inhalt erstellt vom Team «gratistippsch.com»