Sportwetten in der Schweiz: Bewilligung, Limiten und die kurze Liste der Sportarten
Wer in der Schweiz auf ein Fussballspiel setzen will, findet zwei Türen, die offen stehen, und eine ganze Reihe, die es nicht sind. Swisslos und die Loterie Romande sind die einzigen Veranstalterinnen, die Sportwetten mit interkantonaler Bewilligung anbieten dürfen. Alles andere, was in Suchmasken und App-Listen auftaucht, läuft ohne diese Bewilligung — und damit ohne das, was in diesem Land den Unterschied ausmacht: ein schweizweites Sperrregister, gesetzlich vorgeschriebene Verlustlimiten und ein Konto, dessen Auszahlung nur auf den eigenen Namen möglich ist.

Stand: 29. Oktober 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Aufsichtspraxis und die Teilnahmebedingungen der Veranstalterinnen abgeglichen.
Welche Sportarten und Turniere überhaupt auf dem Wettschein landen
Die Schweiz hat sich beim Sportwettenangebot für einen geschlossenen Katalog entschieden. Es gibt keine offene Liste, in die ein Veranstalter schreibt, was er gerade mag. Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, und was dort nicht steht, wird nicht angeboten. Diese Liste ist das eigentliche Wettprogramm, bevor irgendein Veranstalter sein eigenes daraus baut.

Genauer heisst das: Qualifikationsrunden finden sich nur dann in einem Wettprogramm, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Dasselbe gilt für Frauenwettbewerbe. Rangierungswetten sind nur zugelassen, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb entscheidet oder über die Podestplätze. Auf Trainingsläufe darf gar nicht gewettet werden. Wer sich schon einmal geärgert hat, dass ein Rennen in einer Vorbereitungswoche nicht im Angebot stand, hat nicht einen unfreundlichen Buchmacher erwischt, sondern eine Regel.
Fussball, Eishockey und das, was daneben fehlt
Fussball ist der Brotberuf des Schweizer Sportwettmarkts, und die Zahlen machen das sichtbar. Aus den Sportwetten stammten im Geschäftsjahr 2025 rund CHF 109 Mio. des Reingewinns, den Swisslos verteilen konnte — nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Eishockey steht daneben, und Swisslos führt die Förderung von Fussball und Eishockey in ihren Ausschüttungen ausdrücklich mit. Das zeigt, welche zwei Sportarten den Umsatz und die Aufmerksamkeit tragen.
Was fehlt, ist genauso aussagekräftig. Die Liste zeigt keine Eckball- und keine Kartenmärkte. Sie hat keine Esport-Sektion. Wer von einem Buchmacher mit zwanzig Varianten für eine einzige Partie kommt, für den ist das eine kleine Enttäuschung; wer bisher vor allem auf Karten gewettet hat, für den ist es der Grund, einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zu suchen — mit allen Folgen, die im Abschnitt «Bewilligung, Aufsicht und was eine Bewilligung wert ist» beschrieben sind.
Auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, darf nicht gewettet werden. Und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht setzen. Das ist keine Berufsethik, sondern eine Bedingung, die Swisslos in ihren Spielregeln festhält.
Wie ein Turnier auf dem Wettschein gerechnet wird
Ein Turnier ist auf dem Wettschein nicht ein Begriff, sondern eine Rechenvorschrift. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — bei Fussball die 90 Minuten — plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie selbst Gegenstand der Wette sind. Das klingt nach Detailkrämerei, entscheidet aber regelmässig darüber, ob ein Tipp gewinnt: Ein Ausgleich in der 92. Minute kippt eine Wette auf die reguläre Spielzeit, ein Tor in der Verlängerung tut es nicht.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Fehlt der Stream, ist die Wette nicht tot. Platziert jemand eine Wette, nachdem der Wettausgang tatsächlich schon eingetroffen ist, wird sie mit Quote 1.00 gewertet. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Wer in einer Livephase des Spiels, kurz vor dem Elfmeter, noch schnell eine Wette durchklickt, sollte wissen, dass genau dieser Moment erfasst ist. Das ist kein Trick des Veranstalters, sondern die Bedingung, unter der Livewetten funktionieren, wenn alle Beteiligten die Lage im Fernsehen sehen und der Anbieter nicht schneller sein kann als das Bild.
Wettarten und die Funktion, die Kombinationen zusammenhält
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette, Langzeitwette, Livewette — das ist der Grundwortschatz, und die Unterschiede liegen nicht in der Sprache, sondern in der Abrechnung. Die grösste praktische Falle ist die Kombination voneinander abhängiger Ereignisse derselben Sportveranstaltung. Dafür gibt es bei Sporttip die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Leser, der zwei Märkte derselben Partie kombiniert, sollte also prüfen, ob er dafür die richtige Funktion benutzt hat — die Kombi, die der Rechner ausspuckt, ist nicht immer die Kombi, die gilt.
Die beiden zugelassenen Veranstalterinnen und was sie trennt
Die Schweiz hat die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Nicht aus Zufall: Beide sind genossenschaftlich beziehungsweise kantonal verankert, und ihre Reingewinne fliessen an öffentliche Zwecke. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt.
Das ist die eine Seite. Die andere ist die Aufteilung des Landes in zwei Servicegebiete. Swisslos ist zuständig für die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu für den Kanton Tessin und für das Fürstentum Liechtenstein. Zusammen ist das das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt sich selbst mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
| Was verglichen wird | Swisslos (Sporttip) | Loterie Romande (Jouez Sport) |
|---|---|---|
| Schweizer Bewilligung | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa |
| Organisatorin | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Sitz Lausanne |
| Rechtsgrundlage | Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 | dieselbe Vereinbarung, eigene Organisation für sechs Kantone |
| Servicegebiet | AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin, Fürstentum Liechtenstein | FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| Netz ausserhalb des Internets | Sporttip Verkaufsstellen, Wetten aus der App lassen sich per QR-Code dort spielen | 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz |
Beide Häuser sind in einem Detail identisch, das oft übersehen wird: Das Konto gehört immer zu einem Servicegebiet. Die Loterie Romande beschreibt ihr Angebot nicht für das ganze Land, und Japanese, Genfer oder Walliser finden bei Swisslos kein Konto — nicht, weil man dort unfreundlich wäre, sondern weil Bewilligung und Servicegebiet zusammenhängen. Für einen Grenzgänger oder eine Person, die regelmässig zwischen zwei Sprachregionen pendelt, bedeutet das: Ein Konto, ein Veranstalter, keine Wahl.
Für Auszahlungen setzt Swisslos eigene Bedingungen. Spielguthaben lassen sich innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto auszahlen. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar — ein Satz, der in jedem Werbetext fehlt und in den Bedingungen steht. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das eigene Schweizer oder Liechtensteiner Konto überwiesen.
Was Spielwetten in der Schweiz sind und wie eine Wette abgerechnet wird
Rein sprachlich ist die Sache schnell geklärt. Die Veranstalterin heisst Veranstalterin, das Erlaubnispapier heisst Bewilligung, und in der Rechtsordnung ist eine Sportwette ein Grossspiel. In der Umgangssprache sagt man Wettanbieter und Online-Wetten, und das führt zu der verbreiteten Annahme, es gebe eine Liste mit Schweizer Sportwett-Anbietern, aus der man auswählen könne. Es gibt sie nicht. Es gibt zwei.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport. Wer den Reingewinn dieser Häuser betrachtet, sieht, wohin er fliesst: in die kantonalen Fonds und in die Sportförderung. Das ist keine Werbebotschaft, sondern der Grund, warum der Gesetzgeber sich für ein Zwei-Anbieter-Modell entschieden hat und warum er es nicht als Monopol einrichtet.
Ein Konto ist an Bedingungen geknüpft, und diese Bedingungen sind der praktische Unterschied zwischen einem Schweizer Wettschein und einem Zettel von irgendwo. Mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer ein Konto eröffnet, wird also geprüft, bevor der erste Franken fliesst.
Spielguthaben kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden. Der Mindestbetrag liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Kredite an Spielende gibt es nicht. Als Zahlungsart bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Wetten lassen sich online über Swisslos.ch oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. Eine in der App zusammengestellte Wette kann per QR-Code auch an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Für die Budgetplanung heisst das: Die Hürde, eine Wette abzugeben, ist klein, und wer eine Wette im Kopf hat, aber das Handy nicht mag, muss sie nicht verlieren.
Was ein Gewinn ist, bevor der Gewinn ausgezahlt wird
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung ist keine Kleinigkeit bei vielen Wetten, bei einer einzelnen ist sie Rappenarbeit. Wichtiger für die Erwartung: Der Gewinnbetrag ist das Ergebnis, wenn die Wette gewinnt, und über die Wahrscheinlichkeit, dass sie es tut, sagt er nichts.
Und dann die Hürde, die am Ende auf dem Papier steht. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Zwei Fristen, die kein Buchmacher in einer Anzeige nennt, weil man mit Fristen keinen Umsatz macht. Wer im August eine Wette auf ein Mai-Ereignis hält und dann verreist, sollte die Wettauswertung im Blick behalten.
Der Quotenschlüssel, und was eine 1.90 in Wahrheit verkauft
Das ist die einzige Rechnung, die zählt, und sie erklärt mehr über Wettanbieter als jedes Bonusversprechen. In einem Markt mit zwei möglichen Ausgängen bei Quoten von je 1.90 — einem Rechenbeispiel, nicht einem Angebot — erhält der Wettende für jeden Franken, den er über beide Ausgänge verteilt, 95 Rappen zurück. Der Auszahlungsschlüssel liegt also bei 95 %, und die Marge, die der Veranstalter an diesem Markt behält, liegt unter der Annahme, dass der Einsatz über beide Ausgänge zu je 1.90 gestellt wird, bei etwa 5 %. Das ist keine Zahl mit dem Anspruch auf den hundertsten Nachkommastellenwert: Es ist ein Band von grob 4 bis 6 %, und in der Praxis liegt die Marge üblicherweise darin, weil hier nicht der ganze Einsatz auf eine Seite geht, sondern jeder Franken über beide Seiten verteilt wird.
Diese Marge sitzt in jeder Quote, bevor irgendjemand eine Wette abschliesst. Wer bei einem Anbieter mit zwei Prozentpunkten niedrigerer Marge spielt, gewinnt die nicht als Rabatt, sondern behält sie mit jeder Wette, die er nicht verliert. Ein Zwei-Wege-Markt bei 1.90 auf beiden Seiten ist also keine schlechte Quote, sondern eine durchschnittliche, in der rund fünf Rappen pro Franken für jemand anderen vorgesehen sind.
Bewilligung, Aufsicht und was eine Bewilligung wert ist
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Die Gespa ist nicht die ESBK; die eidgenössische Spielbankenkommission beaufsichtigt nur die Casinos. Wer in einer Diskussion beide Behörden durcheinanderbringt, sollte nachschauen, bevor er seine Argumente baut.
Bewilligung und ihr Territorium: was «gilt nur in der Schweiz» bedeutet
Eine Bewilligung in der Schweiz setzt eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel voraus. Und sie gilt, wie das Gesetz es formuliert, nur in der Schweiz. Das ist der Satz, an dem die meisten Missverständnisse hängen, und es ist ein Satz mit zwei Richtungen.
In der ersten Richtung heisst er: Wer eine Schweizer Bewilligung hat, darf mit ihr ausserhalb der Schweiz nichts tun. Sie ist keine Eintrittskarte in andere Märkte und keine Empfehlung, die irgendwo anders anerkannt würde. Die zweite Richtung trifft den Leser härter: Eine Bewilligung aus einem anderen Land — Curaçao, Malta, Deutschland oder woher auch immer — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Der Betrieb von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar. Das Gesetz sieht dafür bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre. Die spielende Person wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und wer dort spielt, steht ohne Schutz und ohne Fair-Play-Kontrolle da.
In der Praxis heisst das nicht, dass alle diese Anbieter verschwinden. Die Gespa führt eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste, die erste Liste stammte vom 3. September 2019. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Die Gespa nennt dafür ausdrücklich Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als auf der Liste geführt. Ein DNS-Sperrsystem ist damit eine Zugangssperre, keine Auslöschung, und wer glaubt, das Umgehen einer solchen Sperre sei ein Kavaliersdelikt, sollte die Strafdrohung kennen, die auf der Veranstalterseite steht — nicht auf seiner eigenen.
Warum es keine dritte Bewilligung geben kann
Der Katalog der zugelassenen Veranstalterinnen ist nicht durch Praxis entstanden, sondern durch die Kantone gesetzt: zwei für Lotterien und Sportwetten. Deshalb gibt es keine Liste weiterer Schweizer Sportwett-Anbieter — nicht, weil eine Liste geführt und verborgen würde, sondern weil es keine weiteren gibt. Wer im Netz nach einer solchen Liste sucht, findet sie nicht. Er findet Angebote, die in einem anderen Rechtsrahmen stehen.
Bei den Anforderungen an die Registrierung sind die Regeln strenger, als viele erwarten. Für ein Online-Konto bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis werden gegen Adress-Datenbanken geprüft. Eine Identität ist keine Formalität, sondern die Voraussetzung für ein Konto — und sie ist gleichzeitig der Grund, warum Auszahlungen auf ein Konto im eigenen Namen überhaupt möglich sind.
Denn Zahlungen laufen nur auf ein Konto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Das ist keine Beschränkung, die sich umgehen liesse, sondern die Konstruktion selbst: Wer nicht weiss, wer spielt, kann weder eine Sperre eintragen noch eine Auszahlung zuordnen.
Was besteuert wird und was nicht
Gewinne aus Schweizer Grossspielen, zu denen die ESTV die Sportwetten ausdrücklich zählt, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden nur darüber besteuert. Auf Bundesebene liegt dieser Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Die Schwelle der Kantone unterscheidet sich davon; ein Kantonswert gehört hier nicht hin. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt.
Für den typischen Wettenden heisst das: kein Steuerfreibetrag wird erreicht, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht, und wer sie in einer Diskussion behauptet, hat sie mit einer anderen Abgabe verwechselt. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie erfassen — Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Da jeder Kanton anders verfährt, lautet die einzige verlässliche Auskunft: die Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung fragen.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Grenze zur Anpreisung
Werbung darf nicht aufdringlich sein, nicht irreführen und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Das ist der Grund, warum diese Seite die ausländischen Marken beschreibt und bewertet, aber niemanden zu einer Anmeldung auffordert.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 gab die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen stehen nur in den Bedingungen der jeweiligen Veranstalterin — und nur dort. Ein Zeitfenster, in dem Werbung verbannt wäre, gibt es nicht.
Verlustlimiten, Pausen und das Sperrregister
Der Spielerschutz in der Schweiz ist in einem Punkt ungewöhnlich konsequent: Die Limiten setzt nicht der Staat, sondern der Spieler selbst. Das klingt fürsorglich und ist in der Praxis der Moment, in dem viele zum ersten Mal wirklich nachdenken müssen. Bevor die erste Sporttip-Teilnahme möglich ist, müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.
Diese 72 Stunden sind der eigentliche Schutzmechanismus. Ein Gesetz verlangt, dass eine Erhöhung nach 24 Stunden wirkt; Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer nach einer verlorenen Nacht seine Limite verdoppeln will, sitzt erst einmal drei Tage lang auf der alten Zahl. Wer sie senkt, wartet dagegen keinen Moment.
Ein Staat, der keine feste Einzahlungsobergrenze vorschreibt, sondern die Limite dem Spielenden überlässt, klingt auf dem Papier nach Liberalität. Der springende Punkt liegt woanders. Wer die Limite selbst setzt, kann sie sich nicht als staatliche Schikane vom Hals argumentieren. In der Schweiz gibt es keine gesetzlich fixierte Einzahlungsgrenze. Zusätzlich ist bei Swisslos eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich — wer dem eigenen Konto eine Obergrenze geben will, statt nur dem Verlust, kann das tun.
Die Spielsperre und ihr Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Das ist die kurze, befristete Pause. Daneben steht die unbefristete Spielsperre, die in einem schweizweiten Register eingetragen wird. Dieses Register gilt auch für Casinos einschliesslich der Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperre wirkt also weiter, als der eigene Anlass reicht: Wer sich vom Sportwetten sperrt, ist im Register, und das Register kennt mehr als einen Anbieter.
Gesetzlich ist die Spielsperre die Ausschliessung überschuldeter oder spielsuchtgefährdeter Personen sowie die Selbstsperre, geführt in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer sich vorstellt, er könne eine Selbstsperre am Montag aussprechen und am Freitag von einem Mitarbeiter zurücknehmen lassen, sollte wissen, dass die Sperre kein Formular ist, sondern eine Eintragung. Die Aufhebung ist ausdrücklich an eine Frist und an eine Fachstelle gebunden.
Eine Nebenfolge dieses Registers, die manchen überrascht: Gesperrte und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wessen Wette über ein Konto läuft, das nicht hätte bestehen dürfen, hat auf den Gewinn keinen Anspruch. Das ist unangenehm für den Einzelfall und konsequent für das System. Wer sich sperren lässt, sperrt sich auch gegen die Auszahlung.
Was Spielerschutz am Verkaufsschalter kostet
Die Wirkung dieses Schutzes ist nicht überall gleich. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsschaltern in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Zahl ist hart, und sie ist ein Testkauf-Ergebnis, keine Dauerbeobachtung. Wer sie liest, sollte daraus nicht schliessen, dass der Verkaufsschalter grundsätzlich gefährlich ist — aber auch nicht, dass der Schutz dort garantiert greift. Die Regel steht, die Kontrolle ist eine Stichprobe, und eine Stichprobe mit fast der Hälfte an Fehlbränden beschreibt eine Nachlässigkeit, die man dem System vorhalten darf.

Beim Online-Konto ist die Lage eine andere, weil die Identität aus dem Ausweis und aus Adress-Datenbanken geprüft wird und eine Spielsperre beim Registrierungsversuch auffällt. Das ist die sachliche Grundlage für die Feststellung, dass der geregelte Kanal nicht derselbe ist wie der Schalter.
Die Veranstalterinnen im Vergleich — und die Marken ohne Schweizer Bewilligung daneben
Die folgenden Bewertungen stehen in der Reihenfolge der beiden bewilligten Veranstalterinnen und danach der ausländischen Marken, die in der Schweiz ohne Bewilligung auftreten. Die beiden Gruppen sind nicht dasselbe: Bei den ersten zwei steht eine Schweizer Bewilligung, bei den übrigen ausdrücklich keine. Keine der folgenden Beschreibungen ist eine Aufforderung, dort zu spielen.
Swisslos Sporttip — die Veranstalterin mit dem grössten Servicegebiet und dem längsten Regelwerk
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel, die Aufsicht führt die Gespa. Das Servicegebiet umfasst AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen — abgelehnt, nicht gekappt. Das ist eine Limite, die für kleine Budgets keine Hürde darstellt und für grosse Einsätze sehr wohl eine. Wer Systemwetten mag, hat deutlich mehr Spielraum als wer Einzelwetten spielt.
Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Sprung von zehn auf fünfzehn Voraussagen ist der eigentliche Köder, denn fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 zu treffen ist kein Tipp mehr, sondern eine Serie. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren, der sofort wirksamen Senkung und der erst nach 72 Stunden wirksamen Erhöhung sind bei dieser Veranstalterin Pflicht vor der ersten Teilnahme. Eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage lässt sich zusätzlich setzen.
Das Verdikt: Das Regelwerk ist das dichteste im Schweizer Markt, und es ist die zwei Prozent Marge wert, die es kostet. Der Punkt, an dem dieser Anbieter sein Publikum verliert, ist nicht die Bewilligung, sondern die Liste der Sportarten und Wettarten — wer auf Karten, Ecken oder Esport setzen will, wird hier nicht bedient, und zwar nicht aus Nachlässigkeit. Der geschlossene Katalog ist der Preis für ein Angebot, das im eigenen Land kontrolliert wird. Wer ihn akzeptiert, bekommt dafür die Regeln mitgeliefert.
Loterie Romande Jouez Sport — dieselbe Bewilligung, ein anderes Gebiet
Die Loterie Romande ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und hält nach eigener Angabe 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, beschäftigt 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Art: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter der Aufsicht der Gespa, gestützt auf dieselbe Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.
Für Leserinnen und Leser in der Deutschschweiz ist dieser Anbieter in der Praxis keine Option, und das ist keine Einschätzung, sondern die Folge des Servicegebiets. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem der sechs Kantone voraus. Wer in Zürich wohnt, findet bei Jouez Sport kein Konto, auch nicht mit einem guten Grund und nicht mit einem zweiten Wohnsitz in Lausanne, der nur auf dem Papier existiert.
Wer dort wohnt, bekommt ein Netz, das dem von Swisslos in nichts nachsteht: 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen sind für einen Landesteil mit dieser Bevölkerungszahl eine dichte Abdeckung. Die Zahl der Mitarbeitenden ist mit 221 für diese Grösse ein Hinweis darauf, dass hier nicht eine Plattform mit einem Markennamen betrieben wird, sondern eine Organisation mit eigener Verwaltung.
Das Verdikt: Der Anbieter ist in seinem Gebiet eine vollwertige Lösung und ausserhalb eine Randnotiz. Wer ihn prüfen will, prüft nicht die Bewilligung — die ist dieselbe — sondern die Frage, ob das eigene Konto überhaupt dort liegen darf. Diese Frage entscheidet, bevor das Wettprogramm irgendeine Rolle spielt.
Duelbits — ohne Schweizer Bewilligung, und deshalb ohne Spiegel für den Spielerschutz
Duelbits ist eine Marke, die in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auftritt. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt, und eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz ohnehin keine Kraft. Der Anbieter hängt nicht am Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und damit per DNS gesperrt werden.
Was der Verzicht auf die Bewilligung praktisch kostet, ist die Rückseite der Anonymität. Keine Schweizer Verlustlimiten mit einer Oberlimite von CHF 9’999, keine Eintragung ins schweizweite Register, keine Auszahlungspflicht auf ein Konto im eigenen Namen. Wer auf solche Marken geht, entscheidet sich für eine Plattform, die ihre eigenen Regeln setzt und ihre eigenen Grenzen zieht — und die sich jederzeit anders entscheiden kann, ohne dass eine Aufsichtsbehörde in Bern ein Wort mitzureden hätte.
Das Verdikt: Die fehlende Bewilligung ist kein Formfehler, sondern bestimmt jede Beschwerde, die hier nicht gestellt werden kann. Wer in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung spielt, verliert im Streitfall genau das, was die Bewilligung garantiert hätte.
bet-at-home — im Sperrregister bekannt, und zwar namentlich
bet-at-home tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt und hätte im Inland keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Gespa kann seine Domains auf die Sperrliste setzen und per DNS sperren lassen.
Bei dieser Marke fällt ein Punkt besonders auf: Die Gespa nannte bet-at-home ausdrücklich im Zusammenhang mit den blockierten Domains, die durch Domain-Hopping innerhalb von Stunden ersetzt werden. Ein Anbieter, der regelmässig mit neuen Adressen erscheint, sagt damit etwas über sein Geschäftsmodell aus. Wer hier ein Konto hält, sollte wissen, dass die Adresse selbst Teil der Konstruktion ist.
Das Verdikt: Ein Anbieter, dessen Erreichbarkeit von Ersatzadressen abhängt, kann schlecht als stabile Auszahlungsadresse gelten. Wer eine Schweizer Aufsicht, ein Register und einen Rechtsweg sucht, sucht hier an der falschen Stelle.
Bettilt — ohne Bewilligung, ohne Register, ohne Schweizer Weg
Bettilt tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Nur Swisslos und die Loterie Romande sind im Besitz einer solchen. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt, und eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und seine Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.
Damit fehlt genau der Teil, der in der Schweiz sonst selbstverständlich ist: eine Rückerstattung bei abgesagten Ereignissen nach festen Regeln, eine Abrechnung mit definierten Fristen, eine Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen. Jede dieser Fragen wird hier nach den Bedingungen des Anbieters beantwortet, nicht nach Schweizer Regeln.
Das Verdikt: Was hier für Schweizer Spielende nicht vorhanden ist, ist nicht die Spannung, sondern die Rückabwicklung. Wer vor allem den Nervenkitzel sucht, wird ihn finden; wer je einen Streit um einen Wettschein geführt hat, weiss, was fehlt.
Sportaza — ohne Schweizer Bewilligung, mit DNS-Sperrmöglichkeit
Sportaza tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Anbieten dürfen Sportwetten in diesem Land nur Swisslos und die Loterie Romande. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt, im Inland kraftlos. Der Anbieter ist nicht am Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gelangen und per DNS blockiert werden.
Für Leser, die ihr Spielbudget selbst begrenzen wollen, ist der Unterschied hier ein konkreter: Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind bei Swisslos Pflicht, nicht Option. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es diese Pflicht nicht, und ob eine Plattform ein vergleichbares Werkzeug anbietet, steht ganz in ihrem Ermessen und in ihren Bedingungen.
Das Verdikt: Die Selbstbeschränkung, die in der Schweiz vorgeschrieben ist, hängt hier am guten Willen des Anbieters. Das ist ein Unterschied mit Folgen für die Art, wie man auf dieser Seite spielt.
Roobet — ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Register
Roobet tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Nur Swisslos und die Loterie Romande verfügen über die interkantonale Bewilligung. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt und hätte hier keine Kraft. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, seine Domains können auf die Sperrliste gesetzt und gesperrt werden.
Der praktische Kern bei dieser Marke ist die Frage, wo ein Gewinn landet. Im bewilligten Schweizer Angebot läuft eine Zahlung nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, und ein Konto bekommt nur, wer Identität und Wohnsitz belegen kann. Fällt diese Konstruktion weg, hängt die Auszahlung ausschliesslich an den Bedingungen des Anbieters.
Das Verdikt: Ohne Bewilligung fehlt nicht das Wettangebot, sondern die Verbindung zwischen der spielenden Person und ihrem Geld. Der Auszahlungsweg ist hier das eigentliche Kriterium, nicht das Quotenblatt.
Pribet — ohne Schweizer Bewilligung und ohne Anspruch auf Schweizer Schutz
Pribet tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Hierzulande dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt, und was immer ein anderes Land erteilt hat, gilt in der Schweiz nicht. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste mit DNS-Sperre.
Eine Frage, die bei dieser Konstellation regelmässig gestellt wird, betrifft die Steuer. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Das ist kein Freibrief: Die kantonale Steuerpraxis kann solche Gewinne erfassen, und Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Steuerfreiheit ist hier keine Eigenschaft des Angebots, sondern eine Frage des Wohnkantons.
Das Verdikt: Der ausländische Anbieter verschiebt die Steuerfrage in die Steuererklärung, und die Antwort hängt am Kanton, nicht am Buchmacher. Das ist der Punkt, der bei dieser Adresse zuerst zu klären ist.
Betscore — ohne Schweizer Bewilligung, mit den Folgen für den Streitfall
Betscore tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Die interkantonale Bewilligung für Sportwetten liegt allein bei Swisslos und der Loterie Romande. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt, sie hätte hier keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht am Schweizer Sperrregister, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Was in der Schweiz geregelt ist und hier nicht gilt, lässt sich in wenigen Zeilen zusammenfassen. Eine Wette auf ein abgesagtes Ereignis wird nach Schweizer Regeln behandelt: Wird nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig, Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die Voraussage Quote 1.00. Auffangen muss das hier der Anbieter, nach seinem eigenen Reglement.
Das Verdikt: Ein abgesagtes Spiel ist der Testfall, an dem sich zeigt, ob die Bedingungen einer Plattform etwas wert sind. Ohne Schweizer Bewilligung steht dieser Testfall allein in der Verantwortung des Anbieters.
20Bet — ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Fristen
20Bet tritt in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung auf. Sportwetten darf hier nur anbieten, wer die interkantonale Bewilligung hält, und das sind Swisslos und die Loterie Romande. Eine Bewilligung des Betriebs ist nicht festgestellt und in der Schweiz ohne Kraft. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Sperre über die Sperrliste der Gespa.
Der Unterschied liegt am Ende in den Fristen. Im bewilligten Angebot verfallen Gewinne 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung, und eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu bestreiten. Das sind unangenehme Fristen, aber es sind Fristen, die gelten und die man kennen kann. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, kennt dessen Fristen nicht, solange er sie nicht liest.
Das Verdikt: Die fehlende Bewilligung bedeutet nicht fehlende Regeln, sondern Regeln, die man erst nachlesen muss. Wer diesen Aufwand scheut, sollte bei den zwei bewilligten Veranstalterinnen bleiben.
Häufige Fragen zu Spielwetten in der Schweiz
Welche Anbieter dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten?
Genau zwei. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport halten die interkantonale Bewilligung für ein Grossspiel, die Veranstalter- und Spielbewilligung, unter der Aufsicht der Gespa. Andere Marken treten in der Schweiz ohne diese Bewilligung auf.
Was bedeutet es, dass eine Schweizer Bewilligung nur in der Schweiz gilt?
Sie wirkt ausschliesslich im Inland und verleiht nirgendwo sonst Rechte. Umgekehrt entfaltet eine ausländische Bewilligung hier keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Wetten veranstaltet, macht sich strafbar; die spielende Person wird nicht bestraft, kann aber Einsatz und Gewinn verlieren.
Wie funktionieren die Verlustlimiten, die vor der ersten Wette gesetzt werden müssen?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Er sagt, was eine gewonnene Wette einbringt — nicht, wie wahrscheinlich der Gewinn ist.
Was geschieht mit einer Wette, wenn das Wettereignis abgesagt wird?
Wird das Ereignis nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen des Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. So regelt es Sporttip in seinen Spielregeln.
Wie lässt sich eine Spielsperre einrichten und wie lange gilt sie?
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein gilt. Eine freiwillige Sperre ist erst nach drei Monaten aufhebbar.
Rechtslage – gratistippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «gratistippsch.com»
