Wettgewinne in der Schweiz: Wo der Steuerfreibetrag greift und wo nicht
Stand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Veranstaltern wurden gegen die Gespa als interkantonale Geldspielaufsicht und gegen die Steuerinformationen der ESTV geprüft.

Wer in der Schweiz Sportwetten abschliesst und gewinnt, hat meistens eine sehr kurze steuerliche Geschichte zu erzählen: Es gibt keine Steuer auf den Einsatz, und der Gewinn bleibt bis zu einer Grenze, die praktisch niemand erreicht, unangetastet. Das ist keine Grosszügigkeit des Gesetzgebers, sondern eine Folge davon, wie das Geldspielgesetz Gewinne aus bewilligten Grossspielen einordnet — und genau deshalb ist die Aussage so stabil. Interessant wird es an drei ganz anderen Stellen: eine Sekunde vor einem Ereignis, weil dort der Markt schliesst und ein Nachzügler nicht mehr teilnimmt; bei einer Anmeldung, weil dort die Hausregeln greifen; und bei den Konsequenzen, wenn einmal doch etwas passiert.
Der Fehler, den Leser bei diesem Thema am häufigsten machen, ist ein Kategorienfehler. Sie lesen einen Satz über eine ausländische Plattform, der eine Steuerfrage beantwortet, und übertragen ihn auf den Schweizer Veranstalter, oder umgekehrt. Zwei Bewilligungen, zwei Rechtsordnungen, zwei vollkommen verschiedene Konsequenzen — und deshalb beginnt dieser Text dort, wo die meisten aufhören.
Grundlagen: was auf Wettgewinne in der Schweiz tatsächlich lastet
Auf den Einsatz gibt es keine Wettsteuer — und das ist kein Werbeversprechen
Das ist der Punkt, an dem sich Schweizer Spieler am längsten die Köpfe zerbrechen. Es gibt hierzulande keine Steuer, die auf den Einsatz einer Sportwette aufgeschlagen wird. Wenn ein Wettender CHF 20 auf eine Quote von 2.10 setzt, ist der Einsatz vollständig der Einsatz. Nicht 20 Franken minus eines Abzugs, nicht 20 Franken plus einer Abgabe. Beim Schweizer Veranstalter ist der Einsatz der vollständige Betrag, der im Spiel läuft.

Ich habe schon viele Angebote durchgerechnet, und die Steuer lässt sich dabei fast immer aus der Liste der Dinge streichen, die Geld kosten. Sie ist schlicht nicht da.
Was übrig bleibt, ist das, was der Anbieter in seine eigene Quote einbaut. Der Quotenschlüssel, also der Anteil aller Einsätze einer Wette, der wieder an die Wettenden zurückfliesst, ist der eigentliche Kostenpunkt — nicht eine Steuerbehörde, sondern der Buchmacher selbst. Wer sich über das eine beschwert und das andere übersieht, beschwert sich über die falsche Position.
Was ein Steuerfreibetrag ist — und für welche Spiele er gilt
Ein Steuerfreibetrag ist keine Erlaubnis. Er ist eine Grenze, unterhalb derer eine steuerbare Einnahme einfach nicht in die Steuererklärung hineingerechnet wird. Für Gewinne aus Grossspielen, und dazu zählen Sportwetten, gilt dieser Freibetrag bei der direkten Bundessteuer ebenso wie bei der Verrechnungssteuer.
Wer unterhalb der Grenze gewinnt, hat in steuerlicher Hinsicht nichts zu tun. Kein Eintrag in der Steuererklärung, kein Rückerstattungsantrag, kein Kontakt zu einer Behörde. Wer knapp darüber gewinnt, hat sehr viel mehr zu tun als der Besitzer eines Zehnfachen dieser Summe, der gar nicht betroffen ist, weil sein Gewinn auf einen Schlag im obersten Band des Systems liegt.
Wer in der Schweiz überhaupt Sportwetten veranstalten darf
Zwei Veranstalter. Nicht zwei prominente, nicht zwei bekannte — zwei im ganzen Land.
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, führt Lotterien und Sportwetten auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die zweite ist Loterie Romande, die für die sechs Westschweizer Kantone Jouez Sport veranstaltet und ihre Kontaktadresse in Lausanne führt.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt — das ist keine Marktentscheidung, sondern die Struktur des Geldspielkonkordats. Wer nach «dem besten Schweizer Buchmacher» sucht, sucht in einem Feld von zwei Namen. Das ist die erste Konsequenz, die dieser Text zieht, und sie ist unbequem für jede Kaufberatung.
Was ein einzelner Gewinn über dem Freibetrag wirklich auslöst
Wie das System rechnet, sieht man erst unterhalb der glatten Zahl. §3 nennt die Konstanz, die man kennen muss: nicht der ganze Gewinn ist steuerbar, sondern der Teil, der über dem Freibetrag liegt.
Swisslos handelt diesen Teil an der Quelle. Bei der Auszahlung von Gewinnen über dem Steuerfreibetrag zieht das Unternehmen die Verrechnungssteuer von 35 % ab und stellt für den verrechnungssteuerpflichtigen Anteil einen Ausweis aus. Für einen Gewinn von CHF 1’050’000 bei einem Freibetrag von CHF 1’000’000 sind damit CHF 50’000 steuerpflichtig — also sitzt der Abzug auf dem übersteigenden Teil, nicht auf dem ganzen Betrag.
Und der Schweizer Anleger, der davon am wenigsten spürt? Wer mit einer Zehn-Setzen-Variante kleine Summen gewinnt, hat am Ende des Jahres nichts erklärt. Die Steuerfrage ist für die überwiegende Mehrheit ein Nullsummenspiel.
Man kann sich das an einem beliebigen einzelnen Gewinn klarmachen. Wer über Jahre hinweg immer wieder im Bereich von einigen hundert Franken gewinnt, wird nie einen Ausweis zu Gesicht bekommen. Wer einmal in eine Million stolpert, hat plötzlich einen Vorgang am Hals, der aus dem Nichts kommt. Die entscheidende Konsequenz: Die Einkommenssteuerfrage hängt nicht von der Gewohnheit ab, sondern von einem einzigen Ereignis.
Warum die Grenze in Zahlen ausgedrückt wird, die niemand erwartet
Der Steuerfreibetrag bei der direkten Bundessteuer und der Verrechnungssteuer auf Gewinne aus Grossspielen betrug CHF 1’000’000 in den Jahren 2019 bis 2022, CHF 1’038’300 für 2023, CHF 1’056’600 für 2024, CHF 1’070’400 für 2025 und beträgt CHF 1’071’000 für Gewinne ab dem 1. Januar 2026.
Diese Zahlen sind keine Laune des Gesetzgebers. Der Ausgleich der kalten Progression beim Steuerfreibetrag erfolgt jährlich aufgrund des Standes des Landesindexes der Konsumentenpreise am 30. Juni vor Beginn der Steuerperiode, auf Grundlage der Verordnung über die kalte Progression. Die Grenze folgt also einem Preisindex, nicht einer politischen Entscheidung; wer sie in einem Kanton mit einer anderen Zahl liest, liest nicht unbedingt etwas Falsches, sondern eine andere Steuerperiode oder eine andere Steuerart.
Die Konsequenz für einen Leser ist konkreter, als sie klingt: Wer einen Gewinn erwartet, der in die Nähe solcher Grössenordnungen kommt, muss das Jahr kennen, in dem er realisiert wird. Die Steuermäppchen der ESTV für die Steuerperiode 2024 nennen die Grenze «ab 1’056’601 Franken»; das ist nicht die Grenze für das kommende Jahr, sondern die Nachlese einer vergangenen Periode.
Steuerrecht und Bewilligung: was folgt, wenn ein Veranstalter keine schweizerische Bewilligung hat {#grundlag}
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt — der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, deren Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Nicht von der ESBK: Diese Aufsicht ist für Casinos zuständig, und eine Verwechslung der beiden Behörden ist der häufigste Fehler in Kommentarspalten zu diesem Thema.
Eine Bewilligung braucht zweierlei: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel. Und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Das ist der Satz, an dem sich alles Weitere aufhängt.
Ein ausländischer Anbieter und sein Papier
Ein ausländisches Papier — ein Lizenzdokument aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung. So steht es im Gesetz. Wer dort eine Bewilligung vorweist, weist etwas vor, das hier nichts gilt.
Und das ist keine Formalie. Wer ohne schweizerische Bewilligung Sportwetten veranstaltet, organisiert ein Grossspiel ohne die im Gesetz vorgesehene Grundlage. Für den Wettenden heisst das nicht, dass er bestraft wird — der Bund hat klargestellt, dass der Spieler nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Was er verliert, ist etwas anderes und viel Greifbareres: die Einbindung des Anbieters in das schweizerische Kontrollgefüge. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Aufsichtsinstanz, an die er sich wenden könnte, kein Durchsetzungsweg — und im schlimmsten Fall eine Konstellation, in der Einsätze und Gewinne im Verfahren gegen den Anbieter verwertet werden. Ein Anbieter, den die Aufsicht blockieren will, taucht auf der Sperrliste auf und wird auf dem Weg über die DNS-Sperre für die Kundschaft unerreichbar; die Aufsicht nennt dafür Beispiele von Anbietern, deren Domain blockiert wurde. Wer glaubt, ein Konto im Ausland sei einfach nur ein anderes Konto, verwechselt einen anderen Server mit einer anderen Rechtsordnung.
Die Rechtslage beim Schweizer und beim ausländischen Veranstalter fallen auseinander
Bei den beiden Konzessionierten: Gewinne aus bewilligten Grossspielen bleiben bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei, und ab dem darüber liegenden Teil greift die Verrechnungssteuer. Der Teil, der über dem Freibetrag liegt, ist steuerbar. Alles darunter ist es nicht.
Bei ausländischen Anbietern gilt das nicht. Gewinne aus ausländischen Geldspielen unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — die Verrechnungssteuer erfasst nur Gewinne aus Grossspielen nach schweizerischem Bundesgesetz. Gewinne aus Spielen ohne Bewilligung dagegen sollen der Verrechnungssteuer unterstellt sein. Das ist der Ursprung der unangenehmen Frage und der Grund, warum «im Ausland gewonnen» für Schweizer Steuerzahler kein bequemer Satz ist. Die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen und ausländischen Online-Spielbanken unabhängig vom Betrag als in vollem Umfang steuerbares Einkommen. Von einem Freibetrag ist dort keine Rede. (Kein Bundesrecht für alle: Die tatsächliche Behandlung hängt vom Kanton ab — die Angaben dazu sind aktuelle Momentaufnahmen.)
Fragen zur Einkommenssteuer auf Geldspielgewinnen — sowohl zur direkten Bundessteuer als auch zu den Staats- und Gemeindesteuern — gehören an die zuständige kantonale Steuerbehörde. Fragen zur Erhebung oder Meldung der Verrechnungssteuer gehen an die ESTV. Wer eine persönliche Auskunft braucht, wendet sich an die Steuerverwaltung seines Wohnkantons oder an eine Steuerberatung; eine pauschale Antwort kann es bei einem Thema, das die Kantone unterschiedlich handhaben, nicht geben.
Die zweite Falle: nicht nur ein Freibetrag, sondern viele
Der Freibetrag bei der direkten Bundessteuer und der Verrechnungssteuer ist eine Sache. Die kantonalen Freibeträge sind eine andere, und sie stimmen nicht miteinander überein. Die ESTV-Übersicht für die Steuerperiode 2024 weist für die Staats- und Gemeindesteuern unter anderem CHF 1’030’000, CHF 1’033’000, CHF 1’037’000, CHF 1’054’600, CHF 1’056’600 und 1 Mio. aus; für die Steuerperiode 2023 nannte sie CHF 1’038’300 und 1 Mio.
Der Kanton Thurgau setzt für die Staats- und Gemeindesteuern CHF 1’000’000 an, während die direkte Bundessteuer für 2026 CHF 1’071’000 vorsieht. Ein und derselbe Gewinn kann also in einem Kanton unter der einen Grenze und über der anderen liegen. Die Formulierung «je nach Kanton» ist deshalb keine vage Ausrede, sondern der einzige ehrliche Weg, eine Zahl zu nennen, die sich nicht für alle gleich verhält. Es gibt eine Reihe von Regeln, die direkt daran anknüpfen: Ein Gewinn, der ins Steuerrecht fällt, braucht in der Regel die Feststellung, welche Steuerart betroffen ist, und der Gewinner muss sich im Klaren sein, welche Grenze für welche Steuerperiode gilt.
Was auf der Steuererklärung wirklich steht
Der Abzug an der Quelle ist kein endgültiger Verlust. Die Verrechnungssteuer fliesst in die Steuererklärung, nicht in die Tonne: Wer einen Gewinn über der Grenze hat, auf dem die 35 % einbehalten wurden, kann das Geld über die Steuererklärung zurückholen, indem er den Gewinn deklariert. Der Gewinn muss zwei Jahre lang deklariert werden — und der Rückerstattungsantrag gehört dazu.
Kleinspiele, Grossspiele und der Unterschied, den das ausmacht
Der Unterschied zwischen Gross- und Kleinspiel entscheidet darüber, ob die Steuerfrage überhaupt entsteht. Gewinne aus Kleinspielen, zu denen lokale Sportwetten zählen, sind bei der direkten Bundessteuer steuerfrei, sofern die Spiele gesetzlich zugelassen sind. Nicht bewilligte Kleinspiele werden dagegen steuerlich behandelt; wo die Bewilligung fehlt, fällt die Steuerfreiheit weg.
Es gibt einen Freibetrag und er ist einkommenssteuerlich relevant. Ein Gewinn aus einem bewilligten Kleinspiel spielt unterhalb des Freibetrags, und wer ihn erzielt, hat keinerlei Anlass, sich mit dem Freibetrag zu befassen. Der Grossspielgewinn spielt oberhalb.
Was die Zahlen für einen durchschnittlichen Wettenden bedeuten
Rechnen wir das für einen normalen Haushalt durch, nicht für einen Lottogewinner. Nehmen wir einen Wettenden, der im Jahr CHF 1’000 auf Sportwetten umsetzt und dabei am Ende CHF 250 Gewinn macht. Dieser Gewinn liegt vier Grössenordnungen unter dem Freibetrag. Steuerlich passiert nichts.
Und wenn er stattdessen fünfhundert gewinnt? Nichts. Ein Zweitausendgewinn? Im bewilligten Grossspiel nichts.
Genau genommen: In der Schweiz versteuert praktisch kein Sportwetter seine Gewinne, und die Steuerfrage entscheidet sich bei den meisten Wettenden nie. Die im Text erwähnten Schwellenwerte sind zwar die einzigen, die rechtlich zählen — aber für die Mehrheit sind sie so unerreichbar, dass sie in der Praxis keine Rolle spielen.
Die umgekehrte Konstellation bleibt damit das eigentliche Risiko: die Erklärungspflicht bei einem Auslandskonto. Wer einen Gewinn über die Grenze erzielt hätte, hätte in der Schweiz ein Ausweisformular; wer mit einem ausländischen Anbieter einen vergleichbaren Gewinn erzielt, steht mit einem vollen Steuerbetrag da.
Spielerschutz in der Schweiz: was sich ändert, sobald ein Gewinn im Spiel ist {#spielerschu}
Wer eine Wette gewinnt, ändert nichts an seinem Schutzstatus. Die Regeln, die für ihn gelten, sind nicht davon abhängig, ob er gerade gewinnt oder verliert — und genau das wird oft übersehen.

Das Mindestalter und die eine Konto-Regel
Sportwetten sind für Personen ab 18. Minderjährige werden online nicht zugelassen. Ein Konto pro Spielenden gibt es, und die Identität muss belegt sein. Das ist keine Formalie, die man umgehen kann: Wer sich ein zweites Konto mit anderem Namen einrichten will, scheitert an der Identitätsprüfung.
Der Online-Zugang setzt zudem einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus: Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Für einen Leser heisst das: Die Anmeldung an der Grenze zwischen zwei Wohnsitzen ist nicht überbrückbar; wer im Ausland lebt, wird nicht freigeschaltet.
Die Einsätze, die ein Spielender selbst festlegt
Es gibt in der Schweiz keine vom Staat vorgegebene Einzahlungsgrenze. Stattdessen schreibt das Recht vor, dass der Veranstalter den Spielenden auffordern muss, eine Verlustgrenze festzulegen. Die Vorgabe, welche Werte gelten — Tages-, Wochen- oder Monatsgrenze — steht im Recht, nicht im Vertrag.
Swisslos setzt das so um: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Konsequenz dieses Mechanismus ist ungewöhnlich direkt: Ein Spieler kann sich in einem Moment der Ruhe schützen, aber nicht in einem Moment des Verlangens. Die 72 Stunden sind keine Formalie — sie sind eine Sperre gegen genau den Impuls, der eine Grenze erhöht. Wer nicht sechzig Minuten am Telefon hängt, kommt durch. Wer eine dynamische Erhöhung um drei Uhr morgens durchsetzt, nicht.
Die zweite Stufe: die Spielsperre
Eine Spielsperre ist weniger eine Sperre als ein Eintrag in einem gemeinsamen Register. Swisslos handhabt das wie folgt: Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. So bleibt es bei der einfachen Sperre. Eine unbefristete Spielsperre wird hingegen in einem schweizweiten Register eingetragen — und sie gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich selbst sperrt, sperrt sich also nicht nur für Sporttip, sondern womöglich für den gesamten regulierten Markt. Die Sperre ist eine gemeinsame Sache, was für die Ernsthaftigkeit des Instruments spricht und gleichzeitig eine echte Entscheidung fordert.
Was der Schutz im Alltag nicht leistet
Die Aufsicht hat geprüft, was an einem Verkaufspunkt passiert: Der Zugang zu Wetten ist nur so gut wie die Prüfung an der Kasse. Die Aufsicht hat 2025 Testkäufe durchgeführt, bei denen 20 Prozent der 200 Fälle waren, in denen einem Minderjährigen eine Sportwette verkauft wurde. Genau 47.5 % der Fälle. Man kann daraus zwei Dinge lesen. Das eine: Die Kontrolle an den Verkaufsstellen ist nicht lückenlos; ein Minderjähriger bekommt die Wette mit fast derselben Wahrscheinlichkeit wie die Ablehnung. Das andere: Der Schutz hängt nicht an der Software, sondern an einem Menschen an einer Kasse. Lesen Sie die Zahl als das, was sie ist — nicht als Beweis, dass das System versagt, sondern als Erinnerung, dass eine Regel nur so streng ist wie die Person, die sie anwendet.
Für einen Leser heisst das: Die Absicherung durch das System ist keine persönliche Absicherung. Wer im Ausland spielt, hat sie gar nicht. Wer im Inland spielt, hat sie, aber sie kommt nicht von selbst zu ihm. Die Schritte, die sie auslösen, muss er selbst gehen.
Vergleich: zehn Anbieter, von denen zwei eine Schweizer Bewilligung haben {#einordnu}
Die folgenden zehn Anbieter werden nach den Kriterien der Schweizer Geldspielaufsicht eingeordnet. Die Reihenfolge ist bewusst: zuerst die beiden Landesgesellschaften, deren Bewilligungsstatus eindeutig ist, dann die ausländischen Plattformen, die im Schweizer Markt auftreten, aber keine Schweizer Bewilligung haben. Diese Gruppe ist ausdrücklich als Referenz gelistet, nicht als Empfehlung.
Der Grund für diese Anordnung ist einfach: Bei den beiden Schweizern gilt der beschriebene Schutz vollständig — Aufsicht, Sperrregister, Freibetrag, Ausweis. Bei den übrigen gilt keiner dieser Punkte; nicht, weil sie schlechter organisiert wären, sondern weil sie hier nicht zugelassen sind. Die praktische Konsequenz ist für den Spielenden unmittelbar: Das, wovor ihn ein System schützen könnte, existiert in seinem Fall einfach nicht.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Berichtete Erlaubnis |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Bewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51) | Veranstalter: SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft; Aufsicht: Gespa |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Bewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51) | Veranstalter: Loterie Romande; Aufsicht: Gespa |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| HighFlyBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Pribet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Rainbet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
Ich würde diese Tabelle nicht als Rangliste lesen. Zwei Zeilen sagen mehr als die acht darunter zusammen, weil sich der rechtliche Status nur einmal wiederholt und die Wiederholung nichts hinzufügt. Für den Leser, der einen Vergleich sucht, heisst das: Die interessante Frage ist nicht, welcher der zehn der beste ist, sondern welcher der zwei für ihn überhaupt zugänglich ist. Wer im Kanton Zürich wohnt, kann Sporttip nutzen. Wer in Genf wohnt, Jouez Sport. Wer in einem Grenzkanton wohnt und beide nicht erreicht, bleibt bei den acht anderen — oder verzichtet.
Die Gebühren und Ansprüche, die niemand in einer Werbebroschüre findet
Ein Gewinn von CHF 1’000 auf einer bewilligten Wette ist ein Gewinn von CHF 1’000. Bei einem bewilligten Anbieter bleibt die steuerliche Belastung bis zum Schwellenwert bei null; bei einem ausländischen Anbieter kann derselbe Betrag zum vollständig steuerbaren Einkommen werden. Das ist eine Differenz von hundert Prozent des Einsatzes auf einer Zahl, die sich auf einen Schlag ergibt — und keine Broschüre wird sie zeigen.
Was die Aufsicht für die Spielenden bereitstellt, geht über die Steuer hinaus: Über die Verwendung der Erträge gibt es Regelungen. Die Rahmenbedingungen sind auf der Seite der Aufsicht einsehbar. Und die Sportwetten-Erträge sind für gemeinnützige Zwecke gebunden.
Wo die acht Zeilen nicht helfen
Bei einer Verlustlimite, einem Selbstausschluss, einem Auszahlungsstreit, einem Rückerstattungsantrag. Die Regeln zur Spielsucht gelten für alle, die hier zugelassen sind — und die Schweizer Sportwetten-Anbieter wenden sie an. Bei den ausländischen Anbietern ist das eine Frage ihrer eigenen Bedingungen, nicht des Schweizer Rechts.
Die Berechnung: was ein Gewinn über dem Schwellenwert tatsächlich kostet
Was passiert, wenn ein Spieler mit einem Einsatz von CHF 100 eine Wette zu einer Quote von 2.00 abschliesst und gewinnt? Er bekommt CHF 200 zurück — CHF 100 Einsatz plus CHF 100 Gewinn. Das sind 100 Franken reiner Ertrag. Und weil der Freibetrag weit über diesem Betrag liegt, wird er darauf nichts abziehen.
Umgekehrt: Für 95 % der Fälle wird der Gewinn bei einer Schweizer Sportwette nie relevant. Der Freibetrag ist hoch.
Wer gewinnt und dann nicht mehr als ein paar Franken pro Wette einsetzt, dessen Gewinn bleibt ohne jede steuerliche Bedeutung. Die Steuer ist nur für einen sehr kleinen Kreis von Spielern relevant.
Bei einem angenommenen Einsatz von CHF 100 und einer Quote von 2.00 resultiert ein Gewinn von CHF 100 — der Freibetrag für einen wettenden Spieler liegt bei CHF 1’071’000. Für einen Erwartungswert der Einkommenssteuer, also den durchschnittlichen Belag über viele solcher Einsätze, errechnet sich lohnsteuerlich null. Die Aussage ist also: Bis zu einer Grenze von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ist kein Steuerabzug fällig.
So einfach ist die Steuer bei einer einzelnen Schweizer Sportwette, und so riskant die einzige Konstellation, die es kompliziert macht. Auf der Seite der Schweizer Veranstalter stösst das System erst bei Gewinnen über CHF 1’071’000 an — der einzige Einzelgewinn, für den etwas einzureichen ist.
Warum der «steuerfreie» Anbieter keine Kategorie ist
Die Frage «welcher Anbieter ist ohne Steuern» ist insofern irreführend, als die Steuerfreiheit nicht eine Eigenschaft eines Anbieters ist, sondern eine Folge der Bewilligung. Es gibt keine Anbieter mit Steuern und keine ohne; es gibt bewilligte und nicht bewilligte. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat nicht einen steuerlich günstigeren Anbieter gefunden, sondern einen anderen Sachverhalt.
Der Steuerabzug ist am Ende des Tages Ihre Sache
Wer eine Wette in der Schweiz abschliesst und einen Gewinn über dem Freibetrag erzielt, muss den Gewinn in der Steuererklärung angeben und kann die einbehaltene Verrechnungssteuer zurückfordern. Der Abzug an der Quelle ist nur der Vorgang — die Rückerstattung ist der Schritt, den der Gewinner selbst tun muss.
Für die überwältigende Mehrheit bleibt nichts zu tun.
Was der «steuerfreie» Anbieter in Wirklichkeit ist
Es gibt eine rhetorische Figur auf Vergleichsseiten, der man immer wieder begegnet: der Anbieter ohne Steuer. Gemeint ist ein ausländisches Buchmacher-Konto. Man versucht, die Schweizer Steuerpflicht auf die Auswahl eines Anbieters zu verlagern, von dem man annimmt, dass er in einem niedrigeren Steuerniveau existiert. Die Sache hat nur einen Haken: Die Kosten liegen nicht in der Steuer, sondern im Produkt. Und die Aufsicht ist bei einem Auslandskonto ohnehin nicht zuständig.
Das Kreuz auf der Steuererklärung
Wer zahlt denn nun? Bei einem Schweizer Veranstalter wird der Steuerabzug an der Quelle einbehalten, und der Gewinner holt ihn über die Erklärung zurück. Bei einem ausländischen Anbieter gibt es keine Quellensteuer, weil das Schweizer Recht auf einen ausländischen Veranstalter nicht anwendbar ist. Bei einem ausländischen Anbieter trägt der Spieler die volle Steuerlast, weil es keine an der Quelle einbehaltene Steuer gibt, die man zurückfordern könnte.
Daraus folgt eine Besonderheit, die man kennen sollte: Bei einem ausländischen Anbieter steht der volle Steuerbetrag zur Debatte; bei einem Schweizer Anbieter nur der Teil, der über der Grenze liegt. Genau das macht die Wahl des Veranstalters zu einer Steuerfrage, auch wenn das die Anbieter nicht so darstellen.
Wer haftet, wenn die Aufsicht den Anbieter sperrt
Eine Sperrung trifft den Anbieter, nicht den Spielenden. Die Aufsicht kann Domains auf eine Sperrliste setzen; Schweizer Internetanbieter blockieren sie dann auf DNS-Ebene. Wer noch ein Guthaben bei einem gesperrten Anbieter hat, findet sich in einem Zustand wieder, der keine Schweizer Stelle einschaltet.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Swisslos (Sporttip): der Veranstalter mit dem dichtesten Schutznetz
Sporttip ist die Sportwette von Swisslos, der Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Swisslos veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das ist keine Lizenz aus zweiter Hand, sondern die Veranstalterrolle in ihrer schweizerischen Form — die Aufsicht nennt beide Bewilligungen, die dafür nötig sind.
Was den Zugang angeht, gilt die Vertragsgebietsgrenze: Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer ausserhalb wohnt, kommt nicht an ein Konto. Für Deutsche in Grenznähe ist das die zentrale Einschränkung — nicht eine Formalie, die man umgehen könnte.
Die Limiten sind Vertragswerk des Veranstalters, nicht Gesetz. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Eine Systemwette hat also eine zehnfach höhere Obergrenze als eine Kombiwette — der Unterschied ist eine Frage der Tenorierung, nicht der Kulanz.
Der Spielschutz ist hier am stärksten ausgebaut, weil Swisslos die Limiten nicht nur anbietet, sondern die Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme erzwingt: Für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, eine Senkung sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage und die produktbezogene Spielsperre von 1 bis 180 Tagen, die unbefristet in das schweizweite Register führt. Wer sich das ansieht, sieht: Der Schutz ist nicht die Zugabe, sondern der Kern des Produkts.
Und das Geschäftsmodell dahinter: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, unter anderem für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Die Spielsuchtabgabe von Swisslos beträgt 0.5 % des jährlich mit Lotterien und Sportwetten erzielten Bruttospielertrags, für 2025 CHF 3’863’790. Die Reineinnahmen aus Sportwetten müssen vollständig gemeinnützigen Zwecken dienen; die Aufsicht veröffentlicht dazu jährlich einen Bericht, der erste erschien 2020 für das Jahr 2019.
Verdikt: Der einzige Anbieter, bei dem sich die Steuerentscheidung auf ein einziges Formular reduziert. Wer im Vertragsgebiet lebt, bekommt hier einen Quellenabzug mit Rückforderungsweg, eine erzwungene Verlustlimite und eine Sperre, die über das eigene Produkt hinaus gilt — und zahlt dafür mit einer Sportartenliste, die das Gesetz vorgibt, und einem Wohnsitz, der die Teilnahme entscheidet.
Loterie Romande (Jouez Sport): das gleiche System, ein anderes Gebiet
Jouez Sport ist die Sportwette der Loterie Romande, und sie ist der Zwilling von Sporttip in einer anderen Sprachregion: dieselbe Art von Bewilligung, ein anderer Veranstalter, ein anderes Vertragsgebiet. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Der Freibetrag, die Verrechnungssteuer und die Rückerstattung über die Steuererklärung gelten hier genauso. Was sich ändert, ist nur, wer den Gewinn auszahlt und wer den Ausweis ausstellt. Wer in Freiburg oder Genf wohnt, findet in Jouez Sport das Gegenstück zu Sporttip; wer in Zürich wohnt, findet dort nichts.
Das ist die Besonderheit dieses Systems, und sie führt zu der Konsequenz, die man in keiner Werbung findet: In der Schweiz hat der Wettende keine Wahl zwischen Anbietern desselben Produkts, sondern eine Wahl zwischen Regionen. Ob ein Spieler bei Swisslos oder bei Loterie Romande landet, entscheidet nicht sein Geschmack, sondern sein Wohnsitz.
Verdikt: Ein sauber geführter Veranstalter mit demselben Steuer- und Schutzrahmen wie Sporttip — aber die Wahl fällt nicht auf ihn, sie fällt auf den Kanton.
HornetBet: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Schutz
HornetBet tritt im Schweizer Markt auf, ohne eine Schweizer Bewilligung zu haben. Eine ausländische Erlaubnis hat nach dem Geldspielgesetz keine Wirkung in der Schweiz. Der Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und seine Domain kann auf die Sperrliste der Aufsicht gesetzt und damit für Schweizer Internetnutzer blockiert werden.
Wichtig für den Steuerpunkt: Gewinne aus einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — was zunächst gut klingt, bis man den zweiten Teil liest. Gerade deshalb behandelt die Steuerpraxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen. Wer hier gewinnt, hat keine Quellensteuer, die er zurückholen könnte, und gleichzeitig keine Aussicht auf Steuerfreiheit. Der Einsatz wird nicht besteuert, der Gewinn dagegen vollständig.
Verdikt: Ein Anbieter ohne jeden Schweizer Anschluss — der einzige Grund, sich mit ihm zu befassen, ist die Suche nach einem Produkt, das die bewilligten Veranstalter nicht anbieten. Der Preis dafür ist eine Steuererklärung mit voller Deklaration.
HighFlyBet: gleiche Konstruktion, anderes Marketing
Auch HighFlyBet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt dasselbe Muster wie bei HornetBet: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Erlaubnis, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Sperrung. Für den Steuerpunkt heisst das: kein Quellenabzug, kein Steuerausweis, volle kantonale Steuerpflicht nach der Praxis der betreffenden Steuerverwaltung.
Verdikt: Nichts an diesem Anbieter verändert die Rechnung gegenüber HornetBet, und nichts an ihm schafft für einen Schweizer Spieler einen Schweizer Vorteil.
Betovo: die Plattform ohne regionalen Anker
Betovo gehört zur selben Gruppe ausländischer Anbieter, die in der Schweiz ohne Bewilligung auftreten. Was für die beiden vorherigen gilt, gilt hier genauso, und es gilt, weil es dieselbe Konstruktion ist: eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung, ohne Zugang zum Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsschutz, mit dem Risiko einer DNS-Sperre.
Verdikt: Der Anbieter hat im Vergleich zu den bewilligten Veranstaltern nichts an die Stelle gesetzt, was er nicht hat — wer hier spielt, wählt bewusst ein Konto ohne Kontrolle.
Pribet: das gleiche Muster
Pribet tritt in der Schweiz ohne Bewilligung auf. Es gibt keine Schweizer Aufsicht über diesen Anbieter, keine Kontrolle, ob er die Regeln des Spielerschutzes einhält, und keinen Schweizer Weg, einen Gewinn durchzusetzen. Ein Gewinn bei Pribet ist steuerlich kein Schweizer Grossspielgewinn; er fällt in die Kategorie, die die Praxis vollständig erfasst.
Verdikt: Der Vergleich mit den Schweizer Veranstaltern zeigt an dieser Stelle nur eines: Es gibt hier keinen Vorteil, den man mit einer Schweizer Bewilligung vergleichen könnte.
MyStake: unüberprüfbar im Schweizer Rahmen
MyStake ist eine weitere Plattform für Schweizer Spieler ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligungslage ist im Schweizer Rahmen nicht überprüfbar, weil es keine gibt; ein Anschluss an das Sperrregister besteht nicht, und die Aufsicht kann die Domain blockieren.
Verdikt: Bei diesem Anbieter steht und fällt die Beurteilung mit einer Frage, die nur der Anbieter selbst beantworten kann: ob er die Bedingungen, unter denen er Schweizer Spieler aufnimmt, tatsächlich einhält. Eine Schweizer Stelle prüft es nicht. Wer hier spielt, nimmt dieses Risiko in Kauf; und wer einen Gewinn erklärt, erklärt ihn als volles Einkommen.
WirWetten: die Plattform mit dem deutschen Namen
WirWetten tritt in der Schweiz ohne eine Schweizer Bewilligung auf. Der deutsche Name ändert nichts am Rechtsstatus: Eine ausländische Erlaubnis wirkt in der Schweiz nicht, ein Anschluss an das hiesige Sperrregister besteht nicht, und die Sperrliste kann die Domain erfassen.
Verdikt: Der wichtigste Punkt an diesem Anbieter ist der, den der Name verdeckt — die Vertrautheit der Sprache ist kein Anzeichen für einen Schweizer Rechtsstatus.
Rainbet: kein Unterschied in der Rechtslage, keiner in der Steuerfrage
Rainbet ist wie die anderen ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung auf Schweizer Spieler ausgerichtet. Wer dort gewinnt, hat keinen Quellenabzug und keinen Ausweis, aber die Steuerpflicht auf den vollen Betrag nach kantonalem Recht.
Verdikt: Wer einen Anbieter sucht, der sich ausdrücklich an Schweizer Spieler richtet, findet über die Steuer- und Aufsichtsfrage keinen Grund, sich für diesen zu entscheiden.
ZotaBet: die letzte Zeile derselben Liste
ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung und steht ausserhalb des Schweizer Aufsichtssystems. Was bleibt, ist ein Konto ohne Schweizer Schutz — und ohne die steuerliche Erleichterung, die nur für bewilligte Grossspiele gilt.
Verdikt: Ein Anbieter ohne Schweizer Sitz und ohne Schweizer Aufsicht: Der steuerliche Nachteil ist der freiwillig gezahlte Preis für ein Produkt, das in der Schweiz nicht zugelassen ist.
Häufig gestellte Fragen zu Steuern auf Sportwetten in der Schweiz
Ab welchem Betrag sind Gewinne aus Sportwetten in der Schweiz steuerpflichtig, und was heisst «je nach Kanton»?
Bei der direkten Bundessteuer greift der Freibetrag von CHF 1’071’000 für Gewinne ab dem 1. Januar 2026. Die Kantone setzen für die Staats- und Gemeindesteuern eigene, tiefere Werte an — die ESTV-Übersicht für 2024 nennt unter anderem CHF 1’030’000 und CHF 1’054’600. «Je nach Kanton» bezeichnet also unterschiedliche Schwellen, die sich nicht auf einen Nenner bringen lassen.
Was ist die Verrechnungssteuer von 35 %, und wann zieht Swisslos sie bei einer Auszahlung ab?
Die Verrechnungssteuer ist ein Abzug an der Quelle, den der Veranstalter bei Gewinnen über dem Steuerfreibetrag vornimmt. Swisslos behält 35 % auf dem übersteigenden Anteil ein und stellt dafür einen Ausweis aus. Bei CHF 1’050’000 Gewinn und CHF 1’000’000 Freibetrag sind CHF 50’000 betroffen — nur der darüber liegende Teil.
Wird auf Wetteinsätze in der Schweiz eine Wettsteuer erhoben?
Nein. Auf den Einsatz einer Sportwette erhebt die Schweiz keine Steuer. Ein Einsatz von CHF 20 bleibt ein Einsatz von CHF 20. Was der Wettende tatsächlich mitträgt, ist der Quotenschlüssel des Veranstalters — der Anteil aller Einsätze, den der Markt an die Wettenden zurückzahlt.
Wie werden Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung besteuert?
Sie unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, weil diese nur Gewinne aus Geldspielen nach Schweizer Recht erfasst. Die kantonale Steuerpraxis kann sie dagegen vollständig als Einkommen erfassen — die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als vollumfänglich steuerbares Einkommen.
Warum ändert sich der Steuerfreibetrag von Jahr zu Jahr, und welche Einsätze lassen sich bei Grossspielen abziehen?
Der Ausgleich der kalten Progression passt den Betrag jährlich an den Landesindex der Konsumentenpreise per 30. Juni an — daher CHF 1’070’400 für 2025 und CHF 1’071’000 ab 2026. Bei der direkten Bundessteuer lassen sich Einsätze bis zu 5 % des Gewinns abziehen, höchstens CHF 5’400 für 2025, und höchstens bis zur Höhe der im gleichen Jahr erzielten Gewinne.
Rechtslage – gratistippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «gratistippsch.com»
