MLB-Wetten aus der Schweiz: zwei Wege, zwei Preise
Eine Wette auf die New York Yankees ist in Solothurn erlaubt. Ein Buchmacher, der sie annimmt, braucht dafür eine Bewilligung aus Bern und nicht aus Curaçao — und davon gibt es in der ganzen Schweiz genau zwei.

Stand: 29. Oktober 2026 — Bewilligungen und Veranstalterstatus geprüft gegen die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht, und die Angaben der Veranstalter selbst.
Major League Baseball läuft in einem Rhythmus, der jeden europäischen Ligenkalender sprengt. 162 Spiele pro Team in der Hauptrunde, fast jeden Tag ein Spiel, von Ende März bis Ende September. Wer aus der Schweiz darauf wetten will, trifft eine Vorentscheidung, lange bevor er die erste Quote ansieht: über welchen Weg er das überhaupt tut. Es gibt zwei, und sie sind nicht zwei Varianten derselben Sache, sondern zwei verschiedene Geschäfte mit zwei verschiedenen Rechtslagen. Der eine Weg führt zu einem Veranstalter mit eidgenössisch abgesegneter Bewilligung, mit Limiten, mit einem Sperrregister und mit einem Wettprogramm, das auf einer geschlossenen Liste steht. Der andere führt zu einem Anbieter, der in der Schweiz gar nicht auftreten darf, dessen Domains auf einer Sperrliste landen können und bei dem niemand für einen Auszahlungsstreit zuständig ist.
Das ist keine Moral, das ist eine Preisfrage. Und der Preis, um den es geht, ist nicht der Einsatz, sondern das, was man für ihn bekommt.
Der Spielplan diktiert, wann MLB-Wetten überhaupt möglich sind
Baseball ist die Sportart mit dem längsten Atem im Programm. Zwischen dem ersten Pitch der Hauptrunde und dem letzten Out der World Series liegen rund sieben Monate, und in dieser Zeit steht fast täglich etwas auf dem Wettprogramm. Das ist für einen Wettenden eine andere Situation als beim Fussball, wo der Kalender Lücken hat. In der MLB gibt es sie praktisch nicht — es sei denn, man sucht sie selbst.

Hauptrunde, Wild Card, Division Series, Championship Series, World Series
Jedes Team bestreitet in der Hauptrunde 162 Spiele. 30 Teams machen daraus eine Saison, die sich über ein halbes Jahr zieht und in der jedes einzelne Spiel für sich ein Wettereignis ist. Die Liga zerfällt in zwei Hälften mit je 15 Teams, unterteilt in drei Divisionen zu je fünf Teams. Die National League wurde 1876 gegründet, die American League 1901.
Aus dieser Struktur folgt etwas, das viele beim ersten Blick auf einen Baseball-Wettschein übersehen: Es gibt nicht «die Saison» als ein Ereignis, sondern zwei unterschiedliche Phasen mit sehr unterschiedlichem Charakter. In der Hauptrunde ist ein einzelnes Spiel ein Spiel unter 162. In der Postseason ist jedes Spiel das Ende einer Serie.
Seit 2022 spielen zwölf Teams in der Postseason: sechs Divisionssieger und je drei weitere Teams pro Liga. Die beiden bestplatzierten Teams jeder Liga sind für die Wild-Card-Runde gesetzt, die im Modus «Best of three» läuft. Danach folgen Division Series und Championship Series, die im Modus «Best of seven» gespielt werden — erstmals 1969 eingeführt. Die World Series wurde 1903 erstmals als «Best of nine» ausgetragen und wird heute ebenfalls «Best of seven» entschieden.
Der Rekordgewinner dieser Serie sind die New York Yankees mit 27 Titeln. Die World Series 2025 gewannen die Los Angeles Dodgers mit 4:3 gegen die Toronto Blue Jays, gespielt vom 24. Oktober bis zum 1. November 2025 im Rogers Centre in Toronto und im Dodger Stadium in Los Angeles. Im siebten Spiel stand es 5:4 für die Dodgers nach 11 Innings; Yoshinobu Yamamoto wurde zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt. Für die Dodgers war es der neunte Titel und, seit 2000, das erste Team mit zwei Titeln in Folge.
Was eine Serie für Kombiwetten bedeutet
Der Modus verändert die Wette, nicht nur den Kalender. Wer in der Hauptrunde eine Kombination aus mehreren Spielen desselben Tages baut, kombiniert Ereignisse, die unabhängig voneinander ablaufen. Wer in einer Playoff-Serie auf zwei Spiele desselben Duells setzt, tut das nicht mehr. Die beiden Ereignisse hängen zusammen: Wer Spiel 3 verliert, steht in Spiel 4 unter anderem Druck, der Auswurfplan ändert sich, ein angeschlagener Werfer fällt womöglich aus. Der Markt weiss das und bepreist es, aber die Kombination selbst trägt dieses Wissen nicht in dieselbe Richtung, wie es ein unabhängiges Paar tun würde.
In der Schweiz gibt es für genau diesen Fall eine ausdrückliche Regel bei Sporttip: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist kein Trick des Veranstalters, sondern der Versuch, eine unrealistische Quote gar nicht erst zustande kommen zu lassen.
Auf der anderen Seite steht die Frage, was überhaupt in die Wertung geht. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Diese Formulierung ist mit Blick auf Fussball geschrieben. Beim Baseball greift sie trotzdem: Extra Innings sind die Verlängerung, und ob sie in die Wette fallen, steht nicht im Kopf des Wettenden, sondern im Wettprogramm des Veranstalters. Wer eine Serie über fünf Spiele wettet, sollte vorher wissen, ob er Spiele oder das Weiterkommen wettet.
Der Postseason-Kalender ist zudem kurz und dicht. Wenn im Oktober zwei Serien parallel laufen, stehen an einem Abend bis zu vier Spiele zur Auswahl, und nach der Wild-Card-Runde kann es innerhalb von zwei Wochen vorbei sein. Wer MLB-Wetten als Dauerbeschäftigung betrachtet, wird also den grössten Teil seines Jahres in der Hauptrunde verbringen — und das ist die Phase, in der die Quoten am wenigsten über die Teams und am meisten über die einzelne Aufstellung sagen.
Die Lage in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Liste
Die Schweiz hat bei Sportwetten keinen regulierten Markt mit vielen Anbietern, sondern eine Zwei-Anbieter-Lösung. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019); die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, nicht die ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht einen Veranstalter und eine Bewilligung je Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Swisslos und Loterie Romande, zwei Spielgebiete
Die eine Hälfte dieser Lösung ist Swisslos. Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die andere Hälfte ist die Loterie Romande. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Diese Aufteilung ist der wichtigste praktische Punkt der ganzen Rechtslage, und sie wird in Gesprächen über Schweizer Sportwetten fast immer übersehen. Wer in Zürich wohnt, kann bei der Loterie Romande kein Onlinekonto eröffnen. Wer in Genf wohnt, keines bei Swisslos. Wer in Solothurn wohnt, sehr wohl — Solothurn liegt im Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Umzug über die Sprachgrenze wechselt den Veranstalter, nicht nur die Adresse.
Die Zahlen aus dem Sportwettengeschäft sind dabei kleiner, als die Aufmerksamkeit vermuten lässt. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Von den Lotterien also, nicht vom Sport, kommt der grösste Teil des Geldes, das am Ende bei den Verbänden landet.
Wie Quoten im Baseball zu lesen sind
Eine Quote ist kein Versprechen, sondern ein Preis. Sie sagt, was ein Einsatz einbringt, wenn die Voraussage zutrifft, und sie sagt durch ihre Höhe hindurch auch etwas darüber, wie der Veranstalter die Chance einschätzt. Wer das nicht auseinanderhält, liest aus einer Baseballquote eine Vorhersage heraus, die dort nicht steht.
Auszahlungsquote und Marge
Bei jeder Quote behält der Veranstalter etwas für sich. Die Auszahlungsquote, im Markt auch Quotenschlüssel genannt, ist der Anteil aller Einsätze eines Marktes, der an die Wettenden zurückfliesst: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus dieser Auszahlungsquote. Sie ist der Preis dafür, dass man überhaupt mit dem Veranstalter rechnen kann, und sie fällt auf jeden Fall an, ob die Wette gewinnt oder verliert.
Ein illustratives Zweiwetterennen macht das sichtbar. Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen und je einer Quote von 1.90 — ein Rechenbeispiel, kein abgerufener Preis. Zwei Kehrwerte von je 0’526 summieren sich auf 1’053, der Kehrwert davon ergibt eine Auszahlungsquote von rund 95 %. Damit liegt die Marge bei etwa 5 %. Wer 100 Franken auf beiden Seiten dieses Marktes gleichmässig verteilt, bekommt aus dem Gewinn 190 Franken zurück und hat 200 Franken eingesetzt. Die Differenz ist der Preis, und sie liegt in diesem Beispiel bei rund 5 % des Einsatzes.
Die Zahl ist eine Bandbreite und keine feste Grösse, weil sie an einem Punkt steht, den es so nur im Rechenbeispiel gibt. Bei einer Zweiwette mit zwei Ausgängen sind beide Seiten direkt gegeneinander gerichtet, und der Veranstalter hat keinen Anlass, den Preis künstlich zu strecken. Sobald aber ein dritter Ausgang dazukommt — Unentschieden bei Sportarten, die es kennen, oder eine Handicap-Variante — verteilt sich dieselbe Marge über mehr Quoten, und die einzelnen Preise werden knapper. Bei einem Markt mit vielen Ausgängen, etwa wer die World Series gewinnt, wo 30 Teams in einer Liste stehen, ist die Auszahlungsquote typischerweise deutlich tiefer, weil jede dieser 30 Quoten dieselbe Marge mittragen muss. Was in einem Zweiwetterennen 5 % sind, wird dort zu einem spürbar grösseren Abzug.
Für Baseball hat das eine konkrete Folge. Die drei- und mehrdimensionalen Märkte sind in der Hauptrunde nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Runs, Handicaps, Innings-Ergebnisse, Werfer-Duelle. Wer überwiegend auf solche Märkte setzt, zahlt über ein Jahr mehr als der, der bei einfachen Zwei-Weg-Märkten bleibt. Die Marge ist kein Skandal, sie ist das Geschäftsmodell. Aber es lohnt sich, sie pro Markt zu kennen, statt sie als Naturgesetz zu behandeln.
Der Gewinn einer Wette selbst rechnet sich schlicht: Einsatz mal Quote. Bei Kombinationen wird die Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten gebildet. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet — eine Regel, die bei Beträgen wie 37.68 Franken eine Rolle spielt und bei 37.60 nicht.
Was eine Quote über die Chance sagt — und was nicht
Eine Quote von 2.10 sagt nicht, dass etwas in 48 % der Fälle passiert. Sie sagt, was der Veranstalter als Preis setzt, nachdem er seine Marge eingerechnet hat. Die implizite Wahrscheinlichkeit, die in einer Quote steckt, ist deshalb immer etwas höher als das, was der Veranstalter selbst für realistisch hält.
Im Baseball kommt eine zweite Unsicherheit dazu. Ein Spiel hängt stark am Starting Pitcher. Wer auf die erste Auswechslung wartet, sieht eine andere Quote als der, der drei Tage vorher setzt. Für die Hauptrunde mit 162 Spielen heisst das: Die Aufstellung ist oft die eigentliche Information, nicht die Tabelle. Und das ist etwas anderes als bei Sportarten, in denen eine feste Formation über Wochen spielt.
Quotenboosts und Kombiboosts sind ein eigenes Kapitel. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online, für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen — Einsatz und Gewinnerhöhung sind auch hier limitiert.
Diese Staffelung liest sich grosszügig, bis man sie mit der Marge zusammenlegt. Fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind fünfzehn Gelegenheiten, bei denen die Marge bereits mitbezahlt worden ist, und die Wahrscheinlichkeit, dass alle fünfzehn zutreffen, sinkt mit jeder Voraussage. Der Boost erhöht den Gewinn im Erfolgsfall; er erhöht nicht die Zahl der Fälle, in denen dieser Erfolg eintritt. Wer den Boost als Argument für eine grössere Kombination liest, hat die Staffelung rückwärts gelesen.
Was der Gespa-Katalog zulässt und was nicht
Die Schweiz erlaubt nicht alles, was ein Buchmacher anbieten könnte. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Was nicht auf dieser Liste steht, ist nicht bewilligt — nicht weil es niemand anbietet, sondern weil es nicht angeboten werden darf.
Wetten sind nur auf Sportereignisse möglich. Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen zu wetten ist nicht erlaubt. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Die Liste führt keine Ecken- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wer wissen will, ob eine bestimmte MLB-Wettart in der Schweiz zulässig ist, muss also nicht beim Buchmacher nachfragen, sondern in dieser Liste nachsehen. Dort steht die Antwort, und sie steht für beide Veranstalter gleichzeitig, weil die Liste für beide gilt.
Bei den Livewetten ist die Lage offener, als viele annehmen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Was das im Einzelfall heisst, steht in den Bedingungen des Veranstalters und nicht im Gesetz.
Sporttip regelt Livewetten bis ins Detail. Eine Livewette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — wenn also der Ball schon im Fanghandschuh war, bevor der Klick durchging, ist die Wette wertlos. Und in spielentscheidenden Situationen, etwa bei Elfmeter, Roter Karte oder einer Entscheidung des Videoschiedsrichters, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Bei einem Livebet auf Baseball bedeutet das: Wenn man in dem Moment setzt, in dem die entscheidende Szene bereits läuft, ist die Wette im Zweifel annulliert. Das ist die Kehrseite der Livewette im Baseball, wo eine Szene in Sekunden kippen kann.
Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt. Diese Funktion sollte man deshalb ausschliesslich als das lesen, was der jeweilige Veranstalter dazu schreibt. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der ausgezahlte Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos Cash-Out nicht für alle Wetten.
Wer Cash-Out bei einem Baseballspiel nutzt, verkauft eine offene Position an den Veranstalter zurück. Im siebten Inning einer engen Partie ist der Preis dafür selten der, den man sich in der Vorschau ausgemalt hat. Und Cash-Out und Boosts vertragen sich nicht: Der Boost verfällt, sobald die Wette vorzeitig ausgezahlt wird.
Zu den virtuellen Sportarten ist keine Aussage zur Zulässigkeit möglich. Esport erscheint nicht im Gespa-Katalog, und dabei bleibt es.
Was eine MLB-Wette bei einem ausländischen Anbieter bedeutet
Die zweite Hälfte des Schweizer Wettmarktes ist keine zweite Hälfte der Legalität, sondern eine zweite Rechtslage. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder jedem anderen Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das ist nicht eine Auslegungsfrage, sondern steht im Gesetz.
Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nach der Auffassung des Bundesamts für Justiz dafür nicht bestraft. Aber Einsatz und Gewinn können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und eine Schutz- oder Fair-Play-Aufsicht gibt es nicht.
Dazu kommt die Blockade. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telecomanbieter per DNS sperren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer mit gesperrten Adressen arbeitet, findet über Umwege auf jedem Fall weiter — technisch ist die Sperre keine Mauer, sondern eine Verzögerung. Sie sagt etwas über den Status dieser Anbieter in der Schweiz und nichts darüber, ob man sie erreicht.
Der Unterschied zum bewilligten Weg lässt sich in einem Satz zusammenfassen, und er betrifft jede einzelne Auszahlung: Ein ausländischer Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, und für einen Streit über eine Wette gibt es keine Schweizer Stelle, an die man sich wenden könnte. Bei einem bewilligten Veranstalter ist beides vorhanden. Das ist der eigentliche Preisunterschied zwischen den zwei Wegen, und er wird erst dann sichtbar, wenn etwas schiefgeht.
Umgekehrt ist auch der bewilligte Weg kein Freifahrtschein. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern gibt es eine Aufenthaltsvoraussetzung, eine Identitätsprüfung, ein geschlossenes Programm aus Sportarten und Wettarten und Limiten, die der Veranstalter jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann. Wer eine Wette über der Limite platziert, bekommt sie nicht angenommen. Wer aus der Schweiz auf MLB wetten will und dafür ein grösseres Programm sucht als das, was die Liste hergibt, muss gegen eine dieser Bedingungen verstossen — und das ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen sollte, nicht eine, in die man hineinrutscht.
Limiten, Spielsperre und der Schutz, den nur der bewilligte Weg hat
Spielerschutz ist in der Schweiz nicht die freiwillige Zugabe eines Anbieters, sondern eine Bewilligungsauflage. Und er beginnt, bevor die erste Wette gesetzt wird.
Verlustlimiten vor der ersten Wette
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Der Unterschied zwischen dem gesetzlichen Rahmen und der Praxis der Veranstalter ist hier aufschlussreich. Nach Art. 87 VGS muss der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen, und eine Erhöhung wird nach Gesetz nach 24 Stunden wirksam — Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Drei Tage Bedenkzeit statt einem Tag. Das ist kein Nachteil, aber es ist auch kein Selbstläufer: Wer die Limite senkt und sie am nächsten Tag bereut, kommt nicht am nächsten Tag zurück.
Diese 72 Stunden sind der eigentliche Schutzmechanismus, und sie wirken gegen den Moment, in dem eine Serie schlecht läuft und man das mit mehr Einsatz korrigieren will. Wer seine Verlustlimite in der ersten Nacht nach einer Niederlagenserie anheben möchte, wartet drei Tage. Genau darum geht es.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das ist der Punkt, an dem der Unterschied zwischen den zwei Wegen am härtesten ist. Eine Spielsperre im Schweizer Register greift über alle bewilligten Anbieter hinweg und schliesst auch die Casinos ein. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung existiert diese Wirkung nicht. Wer sich sperren lässt, ist in diesem Register erfasst — und bei einem ausländischen Anbieter davon schlicht nicht berührt. Der Schutz endet dort, wo der Anbieter nicht an das Register angeschlossen ist.
Der Rahmen dahinter ist gesetzlich: Das BGS regelt die Sperre überschuldeter oder spielsuchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre über ein gemeinsames Register; eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Ein weiterer Punkt gehört hierher, weil er gern als beruhigendes Argument verwendet wird: Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt und dabei an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz an der Verkaufsstelle ist eben nicht streng, und wer ihn als Argument für die Regulierung anführt, argumentiert mit einer Zahl, die das Gegenteil zeigt. Der Schutz liegt im Onlinekonto mit verifizierter Identität, in den Limiten und im Register — nicht im persönlichen Verkaufsgespräch.
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Auszahlungen und Steuern
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto lauten gelassen, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht; eine Kreditierung an Spielende ist ebenfalls nicht vorgesehen. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Bei den Steuern wird am meisten Unsinn erzählt. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, deshalb gilt «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt. Für einen gewöhnlichen Wettenden liegt ein Gewinn weit unter dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.
Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können aber nach kantonaler Praxis voll als Einkommen gelten — die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer wissen will, was in seinem Kanton gilt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Der Vergleich der zehn Anbieter
Zehn Anbieter stehen hier nebeneinander, und die Tabelle sagt vor allem eines: Sie gehören nicht in dieselbe Kategorie. Zwei von ihnen sind Schweizer Veranstalter mit Bewilligung und damit die einzigen, bei denen eine MLB-Wette in der Schweiz rechtlich veranstaltet wird. Die übrigen acht sind Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die man im Land antrifft, ohne dass sie hier auftreten dürfen. Sie stehen hier zur Einordnung, nicht zur Empfehlung — und sie werden nach denselben Kriterien beurteilt wie die beiden anderen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| Betclic | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht feststellbar |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Tobique (Kanada), gemeldet von Drittquellen |
Wer diese Tabelle liest, sieht eine Zweiteilung, die keine Rangfolge ist. Die beiden Schweizer Zeilen tragen eine Bewilligung, die in der Schweiz etwas bedeutet. Bei den acht anderen hat eine allfällige ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung, und bei sieben von ihnen lässt sich nicht einmal feststellen, welche Bewilligung überhaupt gemeldet wird. Gemeldet und vorhanden sind ohnehin zwei verschiedene Dinge: Was ein Anbieter über sich selbst oder über Drittquellen schreibt, ist für einen Schweizer Wettenden kein Nachweis.
Ein Hinweis zum Umgang mit diesen Namen, der eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist und trotzdem ausgesprochen gehört. Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist strafbar, und dafür steht eine Busse von bis zu CHF 500’000. Beschreiben und beurteilen ist erlaubt und nötig; bewerben nicht. Keiner der acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wird hier als legal oder als sicher bezeichnet, weil keiner von ihnen eines von beidem für die Schweiz ist. Kostenlose Spiele oder Gratisguthaben brauchen vorgängig die Zustimmung der Gespa; 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonusbeträge und ihre Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Swisslos Sporttip: der Weg für alle ausserhalb der Westschweiz
Der Massstab für alles Weitere. Swisslos ist einer der beiden Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz überhaupt anbieten dürfen; die Bewilligung wurde für ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51) erteilt, unter Aufsicht der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, den Tessin und Liechtenstein — wer dort wohnt, kann ein Onlinekonto eröffnen, wer in Genf wohnt nicht.
Das Programm ist eng und tief zugleich. Eng, weil es auf dem Gespa-Katalog steht: keine Ecken- und Kartenmärkte, kein Esport, keine Ranglistenwetten ohne internationale Qualifikationswirkung. Tief, weil Sporttip innerhalb dieses Rahmens Werkzeuge anbietet, die man bei einem Anbieter mit geschlossener Liste nicht erwarten würde. Der Kombiboost mit seiner Staffelung über vier, sieben, zehn und fünfzehn Voraussagen ist auf Kombinationen zugeschnitten, die in der Hauptrunde tatsächlich anfallen: An einem Abend mit zwölf Spielen lassen sich mühelos zehn Auswahlen zusammenstellen. Bei mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 beginnt die Staffelung, und bei fünfzehn solcher Voraussagen erreicht sie 100 % auf den Nettogewinn, mit limitiertem Einsatz und limitierter Gewinnerhöhung.
Wer die Untergrenze von 1.50 ernst nimmt, sieht sofort, was sie bedeutet: Der Boost greift nur auf Auswahlen, die der Veranstalter für wahrscheinlicher hält als ein Münzwurf. Nicht auf Aussenseiter. Man kann den Boost als Anreiz für eine lange Kombination lesen; man kann ihn auch als Anreiz für eine lange Kombination aus Favoriten lesen. Beides ist wahr, und der zweite Satz wird seltener geschrieben.
Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer 1’000 Franken auf ein Spiel setzen will, wird also merken, wo die Grenze liegt — und die Grenze liegt in den Bedingungen des Veranstalters, nicht in einem Gesetz.
Die Verlustlimiten von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige, die 72-Stunden-Sperrfrist für Erhöhungen und die selbst gewählte Sperre von 1 bis 180 Tagen sind bereits beschrieben und werden hier nicht wiederholt. Was dagegen hierhergehört: Beide Instrumente wirken nur, wenn man weiss, wo man sie findet — die Limiten stehen im Spielerkonto, nicht in einem Schaltergespräch.
Der Punkt, an dem Sporttip verliert, ist der Preis. Auf einem Zweiwetterennen um die 5 % Marge ist der Normalfall, und bei Märkten mit vielen Ausgängen wird die Auszahlungsquote merkbar dünner. Wer täglich zehn kleine Wetten auf Runs und Handicaps setzt, zahlt diese Differenz jeden Abend. Und es gibt keinen zweiten bewilligten Veranstalter, bei dem man dasselbe Spiel zu einem besseren Preis bekommen könnte, denn der zweite bedient ein anderes Gebiet.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Geschäft, anderes Gebiet
Dasselbe in Westschweizer Handschrift. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Bewilligung ist wiederum die eines Grossspiels nach dem BGS unter Gespa-Aufsicht, und der Kontakt geht über die Avenue de Provence 14 in Lausanne. 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende — Zahlen, die an ein Netz aus Kiosken und Ladengeschäften denken lassen, nicht an eine Plattform.
Für einen Wettenden mit Wohnsitz in einem dieser sechs Kantone ist die Wahl damit kaum eine Wahl. Er kann bei Swisslos kein Konto eröffnen, und bei einem ausländischen Anbieter würde er auf Schutz und Register verzichten. Die entscheidende Grösse ist hier nicht die Quote, sondern die Frage, ob das Programm für Baseball das hergibt, was man sucht. Wer in Lausanne wohnt und ein umfangreiches Baseballprogramm erwartet, wird die Grenzen schneller erreichen, als ihm lieb ist — dieselbe Liste, dieselben Ausschlüsse, dieselbe Anzahl von Spielen pro Abend.
Was hier tatsächlich zählt, ist die Konsequenz der Gebietsteilung. Zwei bewilligte Veranstalter heisst nicht zwei Anbieter zur Auswahl, sondern einen Anbieter pro Wohnsitz. Wer diesen Punkt nicht kennt, sucht einen Vergleich, den es nicht gibt.
BetLabel: dieselbe Liste, andere Namen
BetLabel gehört zu den acht Anbietern, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Es gibt nur zwei Veranstalter, die Sportwetten anbieten dürfen, und BetLabel ist keiner davon. Eine gemeldete Bewilligung lässt sich bei diesem Anbieter nicht feststellen, und selbst wenn sie existierte, hätte sie in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, es gibt keine Schweizer Beschwerdestelle, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Für einen Schweizer MLB-Wettenden heisst das konkret: Wenn eine Auszahlung hängt, ein Konto gesperrt wird oder eine Wette strittig gewertet wurde, gibt es keine Stelle im Land, die man anrufen kann. Das ist nicht ein Risiko unter vielen, es ist die Grundstruktur dieses Weges.
Wer dennoch bei einem solchen Anbieter ein Konto hält, sollte den Unterschied zum bewilligten Weg wenigstens kennen — nicht als Argument für oder gegen, sondern als Information über den eigenen Standort.
Sportuna: kein Register, keine Rückgriffsmöglichkeit
Bei Sportuna wiederholt sich dieselbe Ausgangslage: keine Schweizer Bewilligung, eine gemeldete Bewilligung, die sich nicht feststellen lässt, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister und keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit. Domains können auf die Sperrliste gelangen.
Damit entfällt das Schutzinstrument, das in der Schweiz am tiefsten greift: die Spielsperre. Wer sich bei Sporttip sperren lässt, ist in einem Register erfasst, das auch in Casinos wirkt; bei einem Anbieter dieser Gruppe hat die Sperre keine Wirkung, weil keine Verbindung dorthin besteht. Für jemanden, der genau dieses Werkzeug braucht, ist die Sache damit entschieden.
Fezbet: keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung
Fezbet ist ein weiterer Name auf der Liste der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht feststellbar, sie hätte in der Schweiz keine Kraft, und der Anschluss an das Sperrregister fehlt. Eine Domain kann per DNS blockiert werden.
Für den Leser, der die beiden Schweizer Veranstalter schon geprüft hat, ist hier nichts Neues zu entscheiden. Für den, der von ausländischen Vergleichsportalen kommt, ist es der wichtigste Satz dieses Abschnitts: Eine Bewilligung aus einem anderen Land ist in der Schweiz kein Ausweis, sondern ein Papier ohne Adressat.
myBet: bekannter Name, gleiche Rechtslage
myBet hat in der Schweiz keine Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung lässt sich nicht feststellen, sie hätte hier keine Wirkung, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdemöglichkeit, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.

Ein Name, der seit Jahren im europäischen Wettmarkt zirkuliert, ändert daran nichts. Bekanntheit ist keine Zulassung. Wer diesen Anbieter nutzt, nutzt ihn ausserhalb des schweizerischen Rahmens, mit allem, was das für Steuern, Sperre und Streitfälle bedeutet.
Betwinner: Programm ohne Schweizer Deckung
Bei Betwinner ist die Ausgangslage dieselbe wie bei den übrigen Anbietern dieser Gruppe: keine Bewilligung für die Schweiz, eine gemeldete Bewilligung, die sich nicht feststellen lässt, keine Wirkung einer allfälligen ausländischen Erlaubnis, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit.
Ein grosses internationales Programm ist für einen Schweizer Wettenden kein Vorteil, der die fehlende Bewilligung aufwiegt, weil es an derselben Stelle endet wie jedes andere: bei der Frage, wer zuständig ist, wenn etwas nicht läuft.
GG.BET: derselbe Status, dieselben Grenzen
GG.BET trägt keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Bewilligung ist nicht feststellbar und hätte in der Schweiz keine Wirkung. Es gibt keinen Anschluss an das Sperrregister und keine Schweizer Stelle für Streitigkeiten, und die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.
Wer auf der Suche nach einem Anbieter mit einem breiten Baseballangebot ist, wird bei dieser Gruppe fündig werden. Die Frage, die vorher zu beantworten ist, lautet nicht, wie breit das Angebot ist, sondern wer haftet, wenn es nicht ausgezahlt wird.
Betclic: europäische Lizenzen, Schweizer Leerstelle
Betclic ist ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung unterwegs. Eine gemeldete Bewilligung lässt sich nicht feststellen, eine ausländische hätte hier keine Wirkung, der Anschluss an das Sperrregister fehlt, und die Aufnahme in die Sperrliste ist möglich.
Für einen in der Schweiz wohnhaften Wettenden bleibt es bei der Grundregel dieses Abschnitts: Der Schutz kommt nicht vom Anbieter, sondern von der Bewilligung.
X3Bet: gemeldete Bewilligung aus Kanada
Bei X3Bet unterscheidet sich die Zeile, nicht die Kategorie. Als gemeldete Bewilligung nennen Drittquellen Tobique in Kanada. In der Schweiz hat auch diese Bewilligung keine Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
Welcher Weg zu welchem Wettenden passt
Die Wahl reduziert sich auf eine Frage, die man sich selbst beantworten muss: Was ist einem der Schutz wert, den nur der bewilligte Weg bietet?
Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und den Rahmen akzeptiert, kommt an Swisslos Sporttip nicht vorbei — nicht als beste Option unter vielen, sondern als einziger. Wer in der Westschweiz wohnt, kommt an Jouez Sport nicht vorbei. Das ist die ganze Wahl auf der Seite der Bewilligung, und die Limiten von CHF 9’999 für Verlustlimiten und CHF 1’000 Höchsteinsatz pro Einzelwette gehören zum Paket.
Wer hauptsächlich auf grosse Märkte mit vielen Ausgängen setzt, zahlt in diesem Paket den höchsten Preis. Die Auszahlungsquote ist dort am dünnsten. Wer dagegen einfache Zwei-Weg-Märkte spielt, in der Hauptrunde regelmässig kleine Einsätze setzt und den Schutz von Limiten und Sperrregister tatsächlich für sich beanspruchen will, hat mit dem bewilligten Weg die bessere Rechnung — auch wenn die Quote auf dem Papier nicht die schönste ist.
Wer bewusst ausserhalb dieses Rahmens spielt, sollte drei Dinge kennen: die Steuerpraxis seines Kantons für ausländische Gewinne, die Tatsache, dass eine Spielsperre ihn dort nicht erreicht, und die Konsequenz, dass bei einem Streit niemand im Land zuständig ist. Das sind keine Hindernisse, die man umgeht. Es sind die Bedingungen dieses Weges.
Bei alledem gilt: Wetten sind Wetten. Keine dieser Plattformen und kein noch so sorgfältig gelesener Markt sagt voraus, wer ein Baseballspiel gewinnt. Die Marge ist der einzige Bestandteil einer Quote, der feststeht.
Häufige Fragen zu MLB-Wetten in der Schweiz
Ist es in der Schweiz erlaubt, auf Spiele der MLB zu wetten?
Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern und nur, soweit die Ereignisse und Wettarten auf der Gespa-Liste stehen. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz; für Baseball gilt dieselbe geschlossene Liste wie für jede andere Sportart. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung setzt, nutzt einen Weg ausserhalb dieses Rahmens.
Wer darf in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und wo steht die Liste der zugelassenen Wettarten?
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, jeweils für ihr eigenes Gebiet. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026, ist die massgebende Zusammenstellung; sie gilt für beide Veranstalter.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Der Einsatz ist im Gewinnbetrag enthalten.
Was bedeutet der Modus «Best of seven» in den Playoff-Serien für Serienwetten?
In einer Serie bis zu vier Siegen endet die Auseinandersetzung, sobald ein Team viermal gewonnen hat; es können also vier bis sieben Spiele stattfinden. Für Wetten bedeutet das, dass spätere Spiele überhaupt nur zustande kommen, wenn die Serie nicht vorher entschieden ist. Zwei Spiele derselben Serie sind zudem voneinander abhängige Ereignisse.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und was bewirkt die Spielsperre?
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige; Senkungen gelten sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos.
Wie wird ein Gewinn besteuert, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; ab dem 1.1.2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000, 2025 bei CHF 1’070’400. Oberhalb behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Kantonale Freibeträge unterscheiden sich, deshalb gilt «je nach Kanton».
US-Sport – gratistippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «gratistippsch.com»
