Sportwetten für Schweizer: Warum es 2026 nur zwei bewilligte Wege gibt
Wer in der Schweiz legal auf ein Fussballspiel setzen will, hat keine Auswahl unter fünfzig Buchmachern. Er hat eine Auswahl zwischen zwei Veranstaltern, und welcher davon für ihn überhaupt in Frage kommt, entscheidet die Wohnadresse. Diese Seite zeichnet nach, wie das Schweizer System aufgebaut ist, was eine Bewilligung im Alltag bedeutet, welcher Weg zu welchem Spielertyp passt — und was der Weg über eine ausländische Seite tatsächlich kostet.

Stand: 29. Oktober 2026 · Bewilligungsangaben geprüft gegen die Veranstalterbewilligungen nach dem Geldspielgesetz und die Aufsicht der Gespa.
Warum die Auswahl in der Schweiz bei zwei Veranstaltern endet
Die Zahl ist keine Marktlücke, sie ist Gesetz. Online-Sportwetten sind nach dem Geldspielgesetz ein Grossspiel, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Der eine heisst Swisslos, sein Sportwettenprodukt heisst Sporttip. Der andere heisst Loterie Romande, sein Produkt heisst Jouez Sport. Mehr gibt es nicht, und das ist keine Momentaufnahme, sondern der Rahmen, in dem sich jedes Schweizer Wettangebot bewegt.

Swisslos sitzt in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern — nicht von der ESBK, die nur die Casinos im Blick hat. Wer eine solche Bewilligung will, braucht zwei Stücke: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Und dann kommt der Satz, an dem sich alles andere aufhängt: Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz.
Ein Bewilligungssystem mit diesem Satz drin ist ein Zaun mit zwei Toren. Das ist die erste von mehreren Entscheidungen, die ein Spieler nicht selbst trifft, sondern vorfindet.
Die Bewilligungen sind kein Papiervorgang, sie zeigen sich in Zahlen. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Wer hier setzt, finanziert am Ende Turnhallen mit. Ob einem das den Aufpreis wert ist, den das geschlossene Angebot kostet, muss jeder selbst wissen — nur sollte er wissen, dass er ihn zahlt.
Bewilligung, Vertragsgebiet und wer für welchen Kanton zuständig ist
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Zwei Veranstalter, ein Land, zwei Gebiete, und dazwischen keine Wahl. Wer in Zürich wohnt, kann nicht zu Jouez Sport online gehen, wer in Genf wohnt, nicht zu Sporttip. Der Wohnsitz ist kein Bonus für Treue, er ist die Zulassungsbedingung.
Wer eine Bewilligung trägt und wer nur eine Domain hat
Hier lohnt die nüchterne Einordnung, denn die zwei Gruppen werden im Netz gern vermischt. Die folgende Übersicht stellt sie getrennt gegenüber — die zwei Veranstalter mit Schweizer Bewilligung zuerst, danach die ausländischen Marken, die im Gespräch sind und für die keine Schweizer Bewilligung besteht.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Unibet | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| Cloudbet | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| IviBet | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| DirectionBet | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| BillyBets | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| Boomerang Bet | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| Jackbit | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | Schweizer Veranstalterin: keine |
Die Spalte trennt nicht gute von schlechten Anbietern, sie trennt zwei Rechtsräume. Bei den acht ausländischen Marken steht keine Schweizer Veranstalterin dahinter, und die Bewilligungslage im Ausland hat in der Schweiz keine Wirkung. Das ist die ganze Auskunft, die eine solche Spalte geben kann, und sie reicht für die erste Sortierung.
Was eine Bewilligung im Betrieb heisst, ist am deutlichsten bei dem zu sehen, was sie nach sich zieht. Eine Schweizer Bewilligung bringt die Anbindung an das Sperrregister, die Prüfung der Identität, die Auszahlung nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers und die Aufsicht einer interkantonalen Behörde. Sie bringt umgekehrt auch die geschlossene Liste erlaubter Wettarten, das Wohnsitzerfordernis und ein Angebot, das nicht nach Rekordquote aussieht. Beide Seiten gehören zur selben Bewilligung.
Spielerschutz: Limiten setzen statt mahnen
Der auffälligste Unterschied zwischen einer bewilligten und einer unbewilligten Seite liegt nicht in der Quote. Er liegt darin, dass die bewilligte Seite einem Spieler vor der ersten Wette einen Auftrag gibt, den er selbst ausführen muss.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — der gesetzliche Rahmen nennt 24 Stunden, Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Was heisst das konkret? Drei Zahlen, die man einmal eingibt und danach monatelang mit sich herumträgt: Tag, Woche, Monat. Die Verzögerung bei der Erhöhung ist der eigentliche Mechanismus. Sie ist lästig, und genau dafür ist sie da. Wer nach einem verlorenen Nachmittag die Limite hochsetzen will, sitzt drei Tage lang mit der alten Zahl und hat Zeit, sie sich noch einmal anzusehen. Für den Gelegenheitsspieler ist das Unsichtbarkeit; für den, der schon einmal zu viel gesetzt hat, ist es die wirksamste Zeile im ganzen Regelwerk.
Sperre, Pause und das Register, das alle Kantone kennen
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und diese Sperre bleibt bis zum Fristablauf bestehen. Eine unbefristete Spielsperre dagegen wird in einem schweizweiten Register eingetragen. Dieses Register gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein, und eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, wobei eine Fachstelle mitwirkt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Das ist die Stelle, an der die Selbstsperre mehr ist als ein Häkchen. Sie reicht über die Sportwette hinaus und erfasst das Casino gleich mit, weil das Register nicht beim Produkt anfängt, sondern bei der Person. Wer einmal darin steht, merkt das auch an der Kasse eines Casinos. Diese Konsequenz ist hart, und sie ist die einzige, die eine impulsive Entscheidung wirklich stoppt.
Der Einlass selbst ist geregelt: Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online nicht zugelassen, ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Die Schweiz kennt keine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze. Das ist erstaunlich, wenn man es neben die Kampagnen stellt, die den Schweizer Spielerschutz gern als strengsten der Welt verkaufen: Die Zahlen, die wirklich weh tun, setzt nicht der Staat, sondern der Spieler selbst. Der Gesetzgeber verlangt nur, dass der Veranstalter diese Werte abfragt.
Bleibt die Frage nach der Wirksamkeit in der Fläche. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch, und an Verkaufsstellen wurde eine Sportwette in 47,5 % von 200 Fällen an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Beratung am Kiosk als Schutzschild beschreibt, hat diese Zahl nicht gelesen. Die Online-Schranke ist der härtere Teil des Systems, die Verkaufsstelle der weichere.
Ein Wort zu den Limiten, die Swisslos selbst setzt, weil sie oft mit den Spielerlimiten verwechselt werden: Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Werte jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das sind Angebotsgrenzen, keine Verlustgrenzen — die persönliche Verlustlimite steht darüber und wird von ihr nicht ersetzt.
Spielguthaben, Auszahlungen und was Swisslos zurückbehält
Der Weg des Geldes ist bei Sporttip genauer festgelegt als bei den meisten Buchmachern, und das ist eine Eigenschaft des Systems, keine Marketingbeilage. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder per Einzahlungsschein kaufen, der Mindestbetrag liegt bei CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur so lange möglich, wie das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Bei Swisslos lässt sich das Spielkonto überdies mit PostFinance Pay aufladen, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Bei den Auszahlungen wird es interessanter. Swisslos zahlt innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, höhere Gewinne bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto des Teilnehmers überwiesen.
Zwei Prozentfälle, die man auseinanderhalten sollte. Die 3 % sind eine mögliche Kommission auf die Auszahlung — nicht auf jedes Guthaben, sondern ab der dritten Auszahlung im Jahr, und die zwei kostenlosen Abhebungen gelten weiterhin. Der zweite Prozentfall betrifft Gratisspielguthaben: Es landete zuerst auf dem Konto und ist danach nicht auszahlbar. Das ist keine Gaunerei, sondern eine Bedingung, die vorher geschrieben steht, und die Stelle, an der ein Gratisguthaben seinen Namen zu Recht trägt.
Dass eine Auszahlung nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers geht, ist die entscheidende Zeile. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind nach dem Geldspielgesetz untersagt. Kein Schweizer Anbieter kann einem Spieler also einen Auszahlungsweg anbieten, der an der Identität vorbeiführt — nicht aus Vorsicht, sondern weil es die Konstruktion nicht hergibt.
Aktionen, Boosts und die Grenze zwischen Gutschrift und Geschenk
Gratisguthaben und Freispiele brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Das ist der Schlüssel zu diesem ganzen Kapitel: Aktionen im bewilligten Schweizer Markt sind nicht der Einfallswinkel eines Marketingteams, sondern etwas, wofür ein Aufsichtsgremium vorher Ja gesagt hat. 2025 gab die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Acht für ein ganzes Land und ein ganzes Jahr.
Beträge und Bedingungen einer Aktion stehen nur in den eigenen Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Was dabei tatsächlich ankommt, ist selten Geld, sondern eine Erhöhung, die an Bedingungen hängt. Bei Swisslos verteilte die Gespa die Zustimmungen so: Bei Sporttip gibt es den Kombiboost nur online für Prematch, Live und Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Der Kombiboost ist damit ein Instrument, das zwei Dinge verlangt, bevor es zahlt: eine Mindestquote pro Voraussage und eine Mindestzahl an Voraussagen. Vier Begegnungen mit je mindestens 1.50 sind vier Entscheidungen, die alle richtig sein müssen, damit 5 % auf den Nettogewinn herausspringen. Bei fünfzehn Voraussagen sind es fünfzehn Entscheidungen für die höchste Stufe. Der Boost wird also mit dem teuersten Rohstoff der Kombiwette bezahlt: mit der Trefferwahrscheinlichkeit.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Diesen letzten Halbsatz sollte man zweimal lesen: Wer die Wette vorzeitig glattstellt, verliert die Erhöhung vollständig. Der Boost und der Ausstieg schliessen sich aus.
Warum das Wort «gratis» vor einer Bedingung steht
Die Schweizer Terminologie trennt das sauber, und die Unterscheidung ist praktisch nützlich. Gratisspielguthaben ist der Begriff, den das Gesetz benutzt, Gratiswette und Freiwette sind Marktbegriffe. Das eine ist ein Guthaben, das sehr wahrscheinlich nicht auszahlbar ist — bei Swisslos ist es das ausdrücklich nicht. Das andere ist eine Wette, bei der in der Regel nur der Gewinn ausgezahlt wird und nicht der Einsatz.
Aus Sicht des Spielers ist der Unterschied harmlos, solange er ihn kennt. Aus Sicht des Werbetexts ist er der Grund, warum «gratis» so gut funktioniert. Eine Wette, deren Einsatz man nie zurückbekommt, fühlt sich kostenlos an, weil man nichts eingezahlt hat. Eine Wette, die man verlieren kann und deren Einsatz trotzdem weg ist, ist keine Nullnummer. Und die Aktion, die den Auszahlungsbetrag erhöht, aber bei vorzeitigem Ausstieg verschwindet, ist ein Geschenk mit einem Faden daran.
Nichts davon ist ein Grund, das Angebot liegen zu lassen. Es ist der Grund, warum man es vorher liest. Die Bedingungen selbst sind kurz, und sie stehen beim jeweiligen Veranstalter.
Wie viel die Buchmachermarge aus einer Quote herausholt
Bevor es um Apps und Sportarten geht, gehört hier der eine Rechenweg hin, den jeder Leser selbst benutzen kann. Er ist der Grund, warum eine Quote nie der Preis des Ereignisses ist.
Denken wir uns eine erfundene Zwei-Weg-Wette mit je Quote 1.90 auf beiden Seiten. Das ist ein Beispiel, kein abgelesener Kurs. Der Quotenschlüssel dieses Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der beiden Quoten: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Ausgerechnet ergibt das einen Auszahlungsanteil von etwa 95,2 %, und der Abstand von 100 % dazu ist die Marge — hier rund 4,8 %. Wenn beide Seiten tatsächlich gleich wahrscheinlich sind, hält der Veranstalter also ungefähr 4,8 Rappen von jedem Franken, der auf diesem Markt gesetzt wird. Bei einem Einsatz von CHF 100 ergibt die Rechnung einen durchschnittlichen Ertrag von CHF 95.20 auf dem Markt — und die Differenz bleibt liegen.
Aus der Sache wird eine Bandbreite, weil in der echten Welt selten zwei identische Quoten nebeneinanderstehen. Bei einem klaren Favoriten liegt der Auszahlungsanteil typischerweise tiefer, häufig im Bereich von etwa 90 bis 93 %, und die Marge damit bei rund 7 bis 10 %. Bei einem offenen Zwei-Weg-Markt mit zwei ähnlich starken Seiten liegen die Verhältnisse so wie im Beispiel, also ungefähr zwischen 94 und 96 % Auszahlungsanteil, mit einer Marge von rund 4 bis 6 %. Und bei einem Markt, auf dem der Veranstalter selbst ein Preisrisiko trägt — einer lebendigen Live-Wette oder einem sehr spezifischen Nebenmarkt — kann der Auszahlungsanteil auf 85 bis 90 % sinken, was einer Marge von 10 bis 15 % entspricht. Je länger die Quote auf ein einzelnes Ereignis wird, desto stärker wirkt sich derselbe Prozentsatz aus: Auf einer Quote von 10.00 macht der Auszahlungsanteil den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Gelegenheit deutlicher als auf einer Quote von 1.50. Diese Marge ist keine Schweizer Eigenheit — sie steht in jeder Quote jeder Buchmacherin.
Der Zeitpunkt gehört zur Sache. Der Auszahlungsanteil eines Marktes ist kein fester Wert, sondern verschiebt sich mit jedem Kurswechsel; die Bandbreiten hier beschreiben die üblichen Verhältnisse, keine Momentaufnahme. Wer nachrechnen will, braucht nur die angebotenen Quoten aller Ausgänge eines Marktes. Die eigene Verlustlimite ist davon übrigens unberührt: Sie wirkt vor dem Wettabschluss, die Marge danach.
Zwei Wege, ein Konto: App, Verkaufsstelle und was die Registrierung verlangt
Sporttip-Wetten lassen sich online über die Website von Swisslos oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Damit existieren zwei Kontaktpunkte zu einem Konto und ein durchgehender Weg dazwischen.
Die Verkaufsstelle ist kein Nostalgiebetrieb. Wer den Wettschein am Kiosk abgibt, hält eine Quittung in der Hand, muss sich nicht mit einem Konto herumschlagen und hat einen Menschen vor sich. Wer über die App setzt, hat das Wettprogramm in der Tasche, kann live nachjustieren und sieht seine Limiten und sein Guthaben jederzeit. Der QR-Code verbindet beides: vorbereiten am Bildschirm, einzahlen im Laden, falls das der Weg ist, den man bevorzugt.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Das ist mehr Aufwand als bei einer ausländischen Seite, und es ist kein Versehen. Die Ausweisprüfung ist der Grund, warum später alles andere funktioniert: die Auszahlung nur auf das eigene Konto, das Sperrregister, die Altersschranke. Wer sich über den Scan ärgert, ärgert sich über den Mechanismus, der ihn schützt.
Was die App leistet — und was das System von ihr verlangt
Die App ist bei Sporttip die einzige Stelle, an der bestimmte Aktionsformen überhaupt zugänglich sind. Kombiboost und Quotenboost gelten ausdrücklich nur online. Wer am Schalter setzt, kann diese Erhöhungen nicht mitnehmen. Das ist ein gewichtiges Argument für den digitalen Weg — und ein Grund, ihn nicht als Bequemlichkeit abzutun, sondern als Voraussetzung für das volle Angebot.
Livewetten sind in beiden Wegen möglich. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Eine Livewette auf ein historisches Tor zurückzugeben ist keine Kulanz, sondern eine Regelung gegen den Vorteil, den eine langsame Datenverbindung sonst schafft.
Wer mit dem Handy setzt, sollte den Live-Begriff deshalb nüchtern lesen. Eine Livewette wird nicht dadurch gültig, dass man gerade ein Bild sieht, und sie wird nicht dadurch ungültig, dass man keines sieht. Sie hängt am tatsächlichen Stand des Ereignisses, nicht am Stream. Diese Regel schützt den Veranstalter vor Spielern mit schnellerem Datenfeed — und sie schützt umgekehrt niemanden davor, in der 89. Minute auf ein Tor zu setzen, das schon gefallen ist.
Fussball, Tennis, Eishockey und die geschlossene Liste der erlaubten Märkte
Das Schweizer Wettprogramm ist kein offenes Feld. Die Gespa führt eine Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, und was nicht darauf steht, wird nicht angeboten. Diese Liste gibt es in einer Fassung mit Stand 10.09.2026, und sie ist die zweite Hälfte der Bewilligung: Eine Lizenz erlaubt nicht irgendetwas, sondern genau das Aufgeführte.
Die Ausschnitte sind konkret. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten gibt es nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über einen Podestplatz entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gesetzt werden. Auf der Liste stehen keine Corner- oder Kartenmärkte, und ein Esport-Bereich fehlt darin ganz. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wer aus einer Gewohnheit bei einem ausländischen Buchmacher kommt, dem fällt zuerst auf, was fehlt. Keine Eckbälle, keine gelben Karten, kein Esport, keine Parteiwetten auf eine Abstimmung. Das Angebot ist schmaler als das, was auf dem internationalen Markt Standard ist, und diese Schmalheit ist derselbe Mechanismus, der die Bewilligung trägt. Man kann das als Verlust an Vielfalt lesen oder als Definition dessen, was eine Sportwette überhaupt ist — an einem Ort, an dem Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht erlaubt sind.
Fussball, Tennis und Eishockey im Detail
Dass Fussball, Eishockey und Tennis den Kern des Schweizer Wettprogramms bilden, überrascht in einem Land mit einer Eishockeyliga und einem Tennisnachwuchs von Belang nicht. Die Sportarten sind da, wo die Aufmerksamkeit ist, und die Aufmerksamkeit ist in der Halle wie auf dem Rasen.
Zwei Regelungen prägen dabei jede Wette, unabhängig von der Sportart. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, etwa die 90 Minuten im Fussball, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer im Pokal auf den Sieger setzt, sollte wissen, ob er auf den Sieger nach 90 Minuten oder nach dem Elfmeterschiessen setzt — das sind zwei verschiedene Wetten, und die Voreinstellung ist die kürzere. Bei Tennis und Eishockey gilt dieselbe Logik: Was als reguläre Spielzeit gilt, steht im Programm, nicht im Kopf des Spielers.
Die zweite betrifft Kombinationen. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Regel, die den Spieler nicht begünstigt, und sie ist verständlich: Siege, die sich gegenseitig bedingen, sind keine unabhängigen Ereignisse, und sie zu multiplizieren wäre keine Kombiwette, sondern ein Hebel.
Bei grösseren Turnieren wird die Bedeutung solcher Details grösser, nicht kleiner. Für ein Turnier über mehrere Wochen kommen Langzeitwetten, Gruppenphasen und Sonderwetten zusammen, und jede von ihnen hat ihre eigene Definition von «regulärer Spielzeit» und «Ausgang». Wer sich vor einem Turnier mit dem Wettprogramm beschäftigt, hat danach weniger Überraschungen als jemand, der die Regeln erst nach einem verlorenen Schein liest.
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Der letzte Punkt verdient Betonung, weil er den Nutzen der Funktion begrenzt. Ein Cash-Out ist kein Auszahlungsknopf, sondern ein Verkaufsangebot des Veranstalters zu einem Preis, den dieser bestimmt. Dass es nur vollständig geht, nimmt einem Spieler zusätzlich die Möglichkeit, an einem langen Kombischein nur den zweifelhaften Teil abzustossen. Als Notausgang in einer Live-Situation mit einer Quote von 1.00 vor sich ist er brauchbar; als Werkzeug zur Gewinnsicherung taugt er nur, wenn der Preis stimmt. Und wer einen Boost auf einer Wette liegen hat, verliert ihn in dem Moment, in dem er den Cash-Out auslöst.
Auch der Ausgang einer abgesagten Begegnung ist geregelt. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Für den Kombispieler heisst das: Die Wette lebt weiter, aber die wackeligste Voraussage verschwindet nicht, sie wird neutral. Der Schein kann immer noch gewinnen — nur nicht mehr durch diesen Posten.
Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich mit ausländischen Marken
Wer die zehn Marken nüchtern bewerten will, braucht Kriterien, die sich aus den Zahlen selbst ergeben und nicht aus der Werbung. Vier Fragen genügen für die erste Sortierung.
Nach welchen Kriterien sich ein Wettangebot bewerten lässt
Die erste Frage ist die Bewilligung. Nicht die Marke, nicht die Grösse des Unternehmens, sondern die Frage, ob eine Schweizer Veranstalterbewilligung besteht. Sie entscheidet, ob das Sperrregister greift, ob eine Identitätsprüfung stattfindet und ob es im Streitfall eine Schweizer Aufsicht gibt. Bei einem ausländischen Anbieter fehlt all das, unabhängig davon, welche Bewilligung er in einem anderen Land vorweisen kann.
Die zweite Frage ist das Vertragsgebiet. Sie hat nur für die bewilligten Anbieter eine Antwort, und die richtet sich nach der Wohnadresse: das Swisslos-Vertragsgebiet für Sporttip, die sechs Westschweizer Kantone für Jouez Sport. Ein Angebot, für das man nicht zugelassen ist, existiert für einen nicht.
Die dritte Frage ist die Depth des Programms — nicht die Zahl der Sportarten, sondern die Zahl der Märkte innerhalb einer Sportart und die Frage, ob die gesuchten Märkte auf der Liste der erlaubten Wettarten stehen. Wer regelmässig auf Corner setzt, findet in der Schweiz dazu kein Angebot; wer Einzelwetten auf Fussball und Eishockey mag, findet eines.
Die vierte Frage ist der Preis. Hier zahlt sich die Rechnung aus dem Abschnitt zur Marge aus. Ein Anbieter mit einem höheren Auszahlungsanteil zahlt mehr zurück, und bei einem offenen Markt beträgt die Marge nur wenige Prozente. Bei einigen hundert Wetten im Jahr ist das der grösste Einzelposten in der Bilanz eines Spielers — grösser als jede Aktion, die einmal pro Konto gilt.
Nur eine Zeile fehlt in dieser Liste, und sie gehört ausdrücklich dazu: eine Bewertung des Gewinns für die Allgemeinheit. Bei den zwei bewilligten Veranstaltern ist er dokumentiert, bei den ausländischen nicht. Wer dieses Kriterium für wichtig hält, findet in der Schweiz genau zwei Adressen.
Vergleich der beworbenen Veranstalter
Die folgende Übersicht ordnet die vorgestellten Marken nach dem Grad ihrer Einbindung in das Schweizer System. Die entscheidende Zeile stand schon im Abschnitt «Wer eine Bewilligung trägt und wer nur eine Domain hat» — hätte sie dort nicht gestanden, wäre «ohne Schweizer Bewilligung» in jeder Zelle ein Urteil über den Anbieter. So ist es eine Tatsache über den Rechtsraum.
Beworben heisst hier nicht empfohlen. Es heisst, dass Belohnungen nach dem Schweizer Geldspielgesetz der vorherigen Zustimmung der Gespa bedürfen. Wer ohne diese Bewilligung Gratisguthaben verspricht, umgeht eine Aufsicht, die in der Schweiz genau dafür existiert.
Die Marken mit Schweizer Bewilligung sind Swisslos Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alle acht übrigen — Unibet, Cloudbet, IviBet, DirectionBet, BillyBets, Boomerang Bet, Jackbit und N1 Bet — tragen keine Schweizer Bewilligung. Über eine Bewilligung in einem anderen Land ist bei ihnen nichts festgestellt; eine solche hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung.
Unsere Top 10 der Sportwetten-Anbieter für die Schweiz
Zehn Plätze, und zwei davon sind vergeben, bevor die Liste beginnt. Das klingt nach einem schlechten Ranking und ist eine ehrliche Auskunft: Die Schweiz lässt nur zwei Veranstalter zu, und die weiteren acht Einträge sind Marken, denen ein Schweizer Spieler im Netz begegnet. Wer die folgende Reihenfolge als Kaufempfehlung liest, hat sie falsch gelesen; sie ist eine Sortierung nach Zulassung, Prüfumfang und Einordnung.
Die Reihenfolge: die zwei bewilligten Veranstalter zuerst, weil bei ihnen alles überprüfbar ist — Sitz, Bewilligung, Aufsicht, Spielregeln, Limiten. Danach die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung, alphabetisch nach Namen, weil es zwischen ihnen in der Schweizer Frage keinen Unterschied gibt. Sie alle sind gleich weit weg vom Schweizer System, auch wenn sie unterschiedlich gross auftreten.
Swisslos Sporttip — der einzige bewilligte Anbieter mit Sitz in Basel
Swisslos sitzt in Basel und betreibt Sporttip als Sportwettenprodukt gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; Aufsicht führt die Gespa. Das Konto ist ausschliesslich Personen zugänglich, die im Vertragsgebiet wohnen oder sich dort gewöhnlich aufhalten.
Die Mechanik dahinter ist so klar wie ihr Preis: Vor der ersten Teilnahme stehen die drei Verlustlimiten im Weg, die Senkung wirkt sofort, die Erhöhung nach 72 Stunden. Die Spielsperre führt in das schweizweite Register, das auch die Casinos erfasst. Die Registrierung verlangt ein Ausweisdokument und den Abgleich mit Adress-Datenbanken. Die Einsätze liegen zwischen CHF 1 und CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bis CHF 10’000 pro Systemwette. Ausgezahlt wird nur auf ein Konto auf den eigenen Namen, zweimal im Jahr gebührenfrei, ab der dritten Auszahlung gegebenenfalls mit 3 % Kommission.
Was das Angebot selbst angeht, ist es schmaler als der internationale Standard und trotzdem für die meisten Schweizer Leser breiter, als sie brauchen. Fussball, Tennis und Eishockey mit einer geschlossenen Liste von Wettarten, Livewetten mit einer klaren Regel zum tatsächlichen Ausgang, der Kombiboost und die Quotenboosts online, der QR-Code als Brücke zur Verkaufsstelle.
Wer hier setzen kann, bekommt die vollständige Schweizer Konstruktion: Identität, Limiten, Sperrregister, Auszahlung auf das eigene Konto, öffentlicher Reingewinn von CHF 562 Mio. für 2025. Wer im Vertragsgebiet wohnt und vor allem die härteren Schutzmechanismen will, kommt an diesem Weg nicht vorbei — es gibt keinen zweiten mit dieser Einbindung.
Loterie Romande Jouez Sport — der zweite bewilligte Weg und sein Verkaufsstellennetz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat ihren Sitz an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden. Die Bewilligungslage entspricht der von Swisslos: eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa.
Auffällig ist die Dichte des stationären Netzes. 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen bedeutet, dass der Weg zum Schalter in der Westschweiz deutlich kürzer ist als der Weg zum Bildschirm — und genau darin liegt die Eigenheit dieses Veranstalters. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, findet eine Verkaufsstelle in Gehdistanz und kann am Samstagnachmittag einen Wettschein abgeben, statt ein Konto zu eröffnen.
Dass der Zugang das wesentliche Merkmal dieser Marke ist, hat seinen Preis in der Vergleichbarkeit: Die Dichte des Netzes ist kein Kriterium, an dem sich ein Wettangebot messen lassen muss, und sie lässt sich gegen die Limiten und die geschlossene Marktliste nicht aufrechnen. Für die sechs Kantone ist die Westschweizer Veranstalterin trotzdem die einzige bewilligte Adresse, und wer dort wohnt, hat zwischen Sporttip und ihr keine Alternative, sondern eine Zuständigkeit.
Unibet — die grosszügigste Aktion und null Schweizer Boden
Unibet ist eine der bekanntesten Marken im europäischen Wettmarkt und in der Schweiz in praktisch jeder Diskussion über Sportwetten präsent. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht; nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine im Ausland erworbene Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Damit fehlt der Anschluss an das schweizerische Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Was das für den Alltag heisst, ist die Kernfrage dieses Abschnitts. Wer bei Unibet setzt, wettet auf Grundlage der dortigen Bedingungen, ohne Schweizer Fairplay-Kontrolle und ohne Schweizer Ansprechstelle. Das ist weder verboten noch strafbar für den Spieler, und der genannte Satz ist für diese Marke ebenso richtig wie für jede andere ohne Bewilligung.
Bei der Bewertung bleibt deshalb nur der Vergleich mit sich selbst: Bekanntheit und Umfang des Angebots sind keine Eigenschaft, die im Schweizer System irgendeine Prüfung erzwingt. Es gibt kein Instrument, das ein Schweizer Gremium gegen diesen Anbieter in der Hand hätte, ausser den Weg über die Zugangssperre.
Cloudbet — Sportwetten neben einem grossen Casino-Portefeuille
Cloudbet tritt als internationale Marke mit einem breiten Casino- und Wettportfolio auf. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht, und die weitere Einordnung ist dieselbe wie bei jeder ausländischen Adresse: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg bei Streitigkeiten, keine Schweizer Aufsicht über das Angebot.
Was in der Schweiz hier nicht greift, ist die Infrastruktur, die ein bewilligter Anbieter aushalten muss: Limiten vor der ersten Wette, Identitätsprüfung, Auszahlung nur auf das eigene Konto, Aufnahme in das Sperrregister. Keines dieser Elemente ist eine Zutat, die von aussen angeklebt wird. Sie fehlen zusammen.
Die Frage, die dieser Eintrag aufwirft, ist keine über die Qualität der Seite, sondern über den Zuständigkeitsbereich. Ein Schweizer Spieler, der eine Unzufriedenheit klären will, findet bei einer Marke ohne Bewilligung keine Adresse, die für ihn zuständig wäre.
IviBet — Bonuswerbung auf einem Markt, in dem Boni zustimmungspflichtig sind
IviBet gehört zu den Marken, die mit Aktionsangeboten um Spieler werben. In der Schweiz gibt es dafür keinen Boden: Gratisguthaben und Freispiele benötigen die vorherige Zustimmung der Gespa, die sie 2025 sparsam erteilt hat. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht.
Wer sich über die Grosszügigkeit einer Aktion wundert, sollte die Zustimmungszahlen daneben halten. Ein Anbieter, der in der Schweiz nicht zugelassen ist, braucht keine Zustimmung einzuholen, und das ist der ganze Unterschied. Er sagt nichts über die Seriosität der Marke aus und alles über den Aufsichtsboden, auf dem sie steht.
Damit bleibt für IviBet dasselbe Ergebnis wie für die übrigen Marken dieser Gruppe, und es ist kein besonders schlechtes: Es ist ein ausländisches Angebot ohne Bezug zum Schweizer System. Wer den Kontakt mit einer solchen Marke als Luxus betrachtet, wird ihn in Kauf nehmen; wer wissen will, wer die Bedingungen geschrieben hat und wer im Streit entscheidet, findet hier keine Antwort im eigenen Land.
DirectionBet — erlaubt in einem anderen Land, wirkungslos in der Schweiz
DirectionBet ist eine Marke mit Sitz ausserhalb der Schweiz, hierzulande aber ohne Bewilligung. Wer prüfen will, wem er gegenübersteht, prüft in solchen Fällen die Rechtsordnung, unter der die Marke tatsächlich tätig ist. In der Schweiz ist es eine Domain, die auf der Sperrliste landen kann.
Das Schicksal einer solchen Domain ist gelinde ausgedrückt unruhig. Die Gespa führt eine Sperrliste, Schweizer Telekom-Anbieter setzen sie per DNS um, und die Gespa nennt selbst den Mechanismus dazu: Die Domains wechseln, und Betreiber weichen auf neue Adressen aus. Für den Spieler bedeutet das einen Anbieter, dessen Erreichbarkeit nicht garantiert ist.
Was an einem solchen Wechsel riskant ist: Guthaben und Auszahlungen liegen bei einem Anbieter, der nicht verpflichtet ist, mit einem Schweizer Sperrregister zu arbeiten. Ein Wohnsitzwechsel, eine geänderte Firmenadresse oder eine neue Domain können einen Zugang unerreichbar machen, ohne dass eine Schweizer Stelle tätig werden könnte.
BillyBets — ohne Bindung an die Schweizer Spielerschutz-Infrastruktur
BillyBets ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig. Die Bindung an das Sperrregister fehlt damit, und die Bindung ist keine Formalie: Das Register ist die einzige Liste, die eine kantonsweite und disziplinübergreifende Sperre kennt.
Das hat eine Folge, die selten genannt wird. Wer sich freiwillig sperren lässt, tut das bei einem bewilligten Veranstalter und erwartet, dass die Sperre einen schützt. Bei einer Marke ausserhalb des Registers schützt keine Sperre, und es gibt keine Stelle, die einen überhaupt als gesperrt führt.
Wer in einer angespannten Phase nach einer Buchmacherin sucht, findet bei einer solchen Marke die eine Tür, die sich immer öffnen lässt. Das ist der Punkt, an dem die Bewilligungsfrage aufhört, eine juristische zu sein.
Boomerang Bet — Blockierung als Dauerzustand, nicht als Panne
Boomerang Bet ist in der Schweiz ohne Bewilligung erreichbar, und das ist kein Zustand, der sich ändern muss: Eine Schweizer Bewilligung gibt es für ausländische Veranstalter nicht. Wer diese Marke nutzt, nutzt eine Domain, die von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden kann.
Die Namensgebung einer Sperrliste suggeriert ein statisches Register. Sie ist keines. Betreiber wechseln die Adresse, Anbieter sperren neu, und wer sein Konto an einer Domain hängen hat, hängt an einem Zugang, den er nicht kontrolliert.
Das braucht keine Übertreibung: Es ist kein dramatisches Risiko, es ist ein verwaltetes. Der Spieler trägt es in Form von Guthaben, deren Verfügbarkeit von Entscheidungen abhängt, die er nicht trifft — weder bei der Marke noch bei einem Schweizer Gremium.
Jackbit — Krypto-Positionierung ohne Schweizer Zahlungsweg
Jackbit bewegt sich im internationalen Markt für Krypto-Wettangebote. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot ohnehin nicht; Auszahlungen gehen nur auf ein auf den Inhaber lautendes Konto. In der Schweiz gibt es ausserdem keine Sperrmechanismen für Zahlungen an unbewilligte Wettseiten; die Behörden sperren Domains, nicht Zahlungen.
Die Positionierung dieser Marke wird dadurch zu einer Aussage über den Markt, nicht über die Schweiz. Sie funktioniert dort, wo kein Identitätsnachweis verlangt wird, und kein Schweizer Gremium kann oder will dort hineinregieren.
Für einen Spieler ändert das die Frage. Statt «welche Quote zahlt dieser Anbieter» heisst sie hier: «wem gehört mein Guthaben, solange es auf einem Konto ausserhalb der Schweiz liegt». Die Antwort hängt an den Bedingungen des Anbieters — und die schreibt niemand in Bern mit.
N1 Bet — dieselbe Bewilligungslücke wie bei jeder Marke ohne Schweizer Zulassung
N1 Bet steht im Schweizer Kontext für dieselbe Ausgangslage wie alle Anbieter dieser Gruppe: keine Schweizer Bewilligung. Die Sperrliste als Mechanismus gilt hier wie dort.
Neu ist bei diesem Eintrag nichts, nur die Konsequenz. Die Bewilligungsfrage beantwortet für alle acht dieselbe Frage, und eine Liste aus acht Kopien derselben Zeile beschreibt nicht acht Marken, sondern eine Marktlücke. Wer sie liest, hat nicht viel erfahren. Wer sie versteht, weiss immerhin, wo die Schweizer Antwort aufhört.
Zweite Einschätzung: was die zehn in der Praxis unterscheidet
Nach zehn Einträgen, die zu acht Malen dieselbe Rechtslage nennen, ist die praktische Frage nicht mehr, welche Marke die bessere ist. Sie ist, welcher Weg zu welchem Spieler passt.
Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und regelmässig setzt, kommt um Sporttip nicht herum — nicht aus Begeisterung, sondern weil die Bewilligung nur dort liegt. Wer im Vertragsgebiet wohnt und die geschlossenen Märkte und das Wohnsitzerfordernis nicht will, wählt den Weg über eine ausländische Marke bewusst und nicht als Vorwand. Wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, hat mit Jouez Sport den zweiten Weg, und der ist nicht der zweitbeste, sondern der einzige.
Und wer einfach vorhat, auf ein Spiel zu setzen, ohne einen Wohnsitznachweis hochzuladen, sollte wissen, dass jede der acht ausländischen Marken genau diesen Schritt nicht verlangt. Das ist keine Empfehlung, sondern die Beschreibung des Unterschieds.
FAQ zu Sportwetten für Schweizer
Welche Sportwetten sind in der Schweiz legal?
Legal sind Wetten auf Sportereignisse bei Swisslos (Sporttip) und bei der Loterie Romande (Jouez Sport), den beiden Veranstaltern mit Bewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa. Das Angebot ist auf eine Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten begrenzt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen.
Welcher Veranstalter ist für welche Kantone zuständig?
Sporttip ist für die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, für den Kanton Tessin und für Liechtenstein zuständig. Jouez Sport ist für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zuständig. Ein Online-Konto ist jeweils nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet möglich.
Welche Voraussetzungen gelten für ein Online-Konto bei den bewilligten Veranstaltern?
Mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet des Veranstalters, keine bestehende Spielsperre und nur eine Registrierung pro Person. Die Identität wird über den hochgeladenen Ausweis geprüft und mit Adress-Datenbanken abgeglichen. Ausgezahlt wird nur auf ein Konto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und wann wirken Änderungen?
Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 100 und einer Quote von 1.50 beträgt der mögliche Rückfluss CHF 150.
Was bedeutet es für Spielende, bei einer ausländischen Seite ohne Schweizer Bewilligung zu wetten?
Der Spieler wird nicht bestraft, verliert aber die Schweizer Absicherungen: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Fairplay-Kontrolle. Stakes und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Gewinne ausländischer Anbieter sind zudem nach der Steuerpraxis der Kantone steuerbar, im Thurgau unabhängig von der Höhe.
Rechtslage – gratistippsch.com
Inhalt erstellt vom Team «gratistippsch.com»
