Heinz-Sportwetten verstehen: sechs Tipps, 57 Wetten, ein Budget

Updated Oktober 2026
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Sechs Auswahlen, 57 Einzelwetten, ein einziger Wettschein. Die Heinz-Wette ist keine Wette im landläufigen Sinn, sondern ein Bündel: Sie deckt jede mögliche Kombination ab dem Doppel ab und lässt damit Wetten laufen, an die man beim Ausfüllen des Scheins gar nicht denkt. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, sieht danach jede Kombiwette mit anderen Augen.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Bleistift und einem Radiergummi auf einem hellen Holztisch im Tageslicht.
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht.

In der Schweiz hat das Bündel einen engen Rahmen. Sportwetten dürfen hier nur zwei Veranstalter anbieten, und das Angebot folgt einer geschlossenen Liste der Aufsichtsbehörde. Was ein Heinz ist, lässt sich trotzdem überall verstehen. Wo er sich spielen lässt, ist eine ganz andere Frage — und die beantwortet dieses Mal die Wohnadresse mit.

29. Oktober 2026 — Stand der Bewilligungen, Limiten und Spielregeln, abgeglichen mit den veröffentlichten Bedingungen der Veranstalter und der Aufsicht der Gespa.

Was eine Heinz-Wette ist: 57 Wetten und kein Einzeltipp

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht. Das ist keine Erfindung eines Marketingteams, sondern eine Rechnung: Alle möglichen Mehrfachwetten über sechs Auswahlen ergeben genau diese 57 Positionen.

Ein Fussball liegt auf dem Rasen eines leeren Stadions am frühen Abend, dahinter erheben sich schneebedeckte Berge unter klarem Himmel.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10'000, für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Die Zusammensetzung ist fest und lässt sich nachzählen. Die 57 Einzelwetten einer Heinz-Wette setzen sich aus 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette zusammen; Einzelwetten auf die Auswahlen sind nicht enthalten. Der letzte Halbsatz ist der wichtigste. Wer sechs Einzeltipps abgibt, hat sechs Chancen. Wer einen Heinz abgibt, hat keine einzige Einzelwette — er hat 57 Kombinationen, und die kleinste davon braucht zwei Treffer.

Genau dort liegt die Schwelle. Bei einer Heinz-Wette müssen mindestens zwei Auswahlen gewinnen, damit es einen Ertrag gibt; eine einzelne richtige Auswahl genügt nicht. Ein Einser zahlt nichts, egal wie gut die Quote war. Das ist der Preis der Breite.

Wer den Namen sucht, landet bei einer Konservendose. Der Heinz heisst nach der berühmten 57 des Lebensmittelherstellers, und die Zahl aus der Werbung passt zufällig genau auf die Zahl der Kombinationen. In den Wettglossaren hat sich der Name verselbstständigt. Ein Heinz deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab — mehr steckt nicht dahinter.

Grundlagen: Doppel, Dreier, Vierer und die Familie der Full-Cover-Wetten

Der Heinz steht in einer Reihe mit zwei grösseren Geschwistern. Der Heinz hat sechs Auswahlen, der Super Heinz sieben und der Goliath acht; alle drei zählen zu den Full-Cover-Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachwetten über eine bestimmte Anzahl von Auswahlen umfassen. Der Fachbegriff beschreibt also nichts anderes als das Prinzip, das oben schon sichtbar wurde: alles ab dem Doppel, nach oben offen bis zur Vollkombination.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Pfeilen und Kästchen liegt neben einer Kaffeetasse auf einem Schreibtisch am Fenster.
Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf 7 Auswahlen und umfasst 120 einzelne Wetten.

Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf 7 Auswahlen und umfasst 120 einzelne Wetten: 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünffach-, 7 Sechsfach- und 1 Siebenfachwette. Wer die Zahlenreihe des Heinz kennt, sieht das Muster sofort. Eine Auswahl mehr, und die Zahl der Positionen steigt von 57 auf 120 — mehr als das Doppelte, weil jede neue Auswahl mit allen bereits vorhandenen Kombinationen verknüpft wird.

Diese Zahlen sind keine Nebensache, sie sind der Kern der Entscheidung. Wer zwischen Heinz und Super Heinz wählt, wählt nicht zwischen zwei Varianten desselben Produkts, sondern zwischen zwei völlig verschiedenen Budgets. Der 120er braucht mehr Geld, und er braucht mehr Treffer, damit sich die Sache trägt. Wer mit sechs Auswahlen schon unsicher war, wird mit sieben nicht plötzlich sicherer.

Und dann ist da noch die Abgrenzung nach unten. Eine gewöhnliche Kombiwette mit sechs Positionen ist eine Wette, die alles oder nichts kennt. Der Heinz kennt dazwischen einen ganzen Korridor: drei Treffer, vier Treffer, fünf Treffer — jeder dieser Fälle zahlt etwas aus, weil die kleineren Kombinationen mitgewonnen haben. Das ist der eigentliche Unterschied, und er ist psychologisch nicht harmlos. Ein System, das oft ein bisschen zurückzahlt, fühlt sich erfolgreicher an als eines, das selten viel zahlt. Die Rechnung sieht anders aus als das Gefühl.

Wo sich eine Heinz-Wette überhaupt bilden lässt

Ein Heinz lebt von sechs Auswahlen aus verschiedenen Ereignissen. In der Schweiz ist die Auswahl an Wettmärkten keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage der Zulassung. Der erlaubte Wettinhalt ist eine geschlossene Liste: die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Wer eine Systemwette bauen will, baut sie aus dieser Liste.

Das hat handfeste Folgen. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur dann. Ranglistenwetten sind erlaubt, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fehlen ganz. Dazu kommt, was alles nicht auf der Liste steht: keine Eckball- und keine Kartenmärkte, kein Esport-Bereich. Gerade die Nebenmärkte, mit denen sich im Ausland gern Kombinationen aufblasen lassen, sind hier gar nicht verfügbar.

Wer sechs Auswahlen sucht, sollte deshalb nicht erst am Samstagabend anfangen. Die sechs Positionen müssen sich aus verschiedenen Sportarten, Wettbewerben und Anstosszeiten zusammensuchen lassen, und bei einer begrenzten Marktpalette geht das nicht mehr aus dem Handgelenk. Es ist ein Unterschied, ob man aus hundert Märkten auswählen kann oder aus einem Dutzend. Und weil abhängige Ereignisse derselben Veranstaltung nicht frei kombinierbar sind, fällt auch die bequeme Lösung weg, sechs Märkte aus einem einzigen Spiel zu ziehen.

Auf der anderen Seite steht die Rücksicht auf den Rhythmus. Weil alle Positionen eines Heinz voneinander abhängen, entscheidet sich das Schicksal der Wette über Tage hinweg. Wer das nicht aushält und am zweiten Abend den Cash-Out drückt, hat kein System gespielt, sondern eines weggeworfen. Dazu unten mehr.

Warum zwei Treffer genügen und trotzdem nichts garantiert ist

Die Verlockung beim Heinz ist die Rückversicherung. Fünf von sechs richtig, und es zahlt trotzdem etwas aus. Das stimmt, und es ist genau der Punkt, an dem die meisten falsch rechnen.

Zwei Treffer bedeuten genau eine Doppelwette im Ertrag. Bei drei Treffern sind es drei Doppel plus ein Dreier, bei vier Treffern sechs Doppel, vier Dreier und ein Vierer. Die Zahl der gewinnenden Positionen wächst also nicht linear, sondern immer schneller, und deshalb fällt der Unterschied zwischen vier und fünf Treffern so gross aus. Das ist keine Zauberei, sondern Kombinatorik.

Die Kehrseite: Ein Heinz mit einem einzigen Treffer zahlt nichts, obwohl fünf von sechs Tipps richtig waren. Wer diesen Fall nicht auf dem Schirm hat, erlebt ihn als Ungerechtigkeit. Aus der Sicht des Wettscheins ist er schlicht eine Folge der Regel, dass Einzelwetten nicht enthalten sind. Genau eine Auswahl war zu wenig.

Wer wissen will, was das System tatsächlich kann, muss zwei Dinge trennen: die Häufigkeit, in der sich etwas auszahlt, und die Höhe dessen, was am Ende auf dem Konto landet. Die Häufigkeit steigt mit der Zahl der Positionen. Die Höhe steigt mit den Quoten. Beides zugleich zu bekommen, ist der eigentliche Kunstgriff und nicht der Automatismus, für den die Systemwette gern gehalten wird.

Einsatz, Quoten und was ein Heinz zurückzahlt

Der wichtigste Satz für jeden, der sich zum ersten Mal mit Systemwetten befasst: Der Einsatz steht pro Position, nicht pro Wettschein. Wer CHF 1 pro Linie setzt, gibt CHF 57 aus. Wer CHF 10 pro Linie setzt, gibt CHF 570 aus. Nicht das Häkchen im Formular kostet, sondern die Zahl der Linien.

Dazu die zweite Mechanik. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Für einen Heinz bedeutet das nichts anderes, als dass jede der 57 Positionen einzeln gerechnet und dann zusammengezählt wird. Von der Gesamtquote eines Sechsers, der aus sechs Favoriten gebaut ist, bleibt nach der Rundung erstaunlich wenig übrig. Rundung ist selten dramatisch, aber sie ist auch nie zu Ihren Gunsten.

Nun zur Bandbreite, und dafür ein Rechenbeispiel, das ausdrücklich keine echte Quote und keine echte Wette ist. Angenommen sechs Auswahlen mit Quoten zwischen 1.50 und 2.50, im Mittelfeld also, und ein Einsatz von CHF 1 pro Linie. Die Bandbreite dessen, was zurückkommt, liegt zwischen null und einem zweistelligen Betrag — und wo genau man landet, entscheidet nicht die Qualität der Auswahl, sondern die Zahl der Treffer.

Treffen nur zwei Auswahlen, und zwar zwei niedrig quotierte, ist der Rückfluss aus einer einzigen Doppelwette minimal. Treffen vier oder fünf, kommen mehrere Doppel, Dreier und Vierer ins Spiel, und der Rückfluss kann den Einsatz von CHF 57 übersteigen. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 1 pro Linie zahlt eine einzelne Linie CHF 2.50 zurück; zwei solche Quoten in einem Doppel ergeben bereits CHF 6.25. Die Bedingung des Ergebnisses lautet also: Je mehr Treffer über der Zweierschwelle, desto eher trägt sich der Einsatz. Bei den Quoten in diesem Beispiel braucht es mindestens vier Treffer, damit die Summe über CHF 57 steigt — das ist die Bedingung, und sie ist der eigentliche Informationsgehalt des Beispiels.

Diese Rechnung ist eine statistische Schätzung, kein Versprechen, und sie trifft keine Aussage darüber, ob die Auswahlen überhaupt gewinnen. Sie sagt nur, was unter der Annahme eines bestimmten Treffermusters auf dem Wettschein steht. Wie wahrscheinlich dieses Muster ist, steht in keiner Quote.

Die Marge in der Quote: was die 57 Positionen mitnehmen

Quoten sind keine Naturkonstanten. In jedem Preis steckt der Anteil, den der Veranstalter für sich behält, und dieser Anteil lässt sich ausrechnen. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes; die Marge ist die Differenz auf 100 %. Ein 1X2-Markt mit drei Quoten, deren Kehrwerte zusammen 1,05 ergeben, zahlt also rund 95 % der Einsätze zurück und behält rund 5 % ein.

Beim Heinz tritt dieser Mechanismus nicht einmal auf, sondern 57 Mal. Jede Position hat ihren eigenen Preis, und in jedem Preis sitzt derselbe Anteil. Man kann sich das ansehen, als würde der Veranstalter für die Organisation des Bündels eine Gebühr in jeder Linie erheben. Addiert man die Margen über 57 Positionen, kommt ein Betrag zusammen, der in keinem Wettschein als Zeile auftaucht und trotzdem bezahlt wird.

Was daraus folgt, ist nüchtern: Die Systemwette verbessert die Quoten nicht. Sie vervielfacht die Gelegenheiten, in denen dieselbe Marge greift. Zwei Anbieter mit unterschiedlich tiefen Margen liegen auf einem einzelnen Tipp vielleicht fünf Prozentpunkte auseinander; auf 57 Positionen summiert sich derselbe Unterschied zu spürbaren Beträgen. Das ist der Grund, weshalb ein Vergleich der Quoten vor dem Bau eines Heinz kein Luxus ist, sondern Rechnen, das sich unmittelbar niederschlägt.

Wer in der Schweiz eine Alternative sucht, findet sie nicht in einem billigeren Markt, sondern in einem anderen Umgang mit dem Einsatz. Die Zwei-Veranstalter-Regel unten erklärt, warum der Wettbewerb hier oben nicht stattfindet. Auf der französischsprachigen Seite gibt es andere Zahlen und andere Grenzen. Der Vergleich lohnt sich in jedem Fall.

Was passiert, wenn ein Spiel nicht gespielt wird

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder innerhalb des Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückgezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Man muss den Satz zweimal lesen, um seine Wirkung zu erfassen.

Für einen Heinz heisst das: Eine abgesagte Auswahl wird nicht zur verlorenen Wette, sondern zu einer Linie ohne Einfluss. Alle Kombinationen, in denen sie vorkam, rechnen mit dem Faktor eins weiter — sie fallen also nicht aus, sondern leben mit einer Position weniger. Das ist für den Spielenden die freundliche Variante. Wer zwei Positionen verliert, hat vier übrig, und das System spielt noch.

Ist ein Ereignis abgesagt, kann ein Heinz kurzfristig zu einem kleineren System schrumpfen. Das verändert die Ertragskurve, ohne dass der Spielende etwas falsch gemacht hat. Wer in der Nacht vor dem Anstoss eine Verschiebung bemerkt, muss deshalb nicht davon ausgehen, dass sein Bündel gestorben ist. Wer dagegen wegen der Absage Panik bekommt und den Wettschein nachträglich umbauen will, hat schlechte Karten: Die Regeln greifen von selbst, ohne Zutun des Spielenden.

Bleibt der Livebereich, in dem manches enger ist. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die Grenze zwischen «noch rechtzeitig» und «zu spät» verschiebt sich also in den Sekundenbereich. Wer live nachsetzen will, tut das auf eigenes Risiko, und niemand kann ihm garantieren, dass die Quote noch dieselbe ist.

Der Cash-Out verdient an dieser Stelle einen eigenen Absatz, weil er beim Heinz verlockend wirkt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Ein Heinz über sechs Positionen läuft über mehrere Tage. Das ist genau die Situation, in der ein Cash-Out-Knopf anfängt zu locken. Wer ihn drückt, verkauft das Bündel unter Wert — die Differenz zum möglichen Gewinn ist der Preis der Bequemlichkeit. Wer ihn nie drücken will, sollte sich das vorher sagen, nicht im dritten Innings um Mitternacht.

Was ein Heinz am Ende kostet

Eine Systemwette ist kein billiges Vergnügen. Der Preis steht in der Grundrechnung: 57 Positionen zu CHF 1 sind CHF 57, und wer CHF 5 pro Linie setzt, gibt CHF 285 aus. Das ist nicht der Fehler des Systems, das ist das System.

Bei Sporttip gibt es dafür klare Grenzen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für einen Heinz mit CHF 120 pro Linie wäre deshalb Schluss, obwohl die Einzelwettengrenze von CHF 1’000 gar nicht erreicht wird. Die Systemlilimite ist die relevante Zahl. Ein Blick in das eigene Budget vor dem Ausfüllen ist billiger als ein abgelehnter Wettschein.

Bei Jouez Sport rechnet das Haus anders. Der Mindesteinsatz beträgt online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Ein Heinz ist keine Multiple im engeren Sinn — dafür braucht es zwei bis zehn Vorhersagen — aber die Zahlen zeigen, dass die beiden Häuser mit Systemen unterschiedlich umgehen. Wer dort eine Super-Heinz-Variante bauen will, muss die Gesamtsumme im Auge behalten.

Wer klein spielen will, für den ist der Heinz die falsche Bauform. Das ist die ehrlichste Aussage, die sich über diese Wette treffen lässt. Wer CHF 5 übrig hat, fährt mit einer Kombiwette auf drei oder vier Auswahlen weiter, weil er dann wenigstens einen realistischen Anteil des Budgets auf eine Position setzt. Der Heinz verteilt das Geld so breit, dass keine einzelne Position mehr ins Gewicht fällt.

Wo die Marge bei einer Auszahlung mitrechnet

Es gibt eine zweite Stelle, an der die Marge auftaucht, und sie ist für Systemwetten wichtiger als die Quotenmarge: die Bewertung des Einsatzes als gerechnet. Wir haben oben gesehen, was ein Heinz unter einem bestimmten Treffermuster zurückgibt. Nun die Gegenrichtung — was die Masse der Fälle kostet.

Der Mechanismus ist derselbe wie bei einer einzelnen Wette. Eine Kombination mit zwei Positionen zahlt das Produkt der beiden Quoten; eine Kombination mit vier Positionen zahlt das Produkt von vier Quoten. Je mehr Positionen in einer Linie stecken, desto grösser die potenzielle Auszahlung und desto kleiner die Chance, sie zu erreichen. Ein Heinz ist damit eine Wette auf die Genauigkeit der eigenen Auswahl, verpackt in 57 Gelegenheiten.

Das lässt sich mit den Zahlen dieses Abschnitts nachvollziehen. Sechs Positionen, Quoten zwischen 1.50 und 2.50, Einsatz von CHF 1 pro Linie. Der Sechser zahlt bei einem Produkt an der oberen Kante mehr als CHF 240 pro Linie — aber nur bei sechs richtigen. Der Dreier in der Mitte zahlt oft weniger als der Mindesteinsatz zurück. Ein System, das viele kleine Töpfe aufstellt und einen grossen daneben, fühlt sich beim Aufbau gut an und fühlt sich beim Auszahlen dünn an.

Wer diese Rechnung kennt, baut seinen Heinz anders. Statt sechs Favoriten mit Quoten um 1.20 nimmt er Auswahlen, deren Kombinationen tatsächlich etwas wert sind, und er reduziert die Zahl der Positionen, wenn das Budget knapp ist. Das ist keine Garantie. Es ist nur die einzige Stelle, an der der Spielende überhaupt Einfluss hat.

Die Schweiz hat zwei Wege, und keine dritten

Die Rechtslage in der Schweiz ist kurz und endgültig. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt sie, und es gibt keine weiteren. Die Aufsichtsbehörde führt keine Liste zusätzlicher Buchmacher, weil keine existieren — sie führt die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Der erste der beiden ist Swisslos mit dem Produkt Sporttip. Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung mit einer Bewilligung pro Spiel. Das Servicegebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der zweite ist die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport, zuständig für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden. Wer in Genf wohnt, findet dort sein Angebot; wer in Zürich wohnt, findet es nicht.

Die Bewilligung gilt nur für die Schweiz. Ein ausländisches Angebot, das sich auf eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland beruft, hat hier keine Geltung. Das ist keine Bewertung, sondern Art. 4 BGS. Die beiden Gruppen von Anbietern lassen sich deshalb nicht ineinander rechnen.

Wie die Regeln das Angebot formen

Hinter den zwei Namen steht ein Erlaubnisrahmen, der die Form des Angebots bestimmt. Sportwetten sind online ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), geregelt in Art. 3 lit. c und e. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1.1.2021 in Kraft. Die ESBK ist nicht zuständig — sie beaufsichtigt ausschliesslich Casinos.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS). Sie gilt nur für die Schweiz (Art. 4 BGS). Wer ein Onlinekonto eröffnen will, braucht Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Gebiet des Veranstalters. Der Reingewinn fliesst in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).

Das ist der eigentliche Grund für die enge Struktur. Der Schweizer Sportwettmarkt ist kein Wettbewerbsmarkt, sondern ein Auftrag mit öffentlichem Zweck. Wo es keinen Wettbewerb gibt, gibt es auch keinen Preiskampf um die Marge. Wer in der Schweiz auf Sport wettet, tut das zu Bedingungen, die der Rahmen und nicht ein Konkurrenzdruck geformt hat.

Was gewettet werden darf und was nicht

Der Katalog in der Schweiz ist eine geschlossene Liste. Die Gespa veröffentlicht die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Nur Sportereignisse sind erlaubt: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen fallen weg. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Die Detailregeln zeigen, wie eng die Liste geführt wird. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Eckball- und Kartenmärkte erscheinen nicht, Esport ebenfalls nicht.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, überall dort, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt. Das Gesetz enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Der Cash-Out ist nicht reguliert und nur als Funktion des jeweiligen Anbieters zu beschreiben — bei Sporttip als vollständiger Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor dem Spiel und live, bei Online-Wetten.

Was Virtual Sports angeht, bleibt die Rechtslage offen. Dazu gehört keine Aussage auf diese Seite. Esport taucht in der Liste der Aufsichtsbehörde nicht auf, und mehr ist dazu nicht zu sagen.

Der Schutz der Spielenden: Limiten, Sperren, Registrierung

Die Schweiz kennt keinen festen gesetzlichen Einzahlungsdeckel für Sportwetten. Die Limiten setzt der Spielende selbst, und das ist keine Freiheit ohne Pflichten: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für den täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden; die beiden Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Bei Swisslos stehen die konkreten Werte. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Zahl 72 ist hier wichtig: Wer spontan mehr spielen will, kann das nicht am selben Abend.

Zur Sperre: Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ein freiwilliger Ausschluss kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer ausgeschlossen oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Zur Registrierung: Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS), und es gilt ein Konto pro Person mit verifizierter Identität (Art. 47-52 VGS). Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und nur eine Registrierung pro Person; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Ein Kontrollpunkt verdient eine eigene Zahl. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch, und an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer annimmt, die stationäre Annahme sei strenger als die Online-Registrierung, sollte diese Zahl kennen. Bei Systemwetten mit vielen Einzelwetten summiert sich der Einsatz schneller, als es auf den ersten Blick wirkt, und genau deshalb ist die selbst gesetzte Limite das wirksamste Werkzeug, das ein Spielender hat.

Zahlungen und Steuern: was vom Gewinn übrig bleibt

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und ein Kredit an Spielende ist unzulässig (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen und nirgends sonst.

Die Steuerfrage ist für den normalen Spielenden beruhigend. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden nur darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, also je nach Kanton. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender bleibt weit darunter, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf seinen Gewinn. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht.

Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer dort spielt, sollte das wissen. Diese Angaben sind allgemeine Information; im Zweifel ist ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.

Werbung und Gratisspielguthaben

Die Regeln zur Werbung sind knapp und streng. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder ausgeschlossene Personen abzielen (Art. 74 BGS). Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Ein Zeitverbot für Werbung existiert nicht.

Gratisspiele und Gratisguthaben benötigen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und -bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer ein Gratisguthaben erhält, sollte die Bedingungen lesen, bevor er das erste Mal setzt — nicht danach.

Die Anbieter im Vergleich

Anbieter Status Organisator / Lizenz
Swisslos Sporttip Mit Schweizer Bewilligung Swisslos (Sporttip)
Loterie Romande Jouez Sport Mit Schweizer Bewilligung Loterie Romande (Jouez Sport)
MyStake Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
HighFlyBet Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
Duelbits Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
Rollbit Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
Boomerang Bet Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
Unibet Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
Sportuna Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz
Fezbet Ohne Schweizer Bewilligung Keine Schweizer Lizenz

Beide Schweizer Veranstalter setzen ihre eigenen Grenzen, und sie liegen weit auseinander. Bei Swisslos Sporttip beginnt der Mindesteinsatz bei CHF 1 und endet beim Höchsteinsatz von CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Bei der Loterie Romande gilt ein Mindesteinsatz von CHF 2 online und CHF 3 an der Verkaufsstelle, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Vorhersagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die beiden Häuser gegenüberzustellen ist der nüchterne Teil der Sache. Die Unterschiede bei den Limiten entscheiden stärker über die Nutzbarkeit eines Heinz als jede Werbeaussage: Ein Systemwetter mit einem grossen Budget wird in der Deutschschweiz eher fündig, wer in der Westschweiz wohnt, hat es mit einer engeren Systemgrenze zu tun.

Swisslos Sporttip: der grosse Katalog mit Systemobergrenze

Swisslos betreibt Sporttip als eines der beiden konzessionierten Angebote der Schweiz. Der Veranstalter ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) durchführt; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, beaufsichtigt von der Gespa.

Der Zugang ist auf das Vertragsgebiet beschränkt. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Wer ausserhalb wohnt, kann kein Konto eröffnen. Die Registrierung verlangt 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und nur eine Registrierung pro Person; die Ausweisdaten werden ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Für Systemwetten ist vor allem eine Zahl entscheidend: CHF 10’000 als Höchsteinsatz. Das klingt grosszügig, und es ist es auch, aber nur im Vergleich zur Einzelwettengrenze von CHF 1’000. Die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer eine Super-Heinz-Variante mit hohem Einsatz plant, sollte die Grenze also nicht als Konstante einplanen.

Dazu kommen die Regeln für den laufenden Betrieb. Bei voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung ist die Kombination nur über die Bet-Builder-Funktion möglich; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für einen Heinz, der sechs Positionen braucht, ist das eine relevante Einschränkung, wenn die Auswahlen aus derselben Liga stammen.

Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Vorhersagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Vorhersagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Ein Heinz mit sechs Auswahlen kann die Vier-Schwelle überschreiten, wenn die Quoten hoch genug sind — aber nur online. An der Verkaufsstelle gibt es den Boost nicht.

Die Quoten- und Profitboosts bei Sporttip gelten ebenfalls nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, wobei Profitboosts den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost in einem System verrechnet, sollte also wissen, dass er ihn auflöst, sobald er den Cash-Out drückt.

Bei den Auszahlungen gibt es nichts Ausgefallenes: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus der Gesamtquote, auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet. Fällt ein Ereignis aus und wird nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, wird die Voraussage in Kombinationen mit Quote 1.00 gewertet, Einzelwetten werden zurückgezahlt.

Ein Urteil: Wer in der Deutschschweiz wohnt und einen Heinz mit grösserem Budget plant, hat hier die einzige praktikable Adresse — die Systemgrenze von CHF 10’000 ist die grosszügigere der beiden, und der Kombiboost belohnt Kombinationen ab vier Auswahlen. Die Kehrseite liegt im Bündel selbst: Der Bet-Builder-Vorbehalt macht Kombinationen aus derselben Veranstaltung umständlich, und die Bet-Builder-Regel erklärt auch, warum der Katalog im Vergleich zum Ausland schmal wirkt. Bei einem Heinz lässt sich der Cash-Out-Verlust des Boosts nur vermeiden, wenn man das Bündel durchlaufen lässt — und das ist leichter gesagt als drei Tage durchgehalten.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Alternative

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Der Veranstalter nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Auch hier gilt die Bewilligung der Gespa für ein Grossspiel mit Veranstalterbewilligung und Bewilligung pro Spiel.

Die Zugangslogik ist dieselbe wie bei Swisslos, nur mit anderer Landkarte. Wer in einem der sechs Kantone wohnt, kann ein Konto eröffnen; wer ausserhalb wohnt, nicht. Die Registrierung verlangt die Volljährigkeit und einen Wohnsitz in der Schweiz, praktisch im Servicegebiet. Die beiden Veranstalter deckten zusammen die ganze Schweiz ab — aber kein einzelner von ihnen tut es.

Bei den Limiten liegt Jouez Sport deutlich enger. Der Mindesteinsatz beträgt online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten ist CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 an Einsatz enthalten. Für eine Systemwette mit vielen Positionen ist das eine spürbare Grenze: Wer CHF 500 pro Wette als Obergrenze hat, kann bei einem Heinz mit CHF 1 pro Linie arbeiten, aber bei CHF 10 pro Linie nicht mehr aus dem Vollen schöpfen.

Die Gewinngrenzen sind ebenfalls festgeschrieben. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Vorhersagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Für einen Heinz mit sechs Positionen liegt das weit innerhalb des Rahmens, aber wer sehr hohe Quoten kombiniert, stösst irgendwann an die 100’000.

Ein Urteil: Wer in der Westschweiz wohnt, findet hier den einzigen Zugang zu einer konzessionierten Schweizer Sportwette, und die engere Einsatzgrenze macht sich beim Heinz früher bemerkbar als bei einer einzelnen Wette — wer CHF 500 pro Wette als Obergrenze hat, kann ein System mit hohem Linieneinsatz nicht bauen. Das Netz mit 2’350 Verkaufsstellen ist dabei kein Marketingargument, sondern ein praktischer Vorteil für alle, die ihren Wettschein lieber an der Theke abgeben als am Bildschirm. Wer dort mit einem kleinen Budget einen Heinz versucht, wird die Einsatzgrenze selten berühren, aber auch selten von der Breite profitieren.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Zu den geprüften Angeboten gehören auch die ausländischen Anbieter, die Schweizer Spielende im Netz antreffen: MyStake, HighFlyBet, Duelbits, Rollbit, Boomerang Bet, Unibet, Sportuna und Fezbet. Alle acht teilen denselben Status: Sie haben keine Schweizer Bewilligung, und eine angegebene Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).

Was das praktisch bedeutet, ist schnell aufgezählt. Wer dort spielt, ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und hat keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die Sperrliste wurde erstmals am 3. September 2019 veröffentlicht und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains; blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Aufsicht als Domain-Hopping beschreibt. Wer eine gesperrte Adresse sucht, findet sie also oft schon kurze Zeit später unter einem neuen Namen.

Die Gruppe als «die sichere Wahl» zu präsentieren, wäre falsch, und sie als kriminell zu bezeichnen ebenfalls. Die ehrliche Formulierung lautet: Diese Anbieter operieren ausserhalb des Schweizer Systems. Daraus folgt, dass der Schweizer Spielerschutz dort nicht greift — nicht die Limitenpflicht, nicht das Sperrregister, nicht der Anspruch auf die Auszahlung auf ein eigenes Konto. Dass ein ausländisches Angebot mehr Wettmärkte zeigt als die Schweizer Liste, ist kein Zufall, sondern die Folge eines anderen Rechtsrahmens.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Steuern. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer dort gewinnt, hat also möglicherweise eine Steuererklärungspflicht, die er bei einem Schweizer Anbieter nicht hätte.

Die acht Namen stehen hier, weil Schweizer Spielende sie antreffen und weil ein Vergleich vollständig sein sollte. Sie sind keine Empfehlung. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS); deshalb bleibt es bei der Beschreibung.

Was die Wahl zwischen den Wegen entscheidet

Am Ende stehen zwei klar getrennte Wege, und keiner von beiden ist für alle richtig. Der erste Weg führt zu einem der beiden konzessionierten Veranstalter. Er bringt Schweizer Rechtsschutz, das Sperrregister, die Limitenpflicht und eine steuerfreie Auszahlung unterhalb des Freibetrags. Er bringt aber auch eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzbindung und eine Registrierung mit Ausweiskontrolle. Der zweite Weg führt zu einem ausländischen Anbieter mit einem anderen Katalog, aber ohne jede Schweizer Absicherung und mit einem steuerlichen Vorbehalt, der in manchen Kantonen greift.

Für einen Heinz-Wetter ist die Sache noch klarer als für einen Einzelwetter. Ein Heinz braucht sechs Positionen aus zugelassenen Märkten, ein Konto, das einen Systemschein überhaupt annimmt, und eine Einsatzgrenze, die zum Budget passt. Auf der Schweizer Seite gibt es dafür bei Sporttip eine Systemgrenze von CHF 10’000, in der Westschweiz eine engere Einzelwettengrenze von CHF 500, und in beiden Fällen eine Wohnsitzbindung, die keinen Spielraum lässt. Wer in der Schweiz wohnt und einen Heinz mit ernsthaftem Einsatz plant, richtet sich nach dem Veranstalter seines Wohnkantons — nicht nach dem, was ihm die passendste Oberfläche zu sein scheint.

Wer ausserhalb eines der beiden Gebiete wohnt, hat nur den zweiten Weg — mit allen Konsequenzen. Wer innerhalb wohnt, für den ist die Wahl keine Qualitätsfrage zwischen zwei Produkten, sondern eine Frage der Zugänglichkeit.

Die dritte Möglichkeit ist die, die keine Wette ist. Wer feststellt, dass der Heinz mit CHF 57 Einsatz seine Limiten reisst, hat das System nicht falsch verstanden, sondern richtig gerechnet. Genau dafür sind die Limiten da, die vor dem ersten Einsatz gesetzt werden.

Was diese Einordnung leistet und was nicht

Eine Heinz-Wette ist eine komplexe Systemwette, die eine genaue Planung des Budgets erfordert. Erfolg bei einer solchen Wette hängt von der richtigen Auswahl ab, und ein Treffer lässt sich niemals vorhersagen. Eine solche Wette sollte daher stets auf persönlichen Einschätzungen basieren und nicht auf dem Versprechen eines sicheren Gewinns.

Was ein Heinz liefert, ist eine Struktur — nicht mehr. Die Struktur macht aus sechs Meinungen 57 Positionen, und diese Struktur multipliziert den Einsatz, nicht die Sicherheit. Wer sie nutzt, sollte über das Budget entscheiden, bevor er über die sechs Auswahlen nachdenkt, nicht danach. Das ist die Reihenfolge, die den Unterschied macht.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Heinz-Wette und aus welchen Einzelwetten besteht sie?

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierfach, 6 Fünffach und 1 Sechsfach. Einzelwetten auf eine Auswahl sind nicht enthalten. Es braucht mindestens zwei Treffer, damit etwas ausgezahlt wird.

Was ist eine Heinz-Wette im Unterschied zu einer gewöhnlichen Kombiwette?

Eine Kombiwette bündelt alle Tipps in einer einzigen Wette, die nur gewinnt, wenn sämtliche Auswahlen richtig sind. Der Heinz legt dagegen jede Kombination ab dem Doppel als eigene Wette an und zahlt deshalb auch bei einem Teil der Treffer aus. Das erhöht die Zahl der Gewinnfälle, nicht die Sicherheit der Auswahl.

Wie hoch ist der Gesamteinsatz, wenn jede Einzelwette einer Heinz-Wette denselben Betrag kostet?

Der Gesamteinsatz ist der Betrag pro Linie mal 57. Bei CHF 1 pro Linie sind das CHF 57, bei CHF 10 pro Linie CHF 570. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000; eine Wette über dieser Grenze wird nicht angenommen. Der Einsatz pro Linie, nicht die Gesamtsumme, entscheidet über das Budget.

Was unterscheidet eine Super-Heinz-Wette von der einfachen Heinz-Wette?

Die Super-Heinz-Wette erweitert das Prinzip auf sieben Auswahlen statt sechs und umfasst 120 einzelne Wetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierfach, 21 Fünffach, 7 Sechsfach und 1 Siebenfach. Sie deckt damit mehr Kombinationen ab, verlangt aber auch einen höheren Gesamteinsatz und mehr richtige Tipps.

Darf in der Schweiz nur bei Swisslos und der Loterie Romande auf Sport gewettet werden?

Ja. Nach dem Geldspielgesetz dürfen Sportwetten in der Schweiz nur diese beiden Veranstalter anbieten: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS). Wer bei einem anderen Anbieter spielt, spielt ohne Schweizer Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsschutz und mit steuerlichen Vorbehalten je nach Kanton.

Inhalt erstellt vom Team «gratistippsch.com»